Nachsorge nach Hand-Operationen.
Nach der Operation erfolgt die Therapie.
Operationen an der Hand verfolgen das Ziel, die Handfunktion nach Unfällen, aber auch bei Fehlfunktionen und Verschleißerkrankungen, möglichst optimal wiederherzustellen. Der Patient muss schon im Voraus darüber informiert werden, dass die Operation hierzu nur der erste Schritt ist. Ebenso wichtig wie die Operation ist die „Behandlung danach“. Sie wird vom Handchirurgen gesteuert und überwacht, jedoch vom „Handtherapeuten“ durchgeführt.
Handspezialisten sollten die Therapie vornehmen.
Von speziell ausgebildeten Therapeuten werden Narben manuell gelöst und die Gelenke mobilisiert.
In Deutschland teilen sich Ergo- und Physiotherapeuten diese Aufgabe; das Zertifikat zum „Handtherapeuten“ gibt es hierzulande (noch) nicht. Dennoch sollte die Nachbetreuung nach Handoperationen in die Hände von Therapeuten gelegt werden, die sich speziell mit Händen befassen. Die Hand als komplexes Organ, welches dem Menschen die Greiffunktion ermöglicht, erfordert eine sensible und spezielle Therapie, um ein optimales Ergebnis zu erreichen.
Die Nachsorge beginnt schon in den ersten Tagen nach der Hand-OP.
Bereits in den ersten Tagen nach Handoperationen beginnt die Nachsorge mit Maßnahmen, die ein Anschwellen der Hand begrenzen und mit kontrollierten Bewegungen. Dabei ist der Patient zuerst sein eigener Therapeut: Schonung der Hand, Hochlagerung und Kühlung sind die ersten wichtigen Erfordernisse, die bereits am Operationstag durchgeführt werden sollten. Nach größeren Eingriffen, die in der Regel unter Krankenhausbedingungen durchgeführt werden, kommen entstauende Bewegungsübungen und Lymphdrainage durch unsere Physiotherapeuten hinzu. Die verschiedenen Erkrankungen und Verletzungen erfordern spezifische Therapie-Schemata.
Handtherapie. Sehnenrekonstruktion.
Handschienen werden individuell für jeden Patienten gefertigt.
Sehnenrekonstruktionen werden mit speziellen Übungsschienen nachbehandelt, die ein Gleiten der Sehne bei gleichzeitiger Entlastung gewährleisten. Diese Schienen werden von Ergotherapeuten individuell für jeden Patienten gefertigt. Die Patienten werden in den Gebrauch der Schiene eingelernt, um eine effektive Therapie zu ermöglichen. Ergotherapeutische Übungstermine und die Kontrolle beim Handchirurgen runden die Therapie ab.
Handtherapie. Knochenbrüche.
Knochenbrüche werden nach ihrer operativen Versorgung oft für einige Tage in einer Gipsschiene ruhiggestellt. Häufig kann aber schon sehr früh „aus der Schiene heraus“ mit Bewegungsübungen begonnen werden. Diese Übungen werden unter Anleitung durch einen Handtherapeuten durchgeführt; nachfolgend wird die Schiene wieder angelegt. Bewegen heißt hier aber nicht belasten: eine Belastung der Hand nach Knochenbrüchen ist in den häufigsten Fällen erst nach 6 bis 8 Wochen möglich.
Handtherapie. Spezielle Erkrankungen.
Nach Operationen bei speziellen Erkrankungen der Hand, wie z.B.die Dupuytren-Kontraktur, wird die Hand bereits sehr frühzeitig unter Anleitung eines Handtherapeuten beübt, um wieder eine Beweglichkeit der Finger zu erreichen. Die Übungen werden in diesen Fällen unter sterilen Bedingungen durchgeführt. Aus Thermoplast gefertigte Lagerungsschienen, die nur nachts getragen werden, ergänzen die Anwendungen.
Handtherapie. Verschleißerkrankungen.
Eingriffe bei Verschleißerkrankungen, wie z.B. Arthrosen, erfordern nach der Operation meist eine mehrwöchige Ruhigstellung. Hierzu werden die im Operationssaal angelegten Gipsschienen nach einigen Tagen durch individuell vom Ergotherapeuten gefertigte Schienen ersetzt. Diese werden aus leichtem Thermoplast geformt und sind komfortabel zu tragen.
Handtherapie. Narbenbehandlung.
Narben werden manuell gelöst, Gelenke werden mobilisiert.
Einen breiten Raum in der Nachsorge nach Handoperationen nimmt die Narbenbehandlung ein. Narben werden manuell gelöst, Gelenke werden mobilisiert. Dabei kommt der manuellen Therapie eine große Bedeutung zu. Maschinelle Verfahren zur Narbenbehandlung, wie Vakuumtherapie oder Ultraschall, werden unter größter Vorsicht eingesetzt.
Handtherapie. Sensibilitätstraining.
Sensibilisierung bei Nervenschädigungen
Für das Sensibilitätstraining bei Nervenschädigungen werden Bäder in Raps oder anderen Körnern angewandt, des weiteren Bürstenmassagen in ansteigender Intensität, Tastübungen, Warm-Kalt-Stimulation und Vibrationsmassagen. Nervenstimulationen mit Reizströmen sind manchmal zur Beschleunigung der Nervenregeneration sinnvoll.
Eine gute Therapie nimmt den Schmerz als Grenze.
Für jede Therapie nach Hand-Operationen gilt: der Schmerz begrenzt die Intensität der Anwendung. Eine gute Handtherapie führt nicht zu vermehrtem Schmerz. Schwillt die Hand nach der Behandlung an, wird sie heiß und schmerzt, sollte der Therapeut in der folgenden Sitzung sanfter mit ihr umgehen. Für alle Verbände und Schienen gilt: sie dürfen niemals zu eng sein, drücken oder schnüren. Sollte dies vorkommen, muss eine Änderung erfolgen.
Therapeut und Operateur stehen im ständigen Kontakt.
Generell stehen Handtherapeut und Operateur in ständigem Kontakt, um sich über den Fortgang der Behandlung auszutauschen und das bestmögliche Ergebnis zu erzielen.