Knorpelschaden am oberen Sprunggelenk. Diagnostik, Therapie & OP

So wird ein Knorpelschaden festgestellt und behandelt.

Ein Knorpelschaden am Sprunggelenk führt nicht zwangsläufig zur Arthrose. Lösen sich jedoch Knorpelstücke, ist eine OP notwendig.

Ein Knorpelschaden am Sprunggelenk führt nicht zwangsläufig zur Arthrose. Lösen sich jedoch Knorpelstücke, ist eine OP notwendig.

Die gute Nachricht: Selbst wenn im Knorpel oder Knochen des Sprunggelenks Verletzungen diagnostiziert werden ( eine sogenannte osteochondrale Läsion), besteht nach derzeitigem wissenschaftlichem Stand kein erhöhtes Risiko für eine spätere Arthrose. Die schlechte: Dies gilt nur, solange sich keine Knorpelstücke aus der Oberfläche lösen. Und diese können nur durch eine OP entfernt werden.

Haben sie als Patient trotz der Diagnose „Knorpelschaden im Sprunggelenk“ aktuell keine Beschwerden oder gar Schmerzen, besteht aus ärztlicher Sicht allerdings auch kein zwingender Grund für eine Operation. Dann gilt es, den Knorpel weiter zu beobachten und zu reagieren, sobald Probleme auftreten. Denn Ziel einer operativen Therapie ist grundsätzlich die Schmerzlinderung.

Die Schön Klinik ist seit vielen Jahren auf die Versorgung von Knorpelschäden am Sprunggelenk spezialisiert und bietet Ihnen dabei das gesamte medizinische Behandlungsspektrum an - von der Sprunggelenk-Operation bis zur Rehabilitation.

 

Knorpelschaden im Sprunggelenk. Diagnostik, Behandlung & OP.

Diagnostik. So wird ein Knorpelschaden festegestellt

Fuß-Sprechstunde: Mehrere Verfahren sichern Diagnose ab.

In den extra eingerichteten Fuß-Sprechstunden unserer spezialisierten Kliniken bekommen unsere Ärzte in einem ersten Patientengespräch bereits durch gezielte Fragen erste Hinweise auf eine mögliche Knorpelschädigung (osteochondrale Läsion). Bei einer anschließenden Untersuchung werden die Fußform, das Bewegungsausmaß des Sprunggelenks, die Stabilität des Bandapparates und die Druckschmerzhaftigkeit beurteilt. Zudem werden Röntgenaufnahmen des Sprunggelenks und manchmal auch des Fußes im Stehen angefertigt. So ist es möglich, den Knochen und die Gelenkstellungen unter Belastung genauer zu beurteilen.

 

Kernspintomographie macht die Durchblutung sichtbar.

Auf dem MRT-Bild können Knorpelschäden im Sprunggelenk sichtbar gemacht werden.

Auf dem MRT-Bild können Knorpelschäden im Sprunggelenk sichtbar gemacht werden.

Zur exakten Lokalisation und um genau abzuschätzen, wie weit der Knorpelschaden fortgeschritten ist, ist in den meisten Fällen eine Kernspintomographie (MRT) des Rückfußes notwendig. Hierbei bekommen sie als Patienten vor dem MRT ein Kontrastmittel verabreicht.

Mit Hilfe dieser Aufnahmen kann ihr behandelnder Arzt dann die Durchblutung des umliegenden Knochens beurteilen. Sollten große Knochendefekte vorhanden sein, wird in Einzelfällen zur weiteren Diagnostik noch zusätzlich eine Computertomographie (CT) zur Sicherung der Ergebnisse angefertigt.

 

Therapie. Behandlung von Knorpelschaden durch Operation

Lose Knorpelteile werden in einer OP entfernt.

Kleinere Knorpelverletzungen können in der Regel arthroskopisch, durch eine Gelenkspiegelung operiert werden.

Kleinere Knorpelverletzungen können in der Regel arthroskopisch, durch eine Gelenkspiegelung operiert werden.

Kleinere Knorpelverletzungen mit einem Durchmesser bis zu etwa einem Zentimeter können in der Regel arthroskopisch, also minimal-invasiv durch eine Gelenkspiegelung operiert werden. Hierbei werden zuerst die losen Knorpelteile vom Operateur entfernt. Anschließend wird der darunterliegende Knochen angebohrt, um das Wachstum neuer Stammzellen anzuregen. So besteht die Möglichkeit, dass der Körper nach der Operation im Gelenk Ersatzknorpel bildet.

Verschiedene Studien sowie unsere eigenen Auswertungen haben gezeigt, dass sich 80 bis 95 Prozent unserer Patienten, die mit dieser Operation behandelt wurden, auch nach fünf Jahren noch deutlich besser fühlen. Sie haben weniger bis keine Schmerzen mehr im Sprunggelenk.

 

Kniegelenkknorpel wird ins Sprunggelenk verpflanzt.

Bei größeren Verletzungen des Knorpels im Sprunggelenk, stehen weitere Operationsverfahren zur Verfügung. Dies gilt ebenfalls für den Fall, wenn sich nach einer Gelenkspiegelung auch durch die Anregung des Gelenkknochens kein neuer Knorpel gebildet hat.

In diesem Fall können unsere Spezialisten in einer größeren Operation körpereigenen Gelenkknorpel aus einem anderen Gelenk in das verletzte Sprunggelenk verpflanzen. So wird z.B. Knorpel aus dem Kniegelenk entnommen, um ab sofort als Gleitschicht im Sprunggelenk zu dienen.

 

Einbau von Membranen regt Knorpelneubildung an.

Die Alternative zur Verpflanzung von Kniegelenksknorpel in das lädierte Sprunggelenk ist der Einbau von speziellen Membranen. Diese hightech-Membranen fördern und unterstützen die Neubildung von Knorpel im Gelenk. Wie das funktioniert? Die schwammartige Kollagenmembran bindet die Stammzellen aus dem Knochenmark an der Stelle, an der neuer Knorpel benötigt wird. So hat der Körper wieder die Chance, neuen Knorpel wachsen zu lassen.

Bei der Operation wird das Gelenk über einen kleinen Schnitt eröffnet, der geschädigte Knorpel entfernt und die Knorpel- und Knochenränder geglättet. In den dann freiliegenden Knochen bohrt der Chirurg mehrere kleine Löcher, so dass Stammzellen aus dem Knochenmark austreten können. Die künstliche Membran wird seit über zehn Jahren erfolgreich an verschiedenen Gelenkregionen bei der Therapie von Knorpelschäden eingesetzt. Die bisher vorliegenden wissenschaftlichen Daten zeigen, dass durch dieses Vorgehen die Knorpelregeneration deutlich unterstützt werden kann.

 

Gewebekleber fixiert Kollagenmembran.

Ist durch eine Zyste im Knochen eine Lücke entstandenen, wird diese Stelle im Rahmen einer OP mit körpereigenen Knochen oder Knochenspänen vom Fersenbein, Schienbeinkopf oder Beckenkamm aufgefüllt. Sie können sich dieses operative Vorgehen so vorstellen, wie in etwa die Behandlung beim Zahnarzt: Auch er schließt das Loch im Zahn durch eine Füllung.

Anschließend wird die bereits erwähnte Kollagenmembran nach passgenauem Zuschneiden mit Gewebekleber (Fibrinkleber) fixiert. Auf diese Weise können sich die austretenden Stammzellen auf der Kollagenmembran gleichmäßig verteilen und sich zu einem Ersatzknorpelgewebe umbauen.

 

Gelenkersatz: Künstliches Sprunggelenk.

Mit Hilfe eines künstlichen Sprunggelenks kann die Beweglichkeit erhalten bleiben.

Mit Hilfe eines künstlichen Sprunggelenks kann die Beweglichkeit erhalten bleiben.

Ähnlich wie beim Knie und Hüftgelenk besteht auch inzwischen die Möglichkeit, das obere Sprunggelenk während einer Operation durch ein künstliches zu ersetzen. So kann die Beweglichkeit im Sprunggelenk erhalten bleiben. Selbst nach 10 Jahren sind zwischen 85 bis 90 Prozent der eingesetzten Prothesen noch intakt. Eine Lockerung des künstlichen Sprunggelenks ist nicht unbedingt problematisch: In vielen Fällen kann es noch einmal gegen ein neues ersetzt werden. Ist dies nicht möglich, wird das Sprunggelenk in einer OP versteift – was ansonsten die Alternative zur Prothese gewesen wäre.

 

Versteifung des Sprunggelenks (Arthrodese).

Bei der Versteifung des Sprunggelenks wird der zerstörte Knorpel aus dem Gelenk entfernt und das Sprungbein mit dem Schienbein verschraubt.

Bei der Versteifung des Sprunggelenks wird der zerstörte Knorpel aus dem Gelenk entfernt und das Sprungbein mit dem Schienbein verschraubt.

Sind weder OP noch künstliches Gelenk eine Alternative, wird das Sprunggelenk versteift. Dazu werden der zerstörte Knorpel aus dem Gelenk entfernt und das Sprungbein mit dem Schienbein fest verschraubt. Es dauert zwischen 6 bis 12 Wochen, bis beide Knochen stabil zusammengewachsen sind. Der Vorteil hierbei: Der Fuß kann wieder nahezu unbegrenzt belastet werden. Gerade jüngere, aktive Patienten laufen damit nicht Gefahr, dass sich ihre Prothese lockert und ist daher dieser Patientengruppe zu empfehlen.

Allerdings verändert die Versteifung des Sprunggelenks sichtbar das Gangbild. Langzeitanalysen haben zudem gezeigt, dass die fehlende Beweglichkeit am Sprunggelenk zu einer deutlichen Mehrbelastung von Knie, Hüfte, Wirbelsäule und Mittelfuß führt. In einer Studie fanden sich 10 Jahre nach der Versteifung des Sprunggelenks in fast 80 Prozent der Patienten mehr oder weniger stark ausgeprägte Überlastungsreaktionen in diesen Gelenken.

 

Rehabilitation. Reha nach Knorpelschaden-OP

Wer sich bewegt, ist schneller wieder gut zu Fuß.

Nach der Entlastungsphase muss das Sprunggelenk wieder stabilisiert und die Muskulatur gekräftigt werden.

Nach der Entlastungsphase muss das Sprunggelenk wieder stabilisiert und die Muskulatur gekräftigt werden.

Für viele unserer Patienten beginnt nach der Operation ein neuer Lebensabschnitt. Schmerzfreie Bewegung und Vollbelastung des Gelenks ist das Ziel, auf das es sich zu konzentrieren gilt. Bevor der Knorpelschaden aber in Vergessenheit geraten kann, ist noch einige Wochen Geduld gefragt.

Zunächst muss das operierte Bein für mindestens sechs Wochen entlastet werden. Im Anschluss erfolgt ein schrittweiser Belastungsaufbau über weitere vier bis sechs Wochen. Eine Aufgabe, der sich vor allem unsere Physiotherapeuten annehmen. Denn vor allem krankengymnastische Übungen unterstützen den schnellen Genesungsprozess.

 

Individuelles Rehabilitations-Konzept bei Knorpelschaden.

In der Schön Klinik ist es unser Anspruch, ein Behandlungskonzept aus verschiedenen Bausteinen individuell für jeden Patienten zusammenzustellen – immer nach den Maßgaben des operierenden Arztes. „Die Therapiemaßnahmen werden von den Stationsärzten bei der Visite mit dem Patienten besprochen und je nach Fortschritt angepasst“, erklärt Professor Dr. Markus Walther, Chefarzt der Fuß- und Sprunggelenkchirurgie das Vorgehen. Und bereits am Tag nach der OP beginnt die Nachbehandlung mit dem ersten Schritt aus dem Bett. 

 

Zunächst passive, dann aktive Mobilisierungsphase.

Regelmäßige Bewegung des Gelenks ohne Belastung steigert die Heilungsrate deutlich: Die Produktion der Gelenkflüssigkeit steigert sich und aus dieser können sich bestehende wie neu gebildete Knorpelzellen ernähren. Wer sein Gelenk also nach der Operation ohne die Belastung des eigenen Körpergewichts bewegt, kümmert sich aktiv um das Wachstum neuen Knorpels.

Hierfür nutzen wir in der Schön Klinik eine Motorschiene. Hiermit wird das Sprunggelenk mehrmals täglich unbelastet bewegt (CPM = Continous Massive Motion). Schritt für Schritt folgen dann im weiteren Verlauf erste aktive Gehübungen und Physiotherapie.

 

Knorpelschäden Sprunggelenk

Sportverletzungen oder Umknicken sind häufige Ursachen für Knorpeldefekte und Beweglichkeitseinschränkungen.

Knorpelschaden im Fuß

Spezialisierte Kliniken

Die Schön Klinik hat sich auf die Behandlung von Knorpelschäden am Sprunggelenk spezialisiert. Finden Sie die passende Klinik in Ihrer Nähe.

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