Gebrechlichkeit. Diagnostik & Therapie

Wie kann Gebrechlichkeit diagnostiziert werden?

Durch eine Ganganalyse wird festgestellt, ob ein Patient gebrechlich ist.

Durch eine Ganganalyse wird festgestellt, ob ein Patient gebrechlich ist.

Gebrechlichkeit ist keine Labordiagnose, sondern eine klinische Diagnose. Durch die Beurteilung des Gangbildes, der Messung der Gehgeschwindigkeit und der Muskelleistung (z.B. in einem Aufstehtest) sowie der Balance kann schnell festgestellt werden, ob ein Patient gebrechlich ist . Beim Aufstehtest wird getestet, ob ein Aufstehen ohne Armeinsatz möglich ist. Ein typisches Zeichen für Gebrechlichkeit ist auch, wenn die Handkraft 20% niedriger ist als in der Altersgruppe üblich. Die Gehgeschwindigkeit sollte mindestens 1m / Sek. betragen. Ist sie geringer, ist dies ebenfalls ein Zeichen von Gebrechlichkeit. Beim Balancetest stehen die Füße auf einer Linie und dieser Tandemstand sollte 10 Sekunden lang gehalten werden. Auch eine geringe körperliche Aktivität im Alltag kann auf eine Gebrechlichkeit hindeuten, allerdings sind solche Messungen noch nicht standardisiert. Ein weiteres typisches Zeichen ist ein ungewollter Gewichtsverlust über mehr als 5 kg im letzten Jahr. Grund hierfür ist Appetitlosigkeit sowie Schwierigkeiten bei der Nahrungsbeschaffung durch Immobilität oder sozialer Isolation. Aber erst wenn 2 von 3 Kriterien zutreffen, spricht man von Gebrechlichkeit.

Wie kann Gebrechlichkeit therapiert werden?

Körperliches Training, wie z.B. Krafttraining, fördert den Muskelaufbau und den Appetit.

Körperliches Training, wie z.B. Krafttraining, fördert den Muskelaufbau und den Appetit.

Die Gebrechlichkeit kann durch körperliches Training und durch eine gleichzeitig verbesserte eiweißreiche Ernährung in vielen Fällen vermindert werden. Durch körperliche Bewegung wird der Appetit angeregt und der Mangelernährung somit vorgebeugt. Da Muskeln in jedem Alter trainierbar sind, ist das hohe Alter kein Hindernis, körperliche Betätigungen auszuführen. Radfahren, Walken oder ein einfacher Hometrainer trainieren die Ausdauer während z.B. Tai Chi die Koordination und Flexibilität verbessert. Beim Krafttraining sollte Gerätetraining, Hanteltraining und spezielle Gymnastikübungen bevorzugt werden. Tanzen bessert nicht nur die Ausdauer, es spricht auch die Koordination und geistige Flexibilität an. Eine besonders wichtige Rolle spielt die ausreichende Zufuhr an Vitamin D. Es sorgt für einen besseren Muskelaufbau und der Koordination der Muskeln.

Ist eine Reha sinnvoll?

Rehabilitation, ob stationär oder ambulant in einer Einrichtung mit geriatrischem Fachwissen, kann in vielen Fällen die Gebrechlichkeit wesentlich mindern. Durch die Reha wird die körperliche Leistungsfähigkeit verbessert und Stürzen kann so vorgebeugt werden, die im hohen Alter häufig zu Knochenbrüchen mit schwerwiegenden Folgen führen. Die Folgen wären Gehprobleme und Pflegebedürftigkeit. Bei Schenkelhalsfrakturen werden z.B. nur 30% so fit wie sie vorher waren. Durch das Konzept „ Reha vor Pflege“ kann in vielen Fällen eine Pflegebedürftigkeit vermieden werden. Bei dem Konzept geht es um eine umfassende Aktivierung der Patienten – körperlich, psychisch und um die Erhaltung oder Wiederherstellung der Selbständigkeit im Alltag.

Geriatrische Rehabilitation

Eine geriatrische Reha kann bei älteren Menschen ihre Fähigkeiten so weit wiederherstellen, dass sie nach Hause zurückkehren können.

Spezielle Psychotherapie 65+

Bestimmte Situationen können ältere Menschen schwer belasten. Die spezielle Psychotherapie nimmt sich ihrer Probleme an.

Fachliche Betreuung

Daiber

Der Beitrag wird betreut durch

Dr. med. Susanne Daiber