Joggen im Urlaub am Strand.

Unser Experte empfiehlt: Im Sand kürzere Strecken laufen!

Joggen am Strand ist für Füße und Körper eine Herausforderung.

Joggen am Strand ist für Füße und Körper eine Herausforderung.

Sandstrand, so weit das Auge reicht. Da schlägt das Herz von Läufern gleich höher.  Joggingfans finden an Stränden ein Terrain, das sie Zuhause nicht haben. Umso größer ist die Lauflust und gerade im Urlaub gibt es ja auch genügend Zeit, um ausgiebig zu trainieren.

Doch Vorsicht: Laufen im Sand ist für den Bewegungsapparat eine echte Herausforderung. Auf was Jogger dabei achten sollten, erklärt Professor Dr. Markus Walther, Chefarzt am Zentrum für Sprung- und Fußgelenkchirurgie der Schön Klinik München Harlaching.

 

Muskelkater in der Fußsohle.

An einem weitläufigen Strand können Jogger super trainieren. Doch die Belastung ist auf Sand deutlich höher als auf Gras oder Asphalt: „Da der Sand nachgibt und die eingesetzte Energie für den Vortrieb beim Abrollen teilweise verpufft, läuft man auf Sand langsamer – obwohl die Fußmuskulatur mehr arbeiten und stabilisieren muss“, erläutert Prof. Markus Walther die Hintergründe.

Daher brauchen sich Läufer dem Spezialisten zufolge nicht wundern, wenn sie nach einem Strandlauf Muskelkater in den Waden oder in den Fußsohlen bekommen. In der Fußsohle? „Sie glauben gar nicht, wie viele Muskeln, Sehnen und Bänder beim Laufen beteiligt sind“, verdeutlicht der Experte, „und viele davon überspannen eben das Fußgewölbe und werden beim Joggen im Sand ganz anders gefordert als beim Laufen auf hartem Untergrund.“ Entsprechende Rückmeldung gibt es vom Körper.

 

Mehrere und kürzere Strecken absolvieren.

Damit sich Hobbyläufer im Urlaub nicht überanstrengen und Überlastungsschäden vermeiden, sollten sie deshalb nicht dieselben Strecken wie zuhause absolvieren. Deutlich kürzere Distanzen sind daher optimal. Oder auch zwischendurch einfach mal einige Minuten gehen statt rennen. „Einen Gang zurückschalten heißt das Motto, denn unsere Füße mögen solche extremen Belastungen wie am Strand nicht so sehr“, sagt Prof. Walther. Er empfiehlt lieber häufigere und dafür kürzere Trainingseinheiten, damit sich Füße und Beine zwischendurch gut erholen können. Also lieber morgens und abends eine kurze Runde am Strand drehen, als 20 Kilometer am Stück.

 

Aufwärmphase: Vorher und nachher dehnen.

Ob Hobbyläufer oder Wettkämpfer: Wichtig ist, dass die Muskeln – insbesondere die Waden- und die rückwärtige Beinmuskulatur – vor und nach den Läufen gedehnt werden. Zur Vorbereitung für die Joggingrunde und zum Ausgleich danach. „Je älter die Sportler sind, umso ausgiebiger sollte das Dehnen ausfallen und auch die Sportarten sollten verschieden sein“, rät der Chefarzt. Wer seine Sommerferien in einer Hotelanlage oder in einem Club verbringt und neugierig ist, kann sicher die eine oder andere neue Sportart kennenlernen und unter fachkundiger Anleitung einmal ausprobieren.

 

Barfuß oder nicht? Das ist die Frage!

Prof. Walther selbst würde niemals barfuß an einem Strand joggen – zu oft hat er schon Patienten behandelt, die beim Laufen am Strand in scharfkantige Muscheln oder Scherben getreten sind. „Da reicht ein falscher Tritt und schon ist es passiert.“ In Laufschuhen ist man geschützt und hat zudem mehr Halt. Wer partout das Gefühl von Freiheit an den Füßen haben will, kann sich zum Schutz vor Verletzungen so genannte Barfuß-Schuhe oder Zehenschuhe („five fingers“) im Sportfachhandel kaufen.

Der letzte Tipp des Chefarztes gilt allerdings nicht den Füßen: „Bitte denken Sie daran, dass Sie sich beim Joggen am Strand angesichts der hohen Sonnenintensität gut eincremen, sich mit Hut sowie Brille schützen und zwischendurch genug trinken!“ So kann Joggen am Strand zu einem wunderbaren Urlaubserlebnis werden. Viel Spaß dabei!

 

Hand, Fuß & Sprunggelenk

Die Behandlungsmöglichkeiten im Bereich Hand & Fuß haben sich durch die Entwicklung neuer Verfahren in den letzten Jahren deutlich verbessert.

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