Mittelfußbruch | Neue Laufschuh-Modelle für natürliches Laufen.

Sportschuhe mit Spezialeffekten.

Die Laufschuh-Hersteller werben mit Schuhen mit besonderen Effekten.

Die Laufschuh-Hersteller werben mit Schuhen mit besonderen Effekten.

Im Sport wirken sich unterschiedliche Bewegungsabläufe auf die Füße aus und damit auch auf die Wahl der Sportschuhe. Die Modelle der Hersteller werden daher immer ausgefeilter und sollen bei Sportlern bestimmte Effekte wie Barfußgefühle oder eine aufrechte Körperhaltung erzielen. Prof. Markus Walther rät, die Füße behutsam an die neuen Schuhe heranzuführen.

Zu viel Dämpfung ist schädlich für den Fuß.

Die These "Je mehr Dämpfung, desto besser der Laufschuh" gilt in der Sportschuhindustrie inzwischen als überholt. Noch in den siebziger Jahren wurde aus Tierversuchen mit Schafen abgeleitet, dass langes Laufen auf hartem Untergrund bei Menschen Arthrose verursachen würde. Das wiederum führte zum Einbau extremer Dämpfungen in Sportschuhen. Die Beschwerden der Läufer wurden dadurch aber nicht weniger, nur anders, zum Beispiel im Bereich Achillessehne.

Die Dämpfung ist in den Hintergrund getreten.

Durch eine breite Fersenpartie wird der Fuß mit einer zu hohen Kraft in die Pronation gedrückt.

Durch eine breite Fersenpartie wird der Fuß mit einer zu hohen Kraft in die Pronation gedrückt.

Da Menschen über viele Jahrtausende barfuß in der Steppe unterwegs waren und viel liefen, habe sich der Fuß an diese Belastungen längst angepasst. Die von der Industrie hergestellten Sportschuhe zielen daher heute darauf ab, die Differenz zwischen dem Naturboden und dem härteren Teer oder Beton auszugleichen. Während früher der Fuß innen gestützt wurde, sind die derzeitigen Laufschuhe so konzipiert, um Druck vom Fußaußenrand her in Richtung Pronation, dem nach innen Knicken des Fußes, möglichst gar nicht erst entstehen zu lassen. Denn nicht die maximale Pronation stellt das Problem dar sondern die Kraft, mit der der Fuß beim Aufsetzen der Ferse in die Pronation gedrückt wird. Diese Kraft kann, je nach Konstruktion des Sportschuhs, doppelt so hoch sein wie beim Barfußlaufen. Aufgrund dieser Erkenntnis werden weit ausladende Fersenpartien inzwischen kritisch gesehen. Auch Laufschuhabsätze, die höher als 2cm sind, besitzen schon eine zu hohe Dämpfung.

Laufanalysen für Sportler mit orthopädischen Problemen.

Wenn ein Laufschuh gut passt, setzen Sportler ihre körpereigenen Dämpfsysteme automatisch optimal ein. Prof. Walther empfiehlt beim Kauf darauf zu achten, dass die Schuhe groß genug sind und vorne mindestens einen Daumenbreit Platz bieten: Ein gesunder Fuß kommt mit moderater Dämpfung im Normalfall gut zurecht. Läufer, die in normalen Schuhen Einlagen benötigen, sollten auf neutrale Laufschuhe mit Einlagen zurückgreifen. Vor allem für Sportler mit orthopädischen Beeinträchtigungen können computergestützte Laufanalysen hilfreich sein. Mit diesen Systemen ist eine optimale Abstimmung von Sportschuh und Einlage auf den Sportler möglich.

Wer benötigt eine ausreichende Dämpfung?

Mehr Dämpfung und Stabilisierung benötigen

  • untrainierte Übergewichtige
  • Menschen, die Schmerzen bei einer Überpronation haben
  • Läufer, die längere Distanzen laufen
  • Menschen, die an Verletzungen oder Beschwerden leiden, die das körpereigene Dämpfungssystem beeinträchtigen

Spezialschuhe ermöglichen gezielte Trainingseffekte.

Der Reebock EasyTone trainiert durch seine Sohlenkonstruktion die Gesäß- und Wadenmuskulatur.

Der Reebock EasyTone trainiert durch seine Sohlenkonstruktion die Gesäß- und Wadenmuskulatur.

Hersteller von Spezialschuhen werben vor allem damit, bei Sportlern gezielte Trainingseffekte zu vermitteln oder ein Barfußgefühl zu erzeugen. Tatsächlich werden durch bestimmte Sohlenkonstruktionen unterschiedliche Muskelgruppen angesprochen. Ein Beispiel seien Schuhe mit abgerundeter Sohle (z.B. MBT, Skechers, Reebock EasyTone) welche die Gefäß- und Wadenmuskulatur anspannen. Durch die in Laufrichtung abgerundete Sohlenform mit einem eingefügten Fersenweichteil und eine zugleich harte, stabile Sohle werden die Unterschenkelmuskulatur sowie Oberschenkel- und Pomuskeln stark beansprucht und die Wadenmuskulatur gedehnt.

Schuhe mit Barfußgefühl-Effekten helfen gegen Fußkrämpfe.

Der Nike Free soll durch seine Sohlenkonstruktion ein Barfußgefühl erzeugen.

Der Nike Free soll durch seine Sohlenkonstruktion ein Barfußgefühl erzeugen.

Sportschuhe, die ein Barfußgefühl hervorrufen, lassen stützende Elemente bewusst weg. Diese Schuhe zeichnen sich durch eine sehr flexible Sohlenkonstruktion aus, wie z.B. der Nike Free. Sportler trainieren so ihre kleinen Fußmuskeln und tragen damit zur aktiven Stabilisierung des Fußes bei. Das kann zum Beispiel gegen Krämpfe in den Füßen helfen, die entstehen, wenn diese Muskeln verkümmern. Es dient auch dem Ausgleich, wenn viele Stunden des Tages weniger vorteilhafte Schuhe getragen werden müssen. Wichtig sei, solche speziellen Sportschuhe zu Beginn nur eine Viertelstunde zu tragen und die Zeiten allmählich zu steigern. Wer den Fuß behutsam an die Beanspruchung heranführt, verringert sich das Verletzungsrisiko erheblich.

Fachliche Betreuung

Walther

Der Beitrag wird betreut durch

Prof. Dr. med. Markus Walther