Kreuzbandriss im Knie. Diagnostik, Therapie & OP

Ziel der Behandlung: Die Wiederherstellung der Kniestabilität.

Durch eine OP lässt sich bei einem Kreuzbandriss eine spätere Arthrose im Knie vermeiden.

Durch eine OP lässt sich bei einem Kreuzbandriss eine spätere Arthrose im Knie vermeiden.

Ein plötzliches Stechen im Knie und nichts geht mehr: Ein Kreuzbandriss sorgt oft für ein unverhofftes Ende jeglicher sportlicher Aktivität. Doch heute können auch komplizierte Schädigungen des Bandapparats im Kniegelenk gut und unkompliziert behandelt werden.

Wichtigstes Kriterium für die Wahl der geeigneten Therapie ist immer der Stabilitätsgrad des betroffenen Kniegelenks. Kann dieser durch eine konservative Behandlung nicht wieder in ausreichendem Maße hergestellt werden, ist eine Operation des Gelenks notwendig. Dazu wird - meist im Rahmen einer Arthroskopie - eine Kreuzbandplastik durchgeführt. Bei dem Eingriff wird das Gelenk mit einem kleinen Schnitt eröffnet und das beschädigte Band gegen ein Transplantat ausgetauscht. Dieses Verfahren wird auch Kreuzband-Plastik genannt. Als Ersatz dient meist ein Teil eines anderen Muskels, der in das Knie implantiert wird. Dieser übernimmt dann die Funktion des ursprünglichen Kreuzbandes.

Die Gelenkexperten der Schön Klinik sind seit vielen Jahren auf diese minimal-invasiven Eingriffe bei Sportverletzungen spezialisiert und behandeln pro Jahr rund 400 Patienten mit einem Kreuzbandriss.

 

Kreuzbandriss im Knie. Diagnostik, Therapie, Behandlung & OP

Diagnostik. So wird ein Kreuzbandriss festgestellt

Bildgebung und Tests machen den Kreuzbandriss sichtbar.

Mit Hilfe des MRT lässt sich das Innere des Kniegelenks darstellen.

Mit Hilfe des MRT lässt sich das Innere des Kniegelenks darstellen.

Um die Situation im Inneren des Kniegelenks auch ohne einen Eingriff beurteilen und eine Bandverletzung erkennen zu können, werden häufig bildgebende Verfahren eingesetzt - wie etwa die Magnetresonanztomographie (MRT). Diese stellt das Gelenk und seine umgebenden Strukturen in vielen einzelnen Schichtbildern hochauflösend dar. Daneben hilft dieses Verfahren auch dabei, Begleitverletzungen wie Knorpel- und Meniskusverletzungen nicht zu übersehen.

Um eine exakte Diagnose stellen und einen Kreuzbandriss sicher feststellen zu können, kommt im klinischen Alltag aber auch eine Kombination verschiedener Untersuchungsmethoden zum Einsatz. Denn: Die alleinige Auswertung von CT- oder MRT-Bildern bringt nicht immer die angestrebte Gewissheit. So spielen etwa die persönliche Vorgeschichte, die Unfallursache sowie die Lagerung des Gelenks während der Aufnahme eine ebenso wichtige Rolle. Auch eine auftretende Schwellung und Ergüsse im Kniegelenk können die Genauigkeit der Untersuchung weiter einschränken.

 

Tests zur Beurteilung der Kniestabilität.

Mit dem Schubladentest lässt sich ein Kreuzbandriss testen.

Mit dem Schubladentest lässt sich ein Kreuzbandriss testen.

Neben den bildgebenden Verfahren kommen bei der Diagnostik einer Kreuzbandruptur auch verschiedene Tests am Kniegelenk zum Einsatz. So kann etwa mit dem sogenannten Schubladen-Test die Beweglichkeit des Schienbeins gegenüber dem Oberschenkelknochen untersucht werden. Ist sie erhöht, deutet das auf eine Schädigung des Kreuzbands hin. Auch andere Untersuchungen, wie z.B. der Lachmann- oder der Pivot-Shift-Test, können vom Arzt durchgeführt werden und geben Rückschlüsse auf die Gelenkstabilität.

 

Technik und Erfahrung sorgen für hohe Sicherheit.

Auf die Technik alleine verlassen sollte man sich bei einem Verdacht auf Kreuzbandriss nur bedingt. Besonders das Zusammenspiel moderner medizinischer Geräte und der jahrelangen Erfahrung des behandelnden Orthopäden bildet eine wesentliche Voraussetzung für eine sichere Beurteilung und hilft, Fehldiagnosen so weit wie möglich zu vermeiden.

 

Konservative Therapie. Kreuzbandriss-Behandlung vor OP

Behandlung in der Phase vor der Operation.

Bei der Physiotherapie wird das Gelenk nach einem Kreuzbandriss vorsichtig mobilisiert.

Bei der Physiotherapie wird das Gelenk nach einem Kreuzbandriss vorsichtig mobilisiert.

Die konservative Behandlung betrifft nur die erste Phase der vorderen Kreuzbandverletzung. Dabei wird das verletzte Kniegelenkes in einer beweglichen Orthese stabilisiert. Begleitend wird das Gelenk für ein bis zwei Wochen entlastet.

Hochlagerung, Kühlung, entzündungshemmende Medikamente und die Gabe von Enzymen unterstützen die Therapie zusätzlich. Nach der Abschwellung erfolgt der langsame Aufbau der Beweglichkeit durch die Physiotherapie.

 

OP. Behandlung durch Operation bei Kreuzbandruptur

Kreuzband-Plastik. Ersatz des Kreuzbands in einer OP

Die meisten Kreuzbandrisse lassen sich heute mit einer Arthroskopie behandeln.

Die meisten Kreuzbandrisse lassen sich heute mit einer Arthroskopie behandeln.

Heute werden Kreuzbandverletzungen ausschließlich arthroskopisch, d.h. im Rahmen einer Gelenkspiegelung, versorgt. Bei dieser OP-Technik wird der Eingriff durch einen kleinen und dadurch gewebeschonenden Hautschnitt durchgeführt, der etwa 40 Minuten dauert.

Dabei werden die bestehenden Risse der Kreuzbänder nicht genäht, sondern das Band rekonstruiert und ersetzt. Ja nachdem, welches Kreuzband betroffen ist, nennt man dieses Operations-Verfahren auch vordere Kreuzbandplastik (VKB-Plastik) oder hintere Kreuzbandplastik (HKB-Plastik) . Als häufigste Transplantate kommen hier körpereigene Sehnen zu Einsatz. Häufig verwendet werden etwa die Beugesehnen (Semitendinosussehne, Gracilissehne) oder eine Sehnen aus der Streckmuskulatur (Patella- bzw. Quadrizepssehne) des Oberschenkels.

 

Wann ist eine OP bei einem Kreuzbandriss notwendig?

Eine OP bzw- Kreuzband-Plastik ist bei allen Betroffenen notwendig, die nach einem Kreuzbandriss eine Instabilität des Knies aufweisen. Dies ist meist bei Sportlern der Fall, aber auch bei Nichtsportlern notwendig, die im Alltag mit ihrem Kniegelenk umknicken.

 

Wie sieht die Nachsorge bei einer Kreuzband-Plastik aus?

Eine Motorschiene sorgt nach der Kreuzband-OP für die Mobilisierung des Kniegelenks.

Eine Motorschiene sorgt nach der Kreuzband-OP für die Mobilisierung des Kniegelenks.

Nach der Kreuzband-Operation am Kniegelenk erholen sich die Patienten meist schnell. Die Eingriffe werden in der Regel ambulant oder kurzstationär durchgeführt, der anschließende Aufenthalt im Krankenhaus beträgt etwa zwei Tage. Für die Dauer von ein bis zwei Wochen muss das operierte Bein entlastet werden. Jedoch wird bereits in dieser frühen Phase mit Krankengymnastik begonnen und das Knie mobilisiert. Daneben wird das Gelenk vom ersten postoperativen Tag an mit einer CPM-Schiene durchbewegt: Die motorisierte, passive Bewegungsschiene verhindert ein Verkleben des Gelenks in der Phase der Ruhigstellung.

Auch nach dem Aufenthalt in der Klinik bekommen die Patienten das Therapiegerät zum weiteren Beüben mit nach Hause. Zur Behandlung gehört auch die Elektrostimulation der Muskeln, damit diese während der Ruhigstellungsphase nicht übermäßig abgebaut werden.

 

Hilfsmittelversorgung nach der Kreuzband-OP.

Eine Knieorthese schützt und stabilisiert das Gelenk nach einer Kreuzband-Operation.

Eine Knieorthese schützt und stabilisiert das Gelenk nach einer Kreuzband-Operation.

Nach dem Eingriff ist das Tragen einer Hartrahmen-Kniegelenksorthese für etwa drei Monate notwendig, um das Transplantat in der Einheilungsphase zu schützen. Damit kann das Knie nur in dem Ausmaß bewegt werden, das vom Operateur vorgegeben wurde. Gleichzeitig wird das Gelenk durch die Schiene passiv stabilisiert.

Während der ersten Zeit nach der Kreuzband-OP sind darüber hinaus auch Unterarmgehstützen notwendig, um das operierte Bein zu entlasten. Nach einer ersten therapeutischen Anleitung in der Gehschule können die Patienten damit wieder selbstständig laufen und auch Treppenstufen problemlos meistern.

 

Rehabilitation. Reha nach Kreuzbandriss

Das Knie wieder fit für Sport und Alltag machen.

In der Reha gilt es, Stabilität, Kraft und Koordination des Kniegelenks wieder herzustellen.

In der Reha gilt es, Stabilität, Kraft und Koordination des Kniegelenks wieder herzustellen.

Nach einer Kreuzbandriss-Operation ist zunächst eine längerer Ruhezeitraum erforderlich, bis das Transplantat ausreichend umgebaut und wieder voll belastbar ist. Etwa 6 Wochen nach dem Eingriff kann dann mit der Rehabilitation begonnen werden. Hier liegt der Fokus in der ersten Phase auf abschwellenden Maßnahmen sowie der Verbesserung der Beweglichkeit im Knie. Im Mittelpunkt der Reha in der zweiten Phase stehen neben der Wiederherstellung der Kniestabilität auch die Steigerung von Kraft, Belastbarkeit und Beweglichkeit des Gelenks im Vordergrund. Hierbei kommen meist Physiotherapie, Ergotherapie, Physikalische Maßnahmen und Muskelaufbautraining zum Einsatz. Auch die Mobilisierung im Bewegungsbad ist oft ein wichtiger Bestandteil der Rehabilitation.

 

Auf die richtige Koordination kommt es an.

Neben Kraft und Ausdauer spielt vor allem die intra- und intermuskuläre Koordination, also das Zusammenspiel der verschiedenen Muskeln, eine wichtige Rolle in der dritten Rehabilitationphase nach einem Kreuzbandriss. Denn sie gewährleistet, dass das Gelenk zu jeder Zeit und in jeder Situation wieder optimal gesichert und stabilisiert werden kann.

Verbessert werden kann die Koordination im Rahmen von physiotherapeutischen Übungen, aber auch mit verschiedenen Trainingsgeräten - wie etwa dem Wackelbrett oder dem Therapiekreisel. Auch mit Balanceübungen, beispielsweise auf einer Gymnastikmatte, lässt sich die Kontrolle über das Kniegelenk effektiv trainieren und erhöhen.

 

Wann ist die Gelenkstabilität wieder hergestellt?

Eine ausreichende Stabilität des Kniegelenkes nach einer Kreuzbandverletzung ist frühestens nach neun Monaten erreicht. Dies ist in erster Linie den biologischen Gegebenheiten und dem Umbau des Transplantats geschuldet, welcher auch durch eine intensive Rehabilitation nicht beschleunigt werden kann.

Zwar werden im Hochleistungsbereich auch kürzen Zeiten bis zur Rückkehr in den Sport praktiziert, beispielsweise im Fußball oder Skisport. Diese Sportler haben aber nicht selten einen enormen Leistungsdruck und riskieren, dass sich die transplantierten Kreuzbänder durch die schnelle Belastung verlängern - und die Kniegelenke dadurch teilweise instabiler werden. Es sind sogar Fälle bekannt, bei denen das vordere Kreuzband beim ersten Spiel nach Rückkehr des Sportlers erneut gerissen ist.

 

Wann können Patienten wieder mit dem Sport beginnen?

Radfahren oder Ergometertraining ist wenige Wochen nach der Kreuzbandriss-OP wieder möglich.

Radfahren oder Ergometertraining ist wenige Wochen nach der Kreuzbandriss-OP wieder möglich.

Wann die Betroffenen nach einer Kreuzband-Operation wieder mit ihrem Sport beginnen können, hängt immer von der ausgeübten Sportart ab: So ist Radfahren mit einer Kreuzband-Plastik bereits nach drei bis vier Wochen möglich, Schwimmen (Kraulen) nach vier bis sechs Wochen und Joggen nach etwa drei Monaten. Kontaktsportarten, wie etwa die Risikosportarten Fußball oder Skifahren, sollten hingegen nach frühestens neun Monaten wieder ausgeübt werden.

 

Kreuzbandriss

Eine Kreuzbandruptur führt zur Instabilität im Kniegelenk und kann unbehandelt die Entstehung einer späteren Arthrose begünstigen.

Kreuzbandriss im Knie

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Acht Schön Klinik Standorte haben sich auf die Versorgung bei Kreuzbandriss spezialisiert. Finden Sie hier ein Krankenhaus in Ihrer Nähe!

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