Bänderriss am Sprunggelenk.
Diagnostik, Therapie & OP

Nicht jede Bandverletzung bedarf einer operativen Behandlung.

Die Art der Behandlung hängt vom Ausmaß der Verletzung und der Stabilität des Sprunggelenks ab.

Die Art der Behandlung hängt vom Ausmaß der Verletzung und der Stabilität des Sprunggelenks ab.

Um nach einem Bänderriss am Sprunggelenk gleich die richtige Therapie einleiten zu können, ist nach den Akutmaßnahmen wie Kühlen oder Hochlagern zunächst eine gründliche Diagnostik des verletzten Fußes notwendig.

Wie ist der Bänderriss entstanden, welche Bandanteile sind betroffen und wie steht es um die Stabilität des Gelenks? Nachdem der Schaden an den Bändern festgestellt wurde, kann dann die geeignete Behandlung eingeleitet werden. Doch nicht immer bedarf es dabei einer operativen Versorgung: In vielen Fällen kann ein Bänderriss am Sprunggelenk auch konservativ gut therapiert werden.

Wir zeigen Ihnen, wie eine Bandverletzung diagnostiziert wird und welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt.

 

Diagnostik, Therapie, Behandlung & OP bei Bänderriss am Fuß.

Diagnostik. Untersuchung bei Bänderriss am Sprunggelenk

Wichtig bei der Untersuchung: Wie ist der Unfall passiert?

Bei einem gerissenen Außenband verliert das Sprunggelenk seine Stabilität - der Fuß lässt sich seitlich aufklappen.

Bei einem gerissenen Außenband verliert das Sprunggelenk seine Stabilität - der Fuß lässt sich seitlich aufklappen.

 

Das wichtigste Element der Diagnosesicherung ist das Erfragen des Unfall-Mechanismus und die genaue Untersuchung des Sprunggelenkes. Anhand dessen kann der Arzt schon Rückschlüsse auf die Art und das Ausmaß der Verletzung ziehen. Geschwollene Gelenke, Bluterguss und ein Druckschmerz im Bereich des Bandes deuten auf einen Bänderriss hin. Zusätzlich führt der Arzt einen Stabilitäts- und Funktionalitätstest durch. Dabei kippt er zum Beispiel den hinteren Teil des Fußes nach innen. Kann man den Fuß aufklappen, deutet das auf einen Außenbandriss hin.

 

Röntgenbilder geben Aufschluss über das Verletzungsausmaß.

Erweiternd ist häufig eine Röntgenuntersuchung zum Ausschluss von knöchernen Verletzungen notwendig. Obwohl auf einem Röntgenbild nur knöcherne Strukturen abgebildet sind, können indirekte Zeichen wie z.B. die Knochenstellung, einen Hinweis auf Verletzungen nicht knöcherner Gelenkanteile geben.

 

Nach einigen Tagen erfolgt ein Kontrolltermin.

Da eine umfassende Untersuchung des Sprunggelenkes nach dem Unfall schmerzbedingt nur eingeschränkt möglich ist, wird häufig ein erneuter Kontrolltermin nach einigen Tagen vereinbart. Meist sind zu diesem Zeitpunkt die Schmerzen deutlich geringer, was eine gezielte Untersuchung ermöglicht. In diesem Fall wird das Sprunggelenk zwischenzeitlich in einer Schiene ruhiggestellt und das Gelenk mittels Unterarmgehstützen entlastet.  

In einigen Fällen wird für gezielte Fragestellungen eine MRT-Untersuchung durchgeführt. Im Gegensatz zur Röntgendiagnostik lassen sich dabei besonders Weichteil- und Knorpelverletzungen gut darstellen.

 

Therapie. Konservative Behandlung & OP bei Bänderriss

Erstversorgung mit der PECH-Regel.

Knickt man mit dem Fuß um, sollte man sofort die PECH-Regel befolgen:

  • Pause
  • Eis
  • Compression
  • Hochlagern

Danach sollte der Arzt aufgesucht werden, um abzuklären, welche Verletzung vorliegt und wie schwer sie ist. Am häufigsten ist der Außenbandkomplex des Sprunggelenks von einer Verletzung betroffen. Hier muss nur in Ausnahmefällen eine operative Bandrekonstruktion durchgeführt werden. Meistens handelt es sich bei dieser Verletzung um einen einzelnen Riss des vorderen Bandanteils, während die restlichen Außenbandanteile weiter stabil sind.

Klinische Studien haben hier keine Überlegenheit operativer Verfahren gegenüber der konservativen Therapie nachweisen können. Nur bei einem seltenen vollständigen Riss aller Bandanteile, aus der eine Instabilität resultiert und bei Hochleistungssportlern ist eine operative Therapie zu erwägen.

 

Behandlung des Außenbandrisses mit einer Sprunggelenksschiene.

Ein Außenbandriss wird häufig mit einer Schiene behandelt.

Ein Außenbandriss wird häufig mit einer Schiene behandelt.

Zuerst erfolgt eine Stabilisierung des Gelenks in einer Sprunggelenksschiene über sechs Wochen. Der Fuß kann sogar voll belastet werden, wenn keine Schmerzen auftreten. Sonst gilt die Regel, nur so weit zu belasten, dass keine Schmerzen im Fuß auftreten und der Fuß nicht mit einer vermehrten Schwellung reagiert. In den ersten Wochen können Schmerzmedikamente verabreicht werden. Eine Thromboseprophylaxe ist nicht notwendig. Durch die Sprunggelenksschiene wird ein erneutes Umknicken vermieden und die verletzten Bandanteile können so stabil ausheilen.

 

Operation nur dann, wenn eine Instabilität zurückbleibt.

Physiotherapie ist für die muskuläre Gelenkführung und für die Koordination wichtig. Allerdings bleibt in bis zu 20% der Fälle nach drei Monaten trotz intensiver Physiotherapie eine Instabilität des Gelenks zurück. Dann sollte eine nochmalige ausführliche Untersuchung der möglichen Ursachen erfolgen. Bestätigt sich die Diagnose, dass das Außenband nicht ausreichend stabil ist, ist neben einer Ausweitung der konservativen Therapie eine operative Kürzung oder Rekonstruktion möglich.

Im Fall einer operativen Therapie muss das Sprunggelenk für sechs Wochen in einem Spezialschuh ruhiggestellt werden. In den ersten beiden Wochen muss das operierte Bein mittels Unterarmgehstützen entlastet werden. Eine medikamentöse Thromboseprophylaxe ist bis zur Vollbelastung in einem Konfektionsschuh notwendig.

 

Operative Therapie bei Syndesmose- & Innenbandrissen.

Im Gegensatz zu Außenbandrissen wird bei den selteneren Innenbandrissen sowie bei Syndesmosenrissen ein operatives Vorgehen empfohlen. Wird eine Instabilität verspätet operiert, sind die Ergebnisse schlechter, als wenn man eine sofortige Operation durchgeführt hätte. Die Nachbehandlung der Innenbandrisse entspricht in etwa dem der operativ versorgten Außenbandrisse.

Bei Syndesmosenrissen wird die Sprunggelenksgabel im Rahmen einer OP mit einer Schraube bis zur Bandausheilung fixiert. Um ein Brechen der Schraube zu vermeiden, ist in den ersten sechs Wochen nur eine Teilbelastung möglich. Nach 6 Wochen wird die Schraube in einem ambulanten Eingriff entfernt. Danach kann in der Physiotherapie mit der Belastungs- und Beweglichkeitssteigerung begonnen werden.

 

Lassen Sie Ihrem Fuß Zeit für die Heilung.

Durch den Einsatz von Unterarmgehstützen kann der Fuß entlastet und dadurch der Heilungsprozess beschleunigt werden.

Durch den Einsatz von Unterarmgehstützen kann der Fuß entlastet und dadurch der Heilungsprozess beschleunigt werden.

In den meisten Fällen heilen die Bandverletzungen des Sprunggelenkes komplikationslos aus. Nachdem die Diagnose klar gestellt und andere Verletzungen ausgeschlossen wurden, muss man sich für die Ausheilung Zeit lassen. Gerade in den ersten Tagen und Wochen soll man ruhig auf Unterarmgehstützen zurückgreifen, falls die Beschwerden eine Vollbelastung nicht erlauben. Eine intensive Physiotherapie und Training des Fußes sind erst nach Abklingen der Beschwerden sinnvoll. Die Belastung sollte dann schrittweise gesteigert werden.

 

FAQ. Häufige gestellte Fragen & Antworten zum Bänderriss

Wie lange sollte man das Sprunggelenk nach einem Bänderriss schonen?

Nach einem Bänderriss am Sprunggelenk sollte grundsätzlich für sechs Wochen eine Bandage getragen werden - am besten Tag und Nacht. Darüber hinaus sind Stabilisationsübungen sinnvoll. Damit kann man etwa 2 Wochen nach dem Unfall anfangen, idealerweise unter der Anleitung eines Physiotherapeuten. Daneben können auch Balanceübungen (z.B. Stehen auf einem Bein, Einbeinstand auf einer Matratze, etc.) mit Bandage helfen, die muskuläre Stabilität des Gelenks zu verbessern.

Vermieden werden sollte in den ersten Wochen nach einem Bänderriss in jedem Fall, erneut umzuknicken.

 

Ab wann kann man nach einem Bänderriss wieder joggen?

Joggen ist nach einem Bänderriss am Sprunggelenk meist nach 4 – 8 Wochen wieder möglich. Diese Zeitspannen hängen aber immer stark vom Einzelfall und den individuellen Gegebenheiten ab - wie etwa dem Schweregrad der Verletzung.

 

Häufig kommt es nach einer ersten Verletzung zu weiteren Bandverletzungen. Woran liegt das?

Das Risiko der Zweitverletzung ("Second Stage Verletzungen") entsteht in der Regel durch nicht ausreichend verheilte Bänder oder durch eine gestörte Koordination im Gelenk aufgrund der Schädigung von Nervenendigungen in der Gelenkkapsel, welche für die Steuerung der Muskulatur wichtig sind. Daher ist die Physiotherapie (Propriozeptives Training) nach einer Bandverletzung auch so wichtig.

Wenn die Bänder nicht stabil verheilen - was auch möglich ist, wenn alles richtig gemacht wird - muss man die Bänder durch eine Operation wieder zusammennähen.

 

Wie lange sollte die Bandage nach einem Bänderriss getragen werden?

Grundsätzlich hängt bei einer Bandruptur die Dauer der Therapie mit der Bandage vom Ausmaß der Schädigung ab. Eine Bandage kann dabei bedenkenlos für 12 Wochen verwenden werden, wobei die meisten Bandverletzungen nach ca. 6 Wochen zu einem großen Teil abgeheilt sind. Negative Effekte der Bandagen sind bisher nicht beschrieben worden. Diese kann auch gut mit einem Kompressionsstrumpf kombiniert werden.

In der akuten Phase einer Bandverletzung kann man auch Lymphdrainage zur Reduktion der Schwellung einsetzen. Sobald es dann von den Schmerzen her möglich ist, spricht normalerweise nichts gegen eine Belastung des Fußes mit Bandage.

 

Ich bin Sportler – sollte ich meinen Bänderriss nicht operieren?

Zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, dass die Ergebnisse mit und ohne Operation nach einem Bänderriss sehr ähnlich sind – allerdings hat eine Operation verschiedene Komplikationsmöglichkeiten. Daher wird bei fast allen Patienten eine konservative Behandlung durchgeführt. Lediglich wenn zwei und mehr Bänder vollständig zerrissen sind, kann im Einzelfall eine Operation sinnvoll sein.

 

Vor 10 Tagen hatte ich einen Bänderriss und kann immer noch nicht auftreten. Was soll ich tun?

Anhaltende Schmerzen nach einem Bänderriss sind immer wieder durch weitere Verletzungen verursacht, die der ersten Untersuchung entgangen sind. Oft ist das Gelenk bei der Erstuntersuchung so geschwollen, dass einige Tests nicht durchführbar sind. Anhaltende Schmerzen sollten daher im Rahmen einer Kontrolluntersuchung nochmals analysiert werden, ggf. ist auch eine ergänzende MRT-Untersuchung sinnvoll.

 

Bänderriss am Sprunggelenk

Der Bänderriss am Sprunggelenk ist eine der häufigsten Sportverletzungen am Fuß. Er tritt vor allem bei Ballsportarten auf.

Bänderriss am Sprunggelenk

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