Morbus Dupuytren. Therapie

Konservative Therapie bei Morbus Dupuytren

Wenn der betroffene Finger noch flach auf den Tisch gelegt werden kann, d. h. es liegt noch keine Streckhemmung vor, ist keine Operation notwendig. Regelmäßige Verlaufskontrollen reichen aus. Es hat sich gezeigt, dass eine konservative Therapie des Morbus Dupuytren nicht zum erwünschten Erfolg führt. Verschiedene Behandlungsverfahren wurden im Laufe der Jahrzehnte erprobt: Diese reichen von Anwendungen wie Massagen, Handbäder, über Ultraschall und Kortison-Injektionen bis hin zur Laseranwendung etc. Auch der Einsatz von Röntgenstrahlen kann den fibromatösen Umbau des Bindegewebes verlangsamen und kann bei strenger Indikationsstellung in bestimmten Stadien der Erkrankung eingesetzt werden. Eine Bestrahlung sollte aufgrund des mäßigen Risiko/Nutzen-Verhältnis daher genau überlegt werden. Das Mittel der Wahl ist aus diesen Gründen daher die Operation.

Neue Therapie: Enzymbehandlung

Bei Morbus Dupuytren gibt es nun eine Alternative zur OP: die Enzymbehandlung.

Operative Therapie bei Morbus Dupuytren

Wenn hingegen die Hand nicht mehr flach auf den Tisch gelegt werden kann, d. h. es liegt eine Streckhemmung der Finger vor (z. B. eines oder mehrerer Fingergelenke >20°), sollte über eine Operation nachgedacht werden. Aber auch, wenn andere Beschwerden bestehen, wie störende, ausgedehnte knotige Verdickungen in der Handinnenfläche oder wenn die Haut stark eingezogen ist.

Welche Operationstechniken gibt es, um einen Morbus Dupuytren zu behandeln?

Der Eingriff sollte am besten einem Spezialisten vorbehalten werden, da sich in den Fingern zahlreiche feine Blutgefäße und Nerven befinden und die Beherrschung mikrochirurgischer Techniken erforderlich ist. Spezielle Instrumente wie Lupenbrille und Operationsmikroskop sind erforderlich. Welche der verschiedenen Operationsverfahren gewählt wird, ist vom jeweiligen Stadium der Erkrankung sowie vom Chirurgen abhängig. Diese operativen Möglichkeiten gibt es:

Ambulanter oder stationärer Aufenthalt?

In ausgewählten Fällen mit einer isolierten Streckhemmung des Grundgelenkes an einem Finger kann der Bindegewebsstrang mit dünnen Nadeln durch die Haut (Nadelfasciotomie) getrennt werden und dadurch eine bessere Streckung des Fingers in minimal invasiver Technik ermöglicht werden. Dazu reicht in der Regel eine Lokalanästhesie aus. Bei fortgeschrittenen Krankheitsstadien, Rezidiven oder Beteiligung mehrere Finger ist ein stationärer Aufenthalt notwendig; kleinere Eingriffe hingegen werden auch ambulant durchgeführt. Die Operation wird unter einer lokalen Narkose des Armes (z. B. Plexusblockade) oder einer Vollnarkose durchgeführt.

Interview mit Dr. Lukas zur Nadelfasziotomie

Die Nadelfasziotomie als OP-Alternative beim Morbus Dupuytren: Vorteile: Schnelle Heilung, kaum Nebenwirkungen.

Komplikationen bei einem operativen Eingriff beim Morbus Dupuytren


Welche Risiken können bei einer OP des Morbus Dupuytren auftreten?

Bei einem operativen Eingriff beim Morbus Dupuytren kann es zu Komplikationen während der Operation kommen. Die Hauptproblematik stellt dabei die Verletzung von Nerven oder Gefäßen dar, die das wuchernde Bindegewebe umscheidet und so sorgfältig freigelegt werden müssen. Die Verletzungsgefahr ist bei der Operation durch einen erfahrenen Handchirurgen niedrig, da der Handchirurg die Operation unter Vergrößerung mit Hilfe einer Lupe oder auch Mikroskop durchführt, um auch die feinsten Strukturen zu sehen. Auch kann ein Nerv oder Gefäß, falls es doch einmal verletzt werden sollte, wieder hergestellt werden. Weitere Komplikationen, die auftreten können, sind allgemeine Operationsrisiken wie Wundheilungsstörungen, Hämatome, Infektionen, gestörte Durchblutung der Finger oder an Hautlappen, Schwellungen, Narbenverhärtungen sowie Lymphstau. In seltenen Fällen kann ein komplexes Schmerzsyndrom (CPRS, Morbus Sudeck) auftreten.

Morbus Dupuytren. Nachbehandlung


Wie sieht es nach der Operation eines Morbus Dupuytrens aus?

Die Ergebnisse nach der operativen Behandlung hängen von verschiedenen Faktoren ab. Dabei spielt nicht nur die richtige Nachbehandlung eine wichtige Rolle, sondern auch die Mitarbeit des Patienten. Wir empfehlen daher, die Nachbehandlung von einem erfahrenen Handtherapeuten durchführen zu lassen. Außerdem sind während der Heilungsphase regelmäßige Kontrollen durch den behandelnden Arzt wichtig.

Aktive Mitarbeit des Patienten ist wichtig

Im Anschluss an die Operation eines Morbus Dupuytren bekommt der Patient eine maßgefertigte Ergoschiene angepasst, um eine optimale Ruhigstellung der Hand zu gewährleisten. In den ersten 2 Wochen muss die Schiene Tag und Nacht getragen werden. Danach empfehlen wir, die Schiene für weitere 6 Monate nachts zu tragen. Bereits ein oder zwei Tage nach der Operation wird die Schiene zu Übungszwecken abgenommen, damit der Patient so früh wie möglich eigenständig seine Finger bewegen kann. Diese regelmäßigen Bewegungsübungen muss er auch zuhause weiter durchführen.

Narbenbehandlung

Es ist ferner zu beachten, dass die Operationsnarben lange Zeit noch sehr verhärtet sein können. Für die Narbenbildung ist es wichtig, dass die Narben rechtzeitig mit fetthaltigen Salben, Cremes oder Silikonauflagen gepflegt werden. Dadurch bleiben sie geschmeidig, wodurch ein zu starker Zug durch die Narben vermieden wird.

Rehabilitation nach der OP eines Morbus Dupuytren

Etwa drei Wochen nach dem Eingriff, kann der Patient alle täglichen Verrichtungen wieder aufnehmen. Autofahren ist schon nach 2 Wochen wieder möglich. Die Arbeitsunfähigkeit beträgt zwei bis sechs Wochen, je nachdem wie die Heilung verläuft und wie die Hand wieder belastbar ist; für leichtere Arbeiten auch weniger.

Nachsorge nach Hand-OPs

Operationen an der Hand verfolgen das Ziel, die Handfunktion möglichst optimal wiederherzustellen.

Kann ein Morbus Dupuytren wiederkommen?

Prinzipiell kann es nach der Operation eines Morbus Dupuytren zu einem Rezidiv kommen. Bei jungen Leuten ist die Rezidivrate hoch, sie sinkt jedoch mit dem Alter des Patienten. Auch die stadiengerechte operative Technik und darauf abgestimmte Nachbehandlung mit Vermeidung von postoperativen Blutergüssen und erheblicher Narbenbildung wirkt sich günstig auf die Vermeidung von Rezidiven aus.

Fachliche Betreuung

Lukas

Der Beitrag wird betreut durch

Dr. med. Bernhard Lukas