Arthrose im oberen Sprunggelenk. FAQ

Wie kann ich einer Arthrose im Sprunggelenk vorbeugen?

Prof. Walther: Eine sichere Möglichkeit der Arthrose im Sprunggelenk vorzubeugen gibt es nicht. Allerdings gibt es verschiedene Faktoren, die das Fortschreiten und auch die Beschwerden einer Arthrose maßgeblich beeinflussen. Ein wesentlicher Faktor ist hierbei das Körpergewicht. Haben Sie ein gesundes und normales Gewicht, sind zudem noch ein wenig sportlich aktiv – dann ist das die beste Vorbeugung.

Übergewichtige muten ihren Gelenken tagtäglich eine erhebliche Mehrbelastung zu, für die die Gelenke nicht gebaut sind. Über kurz oder lang verschleißen sie deshalb viel schneller. Auch können Achsfehlstellungen im Gelenk und instabile Bänder die Entstehung einer Arthrose begünstigen. Die Wirksamkeit von knorpelaufbauenden Substanzen konnte bisher weder in Form von Tabletten noch als Injektionen sicher belegt werden. Allerdings können diese Substanzen zu einer Reduktion der Schmerzen führen, auch wenn sich kein neuer Knorpel aufbaut.

Ich habe bereits eine Arthrose. Kann ich trotzdem etwas tun, um das Sprunggelenk fit zu halten?

Prof. Walther: Ja, das können Sie! Bleiben Sie auf jeden Fall aktiv – Bewegung versorgt den Gelenkknorpel mit Nährstoffen und hält ihn schön geschmeidig. Reduzieren Sie Ihre sportlichen oder generellen Aktivitäten, trocknet der Knorpel ein und die Arthrose im Sprunggelenk schreitet schneller voran. Sind Sie sportlich sehr aktiv, sollten Sie Ihre Sportarten jedoch ein wenig modifizieren und sich diejenigen mit gleichmäßiger Belastung und ohne Stöße aussuchen: z. B. Skilanglauf, Inlineskaten, Radfahren oder Schwimmen.

Besteht eine ausgeprägte Achsfehlstellung, sollte diese operativ korrigiert werden. Bei höhergradigen Instabilitäten ist eine Kapselbandrekonstruktion zu überlegen. Beide Operationen sanieren das Gelenk und verlangsamen so das Fortschreiten der Arthrose.

Künstliches Sprunggelenk oder Versteifung? Wofür sollte ich mich entscheiden?

Prof. Walther: Bei einer Arthrose des Sprunggelenks ist zunächst das Ziel, große Operationen wie das Einsetzen einer Prothese oder die Versteifung des Sprunggelenks zu vermeiden. Ist die Gelenkschädigung jedoch soweit fortgeschritten, dass kleinere Eingriffe oder konservative Behandlungen nicht mehr sinnvoll sind, stehen die Versteifung und das künstliche Gelenk als gleichwertige Maßnahmen nebeneinander. Beide Verfahren haben ihre speziellen Vor- und Nachteile. Es ist individuell für jeden Patienten abzustimmen und gemeinsam zu überlegen, welches Verfahren die beste Lösung darstellt. Eine pauschale Überlegenheit eines der beiden Verfahren konnte bisher wissenschaftlich nicht belegt werden.

 

Können Komplikationen beim Einsatz eines künstlichen Sprunggelenks auftreten?

Prof. Walther: Wie bei jeder Operation können auch bei dieser Komplikationen vorkommen. Deshalb müssen vor einer Operation Patienten grundsätzlich gründlich untersucht werden, damit Risikofaktoren frühzeitig erkannt und ausgeschaltet werden können. So kann der dünne Weichteilmantel am Sprunggelenk mit bereits bestehenden Narben aus Unfällen und vorangegangenen Operationen zu Problemen bei der Wundheilung führen. In einigen Fällen müssen nach dem Einsatz eines künstlichen Sprunggelenks Nachoperationen erfolgen. Gründe hierfür können fortbestehende Schmerzen sein, eine eingeschränkte Beweglichkeit oder die Lockerung von  Prothesenkomponenten.

Welche Sportarten kann ich mit einem künstlichen Sprunggelenk ausführen?

Prof. Walther: Schwimmen ist mit einer Prothese im Sprunggelenk problemlos möglich und empfehlenswert. Auch sportliche Aktivitäten wie Radfahren, Schwimmen, Wandern, Alpin Ski und Skilanglauf sind nach der Implantationen eines künstlichen Sprunggelenks in den meisten Fällen unproblematisch und schmerzfrei möglich.

Nicht geeignet sind Sportarten mit hoher Stoßbelastung wie Joggen, Fußball oder Tennis. Durch die hohe Belastung des Sprunggelenks verstärkt sich die Abnutzung der Prothese. Vor allem kann sie sich hierdurch eventuell lockern.

Therapie

Orthopädische Schuhe. Knorpel aus dem Labor. Prothese. Mittlerweile gibt es Alternativen zum steifen Gelenk.

Spezialisierte Kliniken

Sieben Schön Kliniken in ganz Deutschland haben sich auf die Behandlung von Arthrose im Sprunggelenk spezialisiert.

Fachliche Betreuung

Walther

Der Beitrag wird betreut durch

Prof. Dr. med. Markus Walther