Morbus Dupuytren. Definition

Was versteht man unter einem Morbus Dupuytren?

Mediziner zählen den Morbus Dupuytren zu den fibromatösen Erkrankungen. Darunter versteht man krankhafte Veränderungen des Bindegewebes, welche nicht nur an den Händen, sondern auch an anderen Teilen des Körpers auftreten können. Nerven und Sehnen der Hand sind von einem festen Bindegewebe (Palmaraponeurose) das direkt unter der Haut liegt geschützt. Das Krankheitsbild Morbus Dupuytren ist geprägt von einer krankhaften Veränderung dieser Bindegewebsschicht: Es kommt zu einer vermehrten Bildung von knotigem und strangförmigem Bindegewebe in der Handfläche und an den Fingern. Die Knoten und Stränge sind unter der Haut tastbar. Dieses strangförmige (fibromatöse) Gewebe kann sich weiter verdicken und zusammenziehen, wodurch sich die betroffenen Finger im weiteren Verlauf der Erkrankung in eine Beugestellung zur Handinnenfläche verkrümmen. Ihre Bewegung ist beeinträchtigt und sie können nicht mehr vollständig gestreckt werden (Streckhemmung oder Beugekontraktur).

Namensgeber war der Chirurg Guillaume Dupuytren.

Benannt wurde sie nach dem französischen Chirurgen Baron Guillaume Dupuytren, der die Erkrankung 1832 erstmals beschrieb. Er erkannte, dass nicht die Beugesehne, sondern die oberhalb der Beugesehne gelegene Bindegewebsschicht erkrankt ist. Der häufig verwendete Begriff „Beugesehnenverkrümmung“ ist deshalb nicht korrekt, da sich die Finger nicht verkrümmen, weil die Beugesehnen sich verkürzen, sondern weil die Wucherungen des Bindegewebes die Bewegung der Finger blockieren.

Wie häufig ist der Morbus Dupuytren?

Der Morbus Dupuytren tritt überwiegend im Norden Europas, seltener in Südeuropa auf. Es findet sich eine zunehmende Häufung ab dem 50. Lebensjahr, Männer sind 5-Mal häufiger betroffen. In Deutschland schätzt man die Zahl der Betroffenen zwischen 1,3 und 1,9 Millionen. Es besteht sicher eine erbliche Komponente, da in bestimmten Familien der Morbus Dupuytren gehäuft auftritt. In 70-80% der Fälle sind beide Hände betroffen.

Gibt es ähnliche Erkrankungen auch in anderen Körperregionen?

Unter den Fußsohlen ist eine fibromatöse Erkrankung bekannt, die als Morbus Ledderhose beschrieben wird. Hier kommt es ebenfalls in der derben Bindegewebsschicht zur knotigen Veränderungen, die dann zu erheblichen Beeinträchtigungen beim Gehen und im Schuhwerk führen können. Ebenso können Verhärtungen im Penis, bezeichnet als Induratio penis plastica (IPP) auftreten. Es ist beschrieben, dass 20-30% der von der IPP betroffenen Männer gleichzeitig auch einen Morbus Dupuytren aufweisen.

Fachliche Betreuung

Lukas

Der Beitrag wird betreut durch

Dr. med. Bernhard Lukas