Arthrose der Schulter. Alltag. Ratgeber & Tipps

Schulterverletzungen – eine komplexe Angelegenheit.

Bei Verletzungen der Schulter ist eine gründliche Untersuchung wichtig, um das genaue Ausmaß der Schädigung feststellen zu können.

Bei Verletzungen der Schulter ist eine gründliche Untersuchung wichtig, um das genaue Ausmaß der Schädigung feststellen zu können.

Im Sommer sind es die Fahrradunfälle, jetzt im Winter Stürze bei den klassischen Wintersportarten – die die Notfallambulanzen füllen. Denn kaum fällt der erste Schnee, zieht es Skifahrer und Snowboarder auf die Piste. Nach etwa zehn Monaten Abstinenz, fällt die erste Abfahrt aber oft gar nicht so leicht. Setzt bei den meisten Amateuren nach einigen Tagen wieder die Routine ein, endet der Wiedereinstieg bei einigen im Krankenhaus.

Beinbrüche und Armbrüche gehören zu den typischen Skifahrerverletzungen. Aber auch die Schulter muss oft dran glauben, wenn eine schnelle Abfahrt durch einen Sturz gebremst wird. Schmerzen und Bewegungseinschränkungen weisen darauf hin, dass etwas nicht stimmt. Denn die Verletzung selbst ist oft gar nicht so leicht zu erkennen.

 

Erst MRT oder Ultraschall machen Sehnenverletzungen sichtbar.

Bei manchen Verletzungen ist der Fall klar. Knochenbrüche lassen sich durch das einfache Röntgen erkennen, Schwieriger ist die Diagnose von Sehnenverletzungen. Denn bei Stürzen können die Sehnen in der Schulter reißen. Im Grunde lassen sich die Verletzungen gut behandeln – wenn sie sofort erkannt werden. „Sehnenverletzungen können zwar auch später operiert werden, aber mit deutlich schlechterem Ergebnis,“ führt Dr. Bernd Baumann, Chefarzt der Chirurgie der Schön Klinik München Harlaching aus. „Die kritische Spanne liegt etwa bei sechs bis acht Wochen nach dem Unfall. In dieser Zeit ziehen sich die Sehnen langsam zurück und können dann nur noch schlecht vernäht werden.“ Außerdem können diese verschleppten Verletzungen zu Veränderungen in den umgebenden Muskeln und zu einer Arthrose führen.

Seinen Patienten rät der Chefarzt deshalb, Beschwerden in der Schulter nicht lange auszuhalten, sondern unverzüglich einem Spezialisten zu zeigen. Und der sollte die Verletzungen im Idealfall erkennen. „Oft werden diese Verletzungen übersehen und nur bandagiert. Das ist kritisch, weil Sehnenverletzungen möglichst schnell operiert werden müssen. Deshalb ist es auch wichtig, dass bei der Diagnose nach Stürzen nicht nur eine Röntgenuntersuchung durchgeführt wird, die eventuelle Knochenbrüche zeigen soll, sondern MRT oder Ultraschall zum Einsatz kommen, damit Sehnenverletzungen überhaupt sichtbar werden.“

 

Häufigste Verletzung: Schlüsselbeinbruch.

Zu den klassischen Verletzungen zählen im Schulterbereich Brüche an Schlüsselbein oder Oberarmkopf. „Der Schlüsselbeinbruch ist insgesamt die häufigste Fraktur beim Sportler,“ so Dr. Bernd Baumann. „Gerade bei jüngeren Sportlern kommt dieser Bruch sehr häufig vor. Das passiert bei einem einfachen Sturz beim Radfahren, Schlittschuh- oder Skifahren.“ So unangenehm der Bruch ist, so unkompliziert ist meistens die Behandlung. Nach einer sechswöchigen Ruhigstellung mit einem speziellen Verband, ist der Sturz vergessen. Bei komplizierten Brüchen ist aber eine Operation angezeigt. Schwieriger ist ein Bruch am Oberarmkopf zu behandeln. Das hängt vor allem damit zusammen, dass dieser Bruch vor allem bei älteren Patienten vorkommt und oft mit einer beginnenden Osteoporose einhergeht oder die den Knochen mitversorgenden Blutgefäße verletzt wurden. In dieser Instabilität der Knochen liegt die Ursache für die sehr komplizierte Struktur dieser Brüche. Klassisch sind in diesen Fällen verschobene Brüche mit mehreren, meist vier Bruchstücken, die in einer Operation wider zusammengefügt werden müssen. Oft geht der Heilungsprozess nicht gut vonstatten, weil die einzelnen Knochenstücke nicht mehr durchblutet werden. Im schlimmsten Fall muss dann ein künstliches Gelenk eingesetzt werden.

 

Wenn das Gelenk aus der Fassung springt.

Schnell ist das Schultergelenk auch mal aus der Fassung gesprungen: Eine ungeschickte Bewegung mit dem Skistock, ein Sturz, ein Hängenbleiben und schon ist es passiert. Wenn die Schulter ausgekugelt ist, muss sie zuerst wieder eingerenkt werden. Oft trifft es sich, dass eine helfende Hand schon auf der Piste gekonnt das Gelenk wieder in die Fassung bringt. Im Normalfall wird die Einrenkung aber bei einem Arzt unter Narkose vorgenommen. Ist der Arm wieder am Platz, dann fängt die Behandlung trotzdem erst richtig an. Wie bei einem Bruch, so gibt es auch bei der Schulterluxation einen Unterschied zwischen jüngeren und älteren Patienten. Komplizierter sind bei diesen Verletzungen allerdings die Jüngeren. Bei Patienten, die älter als 40 Jahre alt sind, heilt das Gelenk in der Regel ohne Operation stabil aus. Eine ausgekugelte Schulter wird deshalb meist lediglich wieder eingerenkt.

Bei jüngeren Patienten ist meist schon die Verletzung selbst komplizierter. Hier springt nicht nur das Gelenk aus der Fassung, oft reißt die Gelenklippe mit aus. „Wird diese Verletzung nicht operiert, dann besteht die Gefahr, dass das Gelenk falsch heilt. Die Schulter bleibt dann instabil und kann immer wieder ausgekugelt werden,“ erklärt Schulterchirurg Bernd Baumann. Genau darin liegt es auch begründet, dass manche Menschen eine regelrechte Neigung zur ausgekugelten Schulter haben. Oft ist die Ursache ein Unfall in der Vergangenheit, der nicht richtig behandelt wurde. 

 

Vorsorge treffen und Verletzungen verhindern.

Das Schultergelenk ist bei Stürzen im Sport besonders verletzungsanfällig.

Das Schultergelenk ist bei Stürzen im Sport besonders verletzungsanfällig.

Was also kann Mann oder Frau tun, um sich vor Schulterverletzungen im Wintersport zu schützen? Die Frage ist nicht, ob Sport oder nicht Sport. Es geht alleine darum, das richtige Maß zu finden. Wer es beim Sport nicht übertreibt und auf seinen Körper hört, wird sich keine Überlastungsschäden zuziehen. Wer sich hingegen nur in zwei Wochen im Jahr sportlich betätigt und das mit ein paar Skiern an den Füßen auf einer vereisten Piste, wird Stürze schwer verhindern können. „Prophylaktisch kann man eigentlich nichts machen, um Schulterverletzungen zu vermeiden. Empfehlenswert ist natürlich alles, was Stürze verhindert,“ rät Schulterexperte Baumann. Wer in den Schnee geht, sollte sich in den Wochen zuvor schon ein wenig fit gemacht haben, sich vor dem Skifahren selbst aufwärmen, seine koordinativen Fähigkeiten und seine Kondition kennen und Risiken nach Möglichkeit aus dem Weg gehen. „So können auch Wintersportamateur ihre Abfahrten genießen und gesund durch den Schnee kommen – ohne Umweg über eine Unfallstation“, weiß Dr. Baumann.

 

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