Hallux valgus. Therapie & Rehabilitation
Konservative Möglichkeiten lindern Beschwerden.
Weniger Schmerz auch ohne Operation? Das kann durchaus durch eine konservative Behandlung erreicht werden. Jedoch können nur die Beschwerden gelindert oder das Fortschreiten der Fehlstellung im besten Fall verhindert werden – eine Korrektur des Hallux valgus kann nur durch eine Operation erreicht werden. In den meisten Fällen nimmt auch trotz konservativer Behandlung die Fehlstellung langsam weiter zu.
Zur akuten Linderung von Schmerzen und Entzündungen im Fuß eignen sich konservative Maßnahmen aber durchaus.
Diese können umfassen:
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Wahl eines weiten und weichen Schuhs.
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Physiotherapie zur Kräftigung der Fußmuskulatur.
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Schuheinlagen mit Abstützung des Längsgewölbes und der Mittelfußknochen des Fußes.
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Sensomotorische Einlagen zur Kräftigung der Fußmuskulatur.
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Hallux valgus-Schienen mit und ohne Gelenk.
Nachhaltiger Behandlungserfolg nur durch Operation möglich.
Fehlstellungen der Großzehe sind der häufigste Grund für eine Operationen am Fuß. Denn nachhaltige Erfolge erzielen Patienten mit Hallux valgus nicht mit konservativen Behandlungsmöglichkeiten. Eine Operation ist gerade im fortgeschrittenen Stadium anzuraten, jedoch am besten so früh wie möglich. In der Schön Klinik orientieren wir uns zur Wahl der richtigen Operationsmethode an der knöchernen Fehlstellung. Entsprechend werden die Röntgenaufnahmen analysiert und anhand dieser das operative Vorgehen geplant.
Professor Markus Walther, Chefarzt der Fußchirurgie der Schön Klinik München Harlaching erklärt: „Je stärker die Fehlstellung, desto körpernäher wird die Korrektur durchgeführt. Das bedeutet: Eine leichte Fehlstellung kann durch eine Knochenkorrektur im vorderen Schaftbereich des Zehs durchgeführt werden. Hier ist der Knochen sehr fein und muss nur gering verstärkt werden.“ Eine schwere Fehlstellung der Großzehe muss bereits am größeren Mittelfußknochen vorgenommen werden – ein etwas größerer Eingriff.
Operative Vorgehensweise bei leichter Fehlstellung.
Geeignet bei geringen Fehlstellungen: Die Scarf-Osteotomie. Die Korrektur wird im Schaftbereich des Fußes vorgenommen.
Bei milden Fehlstellungen wird gelenknah korrigiert (Scarf-Osteotomie). Durch einen V-oder L-förmigen Schnitt wird der 1. Mittelfußknochen durchtrennt und dann in die gewünschte Stellung zurückgeschoben. Anschließend wird der Knochen in seiner korrekten Stellung mit einem Draht oder einer Schraube fixiert. Überstehender Knochen wird abgetragen und die Gelenkkapsel gerafft. Durchschnittlich wird der erste Mittelfußknochen bei dieser Operation um einen Winkel von 9 Grad korrigiert.
Operative Vorgehensweise bei schwerer Fehlstellung.
Methode der Wahl bei schweren Fehlstellungen: Die Basis-Osteotomie. Die Korrektur wird körpernäher, am Mittelfuß vorgenommen.
Bei schweren Fehlstellungen der Großzehe wird die Korrektur weiter in Richtung Mittelfuß verschoben (Basis-Osteotomie). Mit dieser Technik können auch starke Fehlstellungen dauerhaft korrigiert werden. Ein Knick innerhalb der Großzehe lässt sich durch die Entnahme eines kleinen Knochenkeils beheben (Akin-Osteotomie). Diese wird in über der Hälfte der Fälle in Kombination mit einem der anderen Eingriffe durchgeführt.
Ist das erste Mittelfußgelenk durch eine Arthrose oder Instabilität in Mitleidenschaft gezogen, wird die Fehlstellung der großen Zehe durch eine Korrektur innerhalb des Gelenks behoben. Das Mittelfußgelenk spielt beim Abrollen des Fußes und auch bei der Bewegung der Zehen keine Rolle – die Beweglichkeit an Sprunggelenk und Zehen wird durch den Eingriff deshalb nicht negativ beeinflusst.
Heilungsprozess nach einer Hallux valgus-OP.
Ergebnis einige Wochen nach der erfolgten Operation.
Sechs bis acht Wochen braucht der Knochen nach der OP zur vollständigen Regenerierung und Stabilisation. Damit in diesem Heilungsprozess nicht durch vorzeitige Belastung eine neue Fehlstellung entsteht, muss der Fuß vor einer zu starken mechanischen Belastung geschützt werden. Unsere Patienten tragen deshalb einen sogenannten Vorfußentlastungsschuh. Hierbei kann der Fuß über die Ferse voll belastet werden, der operierte Vorfuß wird geschont. Bei Basis-Osteotomien oder bei Operationen am Mittelfußgelenk ist je nach Knochenstabilität teilweise eine Phase mit Teilbelastung, manchmal auch die Verwendung eines Unterschenkel-Walkers sinnvoll – einem umfassenderen Schutz.
Sobald die OP-Wunde gut verheilt ist, kann mit der Physiotherapie begonnen werden. „Da der Fuß nach der Abnahme des Vorfußentlastungsschuhs häufig noch angeschwollen ist oder bei Belastung anschwillt“, so Prof. Markus Walther, „empfehlen wir unseren Patienten in den ersten Wochen nach der OP weiche, breite und bequeme Schuhe.“ Erfahrungsgemäß können wieder alle Schuhmodelle nach 3 Monaten getragen werden.
Sportfähigkeit erst wieder nach sechs Monaten erreicht.
Bis zur vollständigen Regeneration können bis zu sechs Monate vergehen. Erst dann kann wieder uneingeschränkt Sport getrieben werden.
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