Arthrose der Hüfte (Hüftarthrose). FAQ
Häufige fragen unserer Patienten.
Kann ich mit einer künstlichen Hüfte Sport betreiben?
Prof. Dufek: Unser Ziel ist es, die Lebensqualität unserer Patienten zu erhöhen, damit sie schmerzfrei und selbstständig ihren Alltag bestreiten können. Die Sportfähigkeit ist deshalb eigentlich nicht unser oberstes Ziel. Aber gerade mit Oberflächenersatzprothesen können viele Patienten wieder Sport treiben. Entsprechend den Richtlinien des deutschen Sportärztebundes sollte aber erst 6 Monate nach der Operation mit gewissen Sportarten begonnen werden.
Empfehlenswert sind nach 6 Monaten:
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Radfahren
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Wandern
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leichtes Joggen
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Schwimmen (beim Brustschwimmen: regulären Beinschlag vermeiden)
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eventuell leichtes Tennis bei guter Technik
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Golf
Ungeeignet sind generell:
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alpiner Skisport (wenn, dann frühestens nach 1 Jahr)
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Skilanglauf (wegen der Sturzgefahr)
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sämtliche Wettkampfsportarten mit direktem Gegnerkontakt
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Reines Krafttraining der Hüftmuskulatur
Woraus besteht ein künstliches Hüftgelenk?
Bei einer Total-Endoprothese wird neben dem Hüftkopf im Oberschenkel auch eine Hüftpfanne in den Hüftknochen gesetzt.
Prof. Dufek: Ein komplett künstliches Hüftgelenk besteht
1. Aus einer Hüftpfanne. Diese Pfanne wird im Becken verankert. Sie besteht z.B. aus einer Metallschale und ist innen mit Kunststoff oder Keramik ausgekleidet.
2. Aus einem Hüftkopf. Dieser Kopf oder diese Kugel bewegt sich in der Pfanne. Um allen Belastungen Stand zu halten sitzt der Kopf der Prothese auf einem langen Stiel, der im Oberschenkelknochen verankert wird. Der Stiel ist aus Metall, der Kopf entweder aus Metall oder Porzellan.
Wird das komplette Gelenk ersetzt, spricht Ihr Arzt von einer Total-Endoprothese (TEP), einem totalen inneren Gelenkersatz. Es können aber auch nur der Hüftkopf oder nur die Hüftpfanne ersetzt werden. Man spricht dann von einer Teilprothese.
Welches Verankerungssystem ist für mich das richtige?
Prof. Dufek: Es gibt zwei Möglichkeiten der Verankerung im Hüftknochen:
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Die Verwendung von so genanntem Knochenzement, einem Kunststoff ähnlich dem Acrylglas, mit dem die Prothese im Knochen "eingegossen" wird.
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Die so genannte zementfreie Verankerung. Durch die gute Passform kommt es zunächst zum festen Verklemmen der Prothese im Knochen. Anschließend wächst der Knochen auf der Oberfläche der Prothese an bzw. ein und stabilisiert sie langfristig.
Beide Verankerungsmethoden (zementierte und zementfreie Methode) haben Vor- und Nachteile. Bei der zementierten Verankerung kann sich durch Alterungsvorgänge im Zement nach Jahren die Prothese lockern. Auch Abriebpartikel aus der Kunststoffpfanne können bei der Lockerung eine Rolle spielen. Für die zementfreie Verankerung ist eine Knochensubstanz mit guter Tragfähigkeit des Knochenlagers Voraussetzung. Sie wird häufig bei jüngeren Patienten gewählt. Die Entscheidung trifft der Operateur, wenn er während der Operation die Qualität des Knochens direkt beurteilen kann.
Wann sollte man sich einer Operation des Hüftgelenks unterziehen?
Prof. Dufek: Die Entscheidung zu einer Operation fällt nicht leicht. Wenn aber durch massive Schmerzen und erhebliche Funktionseinschränkungen das tägliche Leben stark beeinträchtigt wird, ist es oftmals ratsam, sich einer Operation zu unterziehen. Insbesondere sind chronische Ruhe- und nächtliche Schmerzen ein Indiz für eine Erkrankung, due behandelt werden sollte.
Ein Gelenkersatz kann den Arbeits- und Lebensalltag erheblich erleichtern. Sollten Sie eine Operation in Erwägung ziehen, werden allgemeine und Ihre individuellen Risiken von Ihrem behandelnden Arzt geprüft. Er sollte Sie in diesem Bereich umfassend beraten.
Wie kann man bei bestehender Hüftarthrose einen Gelenkersatz vermeiden?
Prof. Dufek: Durch eine Operation, in der Ihre Gelenkflächen rekonstruiert, also ausgebessert werden, können Sie einen künstlichen Gelenkersatz oder gar den Einsatz einer Prothese hinausschieben. Achskorrekturen im Gelenk oder Knorpelplastiken verzögern ebenfalls den Einsatz von Prothesen. Eine gute Ergänzung ist die Therapie mit Hyaloronsäure. Diese wird direkt in das betroffene Gelenk gespritzt. Das Präparat wirkt als Gleitmittel und reduziert dabei nicht nur den Abrieb sondern auch die Entzündung. Dies lindert als positive Nebenwirkungen die Schmerzen.
Welche Risiken birgt eine gelenkersetzende OP?
Prof. Dufek: Ein künstliches Gelenk ist ein Fremdkörper. Diese werden allerdings in der Regel gut toleriert. Oft besteht im Bereich der Prothese eine geringe Durchblutung. Liegt nun eine schlechte Immunabwehr vor oder gehören Sie zu einer Risikogruppe, dann besteht ein erhöhtes Infektrisiko.
Zur Risikogruppe zählen
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Diabetiker
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Patienten die älter sind als 75 oder 80 Jahre
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voroperierte Patienten
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Rheumatiker
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Patienten mit arteriellen Durchblutungsstörungen.
Während einer ärztlichen Beratung werden die verschiedenen Risiken gemeinsam mit Ihnen diskutiert und festgestellt, ob eine erhöhte Gefahr besteht. Weitere Risiken können Thrombose, Medikamentenunverträglichkeiten oder eine Schädigung der umgebenden Strukturen (Gefäße, Nerven, Knochen, Muskeln) sein.
Wie lange dauert eine gelenkersetzende Operation und wie lange muss ich im Krankenhaus bleiben?
Prof. Dufek: Wie lange eine Operation dauert, hängt entscheidend von der Art und dem Umfang der OP ab. Meist dauert sie etwa 60 Minuten. Der stationäre Aufenthalt in der Klinik beträgt zwischen einer Woche und 10 Tage. Bessere Implantate und schonendere Operationstechniken sorgen zudem für eine kürzere Verweildauer in der Anschlussbehandlung, der sogenannten Rehabilitation. Dauerte diese früher 6 Wochen, sind heute nur 3 Wochen nötig. Die meisten Patienten können daher nach etwa 5 Wochen ihren Alltag wieder alleine meistern.
Wie hoch ist der Abrieb der miteinander verbundenen Prothesenanteile?
Prof. Dufek: Hüftkopf und Hüftpfanne, die gelenkig miteinander verbundenen Prothesenanteile, bestehen meist aus Metall bzw. Keramik und Polyethylen. Diese Materialien sichern eine geringe Reibung bei Entstehung von geringsten Mengen an Abrieb. Trotzdem ist dieser Abrieb nach vielen Jahren relevant, da er sich zwischen Knochen und Prothesenanteilen anlagern kann und dort Knochenauflösung und letztlich Lockerung der Prothese begünstigen kann. Eine Lösung hierzu ist in der Hüftendoprothetik die Verwendung von Keramik-Keramik Gleitpaarungen. Diese Vollprothesen sind verschleißarme und biologisch gut verträgliche Kombinationen, die leider von Seiten der Industrie etwas kostenintensiver angeboten werden.
Spürt man das künstliche Gelenk nach der Operation als eine Art Fremdkörper?
Prof. Dufek: Jedes künstliche Gelenk ist zunächst ein Fremdkörper, aber die Rekonstruktion der Anatomie gelingt immer besser. Das Gefühl einer Veränderung geht sehr schnell verloren. Damit überwiegen die wesentlichen Vorteile einer schmerzfreien und guten Funktion des Gelenks.
Wie lange hält ein künstliches Hüftgelenk?
Prof. Dufek: In der Regel treten Lockerungen heute erst nach ca. 15 bis 20 Jahren auf, während Gelenke früher oftmals bereits nach 10 Jahren ausgetauscht werden mussten. Allerdings können im Einzelfall Ausnahmesituationen auftreten.
Hüftarthrose. Alltag
Eine künstliche Hüfte ist FAST wie die eigene. Genau deshalb sind manche Sportarten und Bewegungen tabu.
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