Fehlstellungen des Fußes (Hohlfuß, Plattfuß). Diagnostik

Wie wird ein Plattfuß bzw. Hohlfuß festgestellt?

Klinische Untersuchung bei Plattfuß bzw. Hohlfuß

Ein erstes wichtiges Kriterium ist die Stellung des Fußes unter Vollbelastung. Ein Abkippen der Ferse zum Fußaußenrand deutet auf einen Plattfuß hin, ein Abkippen der Ferse nach innen auf einen Hohlfuß. Richtet sich im Zehenstand das Längsgewölbe gut auf, handelt es sich meist um eine harmlose Spielvariante der Natur, ohne Krankheitswert. Richtet sich hingegen das Längsgewölbe im Zehenstand nicht mehr normal auf, oder kann der Zehenstand aufgrund von Beschwerden nicht mehr erreicht werden, so ist dies ein Hinweis auf ein Funktionsdefizit der Tibialis posterior Sehne. Normalerweise ist ein Plattfuß sehr flexibel. Bei eingeschränkter Beweglichkeit können atypische Knochenbrücken zwischen Fußwurzelknochen vorliegen, oder bereits eine Arthrose des unteren Sprunggelenkes. Beim Hohlfuß ist entscheidend, in wie weit der Patient den Fußaußenrand anheben kann. Ist dies nicht mehr möglich, deutet dies auf eine Schädigung der den Fußaußenrand stabilisierenden Peronealsehnen hin und damit auf ein schon weit fortgeschrittenes Krankheitsgeschehen. Weiterhin wird die Stabilität des Sprunggelenkes, insbesondere der Außenbänder, untersucht. Normalerweise ist der Hohlfuß insgesamt wenig flexibel.

Röntgen

Röntgenaufnahme vor einem operativen Eingriff

Röntgenaufnahme vor einem operativen Eingriff

Die Röntgenaufnahmen des Fußes in 3 Ebenen und des Sprunggelenkes unter Belastung, sowie spezielle Achsaufnahmen der Ferse zeigen die Stellung der Knochen zueinander. Hier können atypische Knochenformationen, fehlerhafte Stellungen der Knochen zueinander sowie Verschleißerscheinungen einzelner Gelenke identifiziert werden. Für die Festlegung der Behandlungsstrategie ist eine Belastungsaufnahme unbedingt erforderlich.

Kernspintomographie

Die Kernspintomographie (Magnet-Resonanz-Tomographie, MR) hilft Sehnen, Bänder und Knorpel zu beurteilen. Die Frage, ob und wie weit die Tibialis posterior Sehne beim Plattfuß bzw. die Peronealsehnen beim Hohlfuß geschädigt sind, können auf MR Aufnahmen sicher abgeschätzt werden. Für die Planung einer Behandlungsstrategie sind Informationen über den Knorpel, vor allem im unteren Sprunggelenk, ebenfalls wichtig.

Weitere Ursachen für Plattfuß / Hohlfuß

Vor allem Hohlfüße können die Folge von neurologischen Erkrankungen sein. Bestehen hier Unklarheiten ist eine zusätzliche fachneurologische Beurteilung sinnvoll. Die dynamische Druckverteilungsanalyse liefert bei Unklarheiten bzw. bei Mischformen der Erkrankung weitere Hinweise auf Ursache und Behandlungsmöglichkeiten.

Fachliche Betreuung

Walther

Der Beitrag wird betreut durch

Prof. Dr. med. Markus Walther