Leben mit der Schulter-Prothese.

"Ich kann mir gar nicht mehr vorstellen, dass ich einmal Schmerzen hatte". Ein Patient berichtet

Es begann mit einem Unfall im Hochgebirge. Franz Schulze* war auf der Jagd als er stolperte und stürzte. Um das wertvolle Gewehr zu schützen, hielt er es im Fallen instinktiv in die Höhe und fing die gesamte Wucht des Sturzes mit seiner Schulter ab. Das Gelenk schmerzte, aber der pensionierte Schauspieler achtete nicht darauf. Das war im Jahr 2008. Jahrelang dachte er nicht an den Zwischenfall. Er bemerkte die Schmerzen im Gelenk und arrangierte sich damit. Aber die Schmerzen wurden immer schlimmer. Schließlich musste er etwas tun. Weil ihm die Schön Klinik München Harlaching empfohlen wurde, kam er zu Dr. Bernd Baumann. Wenig später war er stolzer Besitzer einer inversen Schulter-Prothese und Hauptdarsteller in einer ZDF-Reportage über Schulter-OPs.

 

Herr Schulze, Sie hatten schon länger Probleme mit der Schulter. Was hat Sie denn letztlich in die Klinik getrieben?

Es begann mit einem Unfall im Hochgebirge. Irgendwann wurden die Schmerzen unerträglich.

Es begann mit einem Unfall im Hochgebirge. Irgendwann wurden die Schmerzen unerträglich.

Franz Schulze: Irgendwann 2010 wurden die Schmerzen unerträglich. Ich konnte die Hand nicht mehr zum Mund führen und wachte Nacht für Nacht auf, wenn ich mich umdrehte und auf der Schulter landete. Für Dr. Baumann war die Sache schnell klar. Er hat mich umgehend operiert und seit dem noch einiges an mir vollbracht. Zuerst hat er die Schulter repariert, dann ein Knie und jetzt habe ich noch ein neues Hüftgelenk bekommen. Ich bin praktisch rundum erneuert. Er ist wirklich ein sehr guter Operateur.

Dr. Bernd Baumann: Herr Schulze hat eine Arthrose in mehreren Gelenken. Oft haben solche Patienten Rheuma, bei ihm ist das allerdings nicht so. Man muss natürlich wissen, dass es in der Knorpelqualität von Patient zu Patient Unterschiede gibt. Viele Arthrosen entstehen durch angeborene Fehlstellungen oder nach Stürzen und Unfällen. So war es ja auch bei seiner Schulter. Eine typische sekundäre Omathrose. Bei der primären Arthrose des großen Schultergelenks zwischen Oberarmkopf und Schulterpfanne kennt man keine Ursache, da zersetzt sich der Knorpel. Das andere ist die sekundäre Omathrose. Sie hat immer eine Ursache, wie diesen Sturz. Oft gab es in der Vergangenheit einen großen Sehnenriss der Rotatorenmanschette. Da wird das Gelenk nicht mehr ordentlich in der Pfanne geführt, der Schulterkopf rutscht nach oben und es entwickelt sich eine sekundäre Arthrose. Beide Arthroseformen müssen unterschiedlich behandelt werden und verlangen auch auch andere Prothesenformen.

 

Wie ging es Ihnen nach der Operation?

Franz Schulze: Sehr gut. Ich bin sehr froh, dass ich das gemacht habe. Ich hatte sehr schnell nach der OP keine Schmerzen mehr. Heute kann ich wieder alles machen und mich uneingeschränkt bewegen. Ich habe eine große Liegenschaft und mache sehr vieles selber. Eigentlich muss ständig etwas gestrichen und ausgebessert werden.

Dr. Baumann: Herr Schulze war ein schwerer Fall. Er war stark eingeschränkt, konnte den Arm nicht mehr heben, hatte Schwierigkeiten, Pullover auszuziehen und Bücher aus dem Regal zu holen. Mit der Prothese kann er den Arm wunderbar heben. Das Gelenk ist belastbar. Er kann sogar wieder körperlich relativ schwer arbeiten, was mir gar nicht so recht ist. Er hat schon sein Haus gestrichen. Schweres körperliches Arbeiten ist eigentlich abzulehnen. Aber wenn es dem Patienten wieder so gut geht, dann kann man ihn ja schlecht abhalten. Herr Schulze ist bestimmt jemand, der maximal profitiert hat und sehr euphorisch ist. Ihm geht es sehr gut.

 

Was wurde bei der Operation mit Ihnen gemacht?

Franz Schulze: Dr. Baumann hat eine spezielle Technik angewandt und das Gelenk invers eingesetzt. Er hat mir das genau erklärt und ich war damit einverstanden. Ich habe ihm vertraut und am Ende hat alles perfekt funktioniert. Heute kann ich mir gar nicht mehr vorstellen, dass ich einmal Schmerzen hatte. Ich habe das Gefühl, das Gelenk war immer so. Ich kann mich perfekt bewegen. Die Schmerzen, an die ich mich über Jahre gewöhnt hatte, haben nach der OP von heute auf morgen aufgehört.

Dr. Baumann: Eine inverse Schulterprothese ist im Vergleich zu einem normalen künstlichen Schultergelenk umgekehrt konstruiert. Das bedeutet, dass die Kugel des künstlichen Gelenkes nicht auf den Oberarmschaft, sondern auf die knöcherne Pfanne implantiert wird. Der Vorteil dieser umgekehrten Konstruktion liegt darin, dass sie das Drehzentrum der Schulter nach unten und innen verlagert. So ist man für die Funktion der Prothese nur auf einen Muskel angewiesen – und zwar auf den Deltamuskel. Bei der normalen Schulterprothese braucht man die Muskeln der Rotatorenmanschette, damit das künstliche Schultergelenk ordentlich funktioniert.

 

Wie lange hat die Behandlung sich gezogen?

Die Arthrose war ein großes Handycap. Jetzt kann ich alles machen, wie z.B. streichen.

Die Arthrose war ein großes Handycap. Jetzt kann ich alles machen, wie z.B. streichen.

Franz Schulze: Die Operation dauerte anderthalb Stunden. Danach war ich eine Woche in der Klinik und drei Wochen in der Reha. Dort musste ich alle möglichen Übungen machen und überhaupt lernen, den Arm wieder normal zu bewegen. Bewegung ist für mich sehr wichtig. Ich muss immer irgendwas machen. Am Grundstück ist immer etwas zu tun, außerdem bin ich sehr sportlich. Ich war Extrembergsteiger, Kletterer, Reiter, Fechter – ich konnte nicht einfach aufhören, mich zu bewegen.

Die Arthrose war ein großes Handycap. Ich kann aber nicht nur zuhause sitzen und lesen. Dabei lese ich sehr gerne und sehr viel. Jetzt kann ich alles machen: streichen, Hand ausstrecken, hochheben. Das hat mein Leben wieder sehr zum Positiven verändert. Ich bin sehr glücklich über diesen guten Ausgang.

*(Der Name des Patienten ist der Redaktion bekannt, wird aber zum Schutz der eigenen Privatsphäre verändert.)

 

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Im Frühstadium der Arthrose helfen oft konservative Maßnahmen. Bei starkem Verschleiß kann aber ein Gelenkersatz erforderlich sein.

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