Hüftdysplasie. Therapie
Wie wird eine Hüftdysplasie behandelt?
Für die verschiedenen Schweregrade der Hüftdysplasie gibt es unterschiedliche Behandlungsmöglichkeiten. Liegt das Ergebnis der Ultraschalluntersuchung vor, veranlasst der Arzt die notwendige Therapie. Grundsätzlich hängt die Behandlung davon ab, wie weit sich die Hüftgelenkfehlbildung entwickelt hat. Im Falle eines Befundes nach der von Graf definierten Klassifikationskriterien 2 (a, b oder c) reicht zunächst eine Therapie mit einer Tübinger Schiene aus. Dabei wird das Hüftgelenk abgespreizt und stark gebeugt, wodurch sich der Hüftkopf tief in die Hüftpfanne einstellt. In diesem Stadium handelt es sich um die sogenannte Ausreifungsbehandlung.
Einrenkung der Hüfte mittels Gipsbehandlung.
Bei Graf Typ 3 und 4 ist eine Einrenkung der Hüftköpfe (Repositionsbehandlung) mit anschließender Ruhigstellung im Gips erforderlich. In einigen Fällen kann vorher eine sogenannte Extensionsbehandlung notwendig werden, um das Gewebe auf die Einrenkung der Hüfte vorzubereiten. Die Therapie wird bis auf wenige Ausnahmen im Krankenhaus durchgeführt. Die erfolgreiche Einrenkung des Gelenkes kann noch in derselben Narkose strahlenfrei und zuverlässig mittels MRT-Untersuchung (Kernspin) überprüft werden, wenn eine entsprechende MRT-Anlage vor Ort ist. Es folgen einige Wochen Gipsbehandlung. Nach erfolgreicher Einrenkung der Hüftköpfe ist anschließend an den Gips eine weiterführende Schienenbehandlung notwendig. In den meisten Fällen kann nach dem Ende der durchgeführten Behandlung eine gute Ausbildung des Hüftgelenkes erreicht werden. Ist jedoch trotz aller Bemühungen keine zufriedenstellende Überdachung des Hüftkopfes vorhanden, muss eine offene Einrenkung (operativ) erfolgen.
Operative Therapie einer Hüftdysplasie.
Ziel eines operativen Eingriffes ist die Einstellung des Hüftkopfes in die Hüftpfanne. Den richtigen OP-Zeitpunkt wählt der zuständige Arzt jedoch immer individuell. In einigen Fällen wird der Hüftkopf mit Hilfe eines Drahtes in der Hüftpfanne fixiert. Postoperativ folgt eine erneute Gips- und Schienenbehandlung.
Rehabilitation nach erfolgreicher Therapie der Hüftdysplasie.
Um Defizite in der Entwicklung, die durch eine lange Ruhigstellung durch einen Gips oder eine Schiene in den ersten Monaten entstehen können zu vermeiden, ist die Vojtatherapie für die Kinder von großer Wichtigkeit. Typische für das Krankheitsbild entstehende Asymmetrien werden durch die Behandlung nach Vojta aufgehalten bzw. verringert, d.h. bereits aufgetretene muskuläre Defizite werden ausgeglichen. Diese nach dem Kinderneurologen Prof. Dr. Vaclav Vojta benannte Therapie regt das Gehirn an, angeborene, gespeicherte Bewegungsmuster zu aktivieren und als koordinierte Bewegungen in die Rumpf- und Gliedmaßenmuskulatur zu übernehmen. Mit der sogenannten Reflexfortbewegung übt der Therapeut bei den kleinen Patienten in verschiedenen Körperlagen einen gezielten Druck an definierten Stellen des Körpers aus. Dadurch entstehen unwillkürliche Muskelaktivitäten.
Vorsorgeuntersuchungen sollten unbedingt durchgeführt werden.
Um die Zahl der Fälle mit Hüftdysplasie zu verringern ist es unbedingt notwendig, die Gelenke des Neugeborenen in der gesetzlich vorgeschriebenen U3-Vorsorgeuntersuchung per Ultraschall überprüfen zu lassen. Um die Behandlungszeit zu verkürzen und die Heilungschancen zu verbessern, kann sogar eine Vorsorgeuntersuchung in der U2 sinnvoll sein. Bereits in der ersten Lebenswoche wird beim Säugling eine Hüft-Sonographie durchgeführt.
Falls eine familiäre Belastung vorhanden ist, sollte in jedem Fall eine Sonographie durchgeführt werden.
Hüftdysplasie. Diagnostik
Ob eine Hüftluxation tatsächlich vorliegt, kann bereits nach der Geburt festgestellt werden.
Diagnostik
Hüftdysplasie. Vorsorge
Bereits in der ersten Lebenswoche wird beim Säugling eine Sonographie durchgeführt.
Vorsorge
Fachliche Betreuung
Der Beitrag wird betreut durch
Dr. med. Sean Nader