Hüftdysplasie. Diagnostik, Therapie & OP

Eine Operation der Hüftfehlstellung ist nur selten erforderlich.

Wichtig bei der Hüftdysplasie ist die frühzeitige Erkennung der Gelenkfehlstellung.

Wichtig bei der Hüftdysplasie ist die frühzeitige Erkennung der Gelenkfehlstellung.

Beinlängendifferenz, verminderte Abspreizung des betroffenen Beines oder Asymmetrie der Gesäßfalte: Erste Hinweise auf eine Hüftdysplasie geben oft schon die ersten Untersuchungen des Säuglings nach der Geburt. Seit Einführung der der gesetzlich vorgeschriebenen Vorsorgeuntersuchungen, bei denen auch ein Ultraschall der Hüftgelenke gemacht wird, hat sich die Erkennungsrate deutlich erhöht.

Die Behandlung der Hüftfehlstellung kann oft auch ohne Operation erfolgen, z.B. durch breites Wickeln, Spreizhosen oder einen speziellen Gipsverband. Eine Operation ist nur in seltenen Fällen notwendig.

 

Diagnostik, Therapie & Behandlung bei Hüftdysplasie.

Diagnostik. So wird eine Hüftdysplasie festgestellt

Wie wird eine Hüftdysplasie diagnostiziert?

Bereits kurz nach der Geburt kann die Hüftdysplasie durch eine entsprechende Untersuchung festgestellt werden.

Bereits kurz nach der Geburt kann die Hüftdysplasie durch eine entsprechende Untersuchung festgestellt werden.

Ob eine Hüftluxation tatsächlich vorliegt, kann bereits nach der Geburt durch eine Ultraschalluntersuchung des Hüftgelenkes festgestellt werden, der eine funktionelle Untersuchung angeschlossen ist. Daher ist die zweimalige Ultraschalluntersuchung der Hüften inzwischen ein fester Bestandteil der Vorsorgeuntersuchungen und sollte bei jedem Kind erfolgen. Ihr Vorteil liegt in einer schmerzfreien, schnellen und strahlungsfreien Untersuchungsmethode. Die knorpeligen Strukturen und knöchernen Fixpunkte lassen sich in der Regel gut darstellen. Außerdem sind präzise Aussagen über die Verknöcherung des Hüftgelenks und die Position der Bestandteile des Hüftgelenks zueinander möglich.

Die Sonographie lässt sich bei Babys in den ersten 6 bis 8 Lebensmonaten anwenden, danach ist die Röntgenuntersuchung überlegen. Von großer Bedeutung ist dabei die Erfahrung des behandelnden Arztes.

 

Röntgenuntersuchung zur präzisen Diagnose.

Um die Hüftdysplasie einzuteilen, entwickelte der Orthopäde Prof. Dr. Reinhard Graf eine Beurteilungshilfe für die Fehlstellung des Hüftgelenks, die sich vereinfacht wie folgt darstellt:

 

  • Graf 1: reife Hüfte jeden Alters
  • Graf 2: unreife Hüfte
  • Graf 3 und 4: dezentrierte Hüfte

Ab ca. dem 8 Lebensmonat eignet sich für die präzise Diagnose über die Verknöcherung des Hüftgelenks sowie zur Verlaufskontrolle auch eine Röntgenuntersuchung. Dabei lässt sich ebenfalls die Stellung der Hüftgelenksbestandteile zueinander feststellen. Vor einem möglichen operativen Eingriff wird eine so genannte Beckenübersichtsaufnahme angefertigt, bei der das Becken mit den Hüftgelenken von vorne nach hinten geröntgt wird.

 

Therapie. So wird eine Hüftdysplasie behandelt

Wie wird eine Hüftdysplasie behandelt?

Je nach Schweregrad der Hüftdysplasie kommen verschiedene Behandlungsansätze in Frage.

Je nach Schweregrad der Hüftdysplasie kommen verschiedene Behandlungsansätze in Frage.

Für die verschiedenen Schweregrade der Hüftdysplasie gibt es unterschiedliche Behandlungsmöglichkeiten. Liegt das Ergebnis der Ultraschalluntersuchung vor, veranlasst der Arzt die notwendige Therapie. Grundsätzlich hängt die Behandlung davon ab, wie weit sich die Hüftgelenkfehlbildung entwickelt hat. Im Falle eines Befundes nach der von Graf definierten Klassifikationskriterien 2 (a, b oder c) reicht zunächst eine Therapie mit einer Tübinger Schiene aus. Dabei wird das Hüftgelenk abgespreizt und stark gebeugt, wodurch sich der Hüftkopf tief in die Hüftpfanne einstellt. In diesem Stadium handelt es sich um die sogenannte Ausreifungsbehandlung.

 

Einrenkung der Hüfte mittels Gipsbehandlung.

Bei Graf Typ 3 und 4 ist eine Einrenkung der Hüftköpfe (Repositionsbehandlung) mit anschließender Ruhigstellung im Gips erforderlich. In einigen Fällen kann vorher eine sogenannte Extensionsbehandlung notwendig werden, um das Gewebe auf die Einrenkung der Hüfte vorzubereiten. Die Therapie wird bis auf wenige Ausnahmen im Krankenhaus durchgeführt. Die erfolgreiche Einrenkung des Gelenkes kann noch in derselben Narkose strahlenfrei und zuverlässig mittels MRT-Untersuchung (Kernspin) überprüft werden, wenn eine entsprechende MRT-Anlage vor Ort ist. Es folgen einige Wochen Gipsbehandlung. Nach erfolgreicher Einrenkung der Hüftköpfe ist anschließend an den Gips eine weiterführende Schienenbehandlung notwendig. In den meisten Fällen kann nach dem Ende der durchgeführten Behandlung eine gute Ausbildung des Hüftgelenkes erreicht werden. Ist jedoch trotz aller Bemühungen keine zufriedenstellende Überdachung des Hüftkopfes vorhanden, muss eine offene Einrenkung (operativ) erfolgen.

 

Operative Therapie einer Hüftdysplasie.

Bei einer Hüftdysplasie-OP wird die Stellung des Hüftkopfes in der Hüftpfanne korrigiert.

Bei einer Hüftdysplasie-OP wird die Stellung des Hüftkopfes in der Hüftpfanne korrigiert.

Ziel eines operativen Eingriffes ist die Einstellung des Hüftkopfes in die Hüftpfanne. Den richtigen OP-Zeitpunkt wählt der zuständige Arzt jedoch immer individuell. In einigen Fällen wird der Hüftkopf mit Hilfe eines Drahtes in der Hüftpfanne fixiert. Postoperativ folgt eine erneute Gips- und Schienenbehandlung.

 

Rehabilitation nach Therapie der Hüftdysplasie.

Um Defizite in der Entwicklung, die durch eine lange Ruhigstellung durch einen Gips oder eine Schiene in den ersten Monaten entstehen können zu vermeiden, ist die Vojtatherapie für die Kinder von großer Wichtigkeit. Typische für das Krankheitsbild entstehende Asymmetrien werden durch die Behandlung nach Vojta aufgehalten bzw. verringert, d.h. bereits aufgetretene muskuläre Defizite werden ausgeglichen. Diese nach dem Kinderneurologen Prof. Dr. Vaclav Vojta benannte Therapie regt das Gehirn an, angeborene, gespeicherte Bewegungsmuster zu aktivieren und als koordinierte Bewegungen in die Rumpf- und Gliedmaßenmuskulatur zu übernehmen. Mit der sogenannten Reflexfortbewegung übt der Therapeut bei den kleinen Patienten in verschiedenen Körperlagen einen gezielten Druck an definierten Stellen des Körpers aus. Dadurch entstehen unwillkürliche Muskelaktivitäten.

 

Vorsorge. Vorbeugende Maßnahmen gegen Hüftdysplasie

Vorsorgeuntersuchungen sollten durchgeführt werden.

Bei den Vorsorgeuntersuchungen lässt sich eine bestehende Hüftdysplasie feststellen.

Bei den Vorsorgeuntersuchungen lässt sich eine bestehende Hüftdysplasie feststellen.

Um die Zahl der Fälle mit Hüftdysplasie zu verringern ist es unbedingt notwendig, die Gelenke des Neugeborenen in der gesetzlich vorgeschriebenen U3-Vorsorgeuntersuchung per Ultraschall überprüfen zu lassen. Um die Behandlungszeit zu verkürzen und die Heilungschancen zu verbessern, kann sogar eine Vorsorgeuntersuchung in der U2 sinnvoll sein. Bereits in der ersten Lebenswoche wird beim Säugling eine Hüft-Sonographie durchgeführt.

 

 

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Ein Fallbeispiel

 

Hüftdysplasie

Bis zu vier Prozent aller Babys kommen mit einer Hüftdysplasie zur Welt, der häufigsten Fehlbildung bei Neugeborenen.

Hüftdysplasie

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