Bakerzyste. Diagnostik, Therapie & OP

Nicht immer muss eine Bakerzyste operiert werden.

Bis zu einer gewissen Größe kann eine Bakerzyste auch ohne eine Operation behandelt werden, z.B. mit Physiotherapie.

Bis zu einer gewissen Größe kann eine Bakerzyste auch ohne eine Operation behandelt werden, z.B. mit Physiotherapie.

Um bei einer Bakerzyste die richtige Behandlung einleiten zu können, führen unsere Gelenkspezialisten zunächst eine gründliche Diagnostik durch. Wurde eine Bakerzyste festgestellt, muss diese jedoch nicht in jedem Fall operiert werden. Bis zu einer gewissen Größe und ohne Irritation der Durchblutung oder des Nervensystems können auch konservative Maßnahmen wie Physiotherapie, Medikamente oder physikalische Maßnahmen helfen, die Schwellung im Kniegelenk auch ohne eine OP zu behandeln.

Erst, wenn die Bakerzyste eine bestimmtes Ausmaß erreicht hat oder Durchblutung, Nerven und  Beweglichkeit des Kniegelenks zu sehr einschränkt, muss sie durch eine Operation entfernt werden.

 

Diagnostik, Therapie und Behandlung bei einer Bakerzyste.

Diagnostik. So wird eine Bakerzyste festgestellt

Wie wird eine Bakerzyste diagnostiziert?

In den meisten Fällen fällt während der ärztlichen Untersuchung bereits die für eine Bakerzyste typische Schwellung in der Kniekehle auf, die oft auch druckschmerzhaft ist. Daneben werden vor allem auch bildgebende Verfahren zur Sicherung der Diagnose eingesetzt, wie beispielsweise Röntgen oder die Computertomographie:

 

Ultraschall.

Auf der Grundlage einer Ultraschalluntersuchung lässt sich der Verdacht auf eine Bakerzyste erhärten. Außerdem lässt sich so die Größe feststellen und die Lokalisation der Zyste im Verhältnis zur Muskulatur, dem Gelenk und den Gefäßen bestimmen.

 

Röntgen.

Die Röntgendiagnostik erbringt in der Regel nur wenige Anzeichen für eine Bakerzyste (z.B. vermehrte Weichteilzeichnung), liefert aber oftmals Hinweismomente auf eine mögliche Verursachung im Gelenk. Diese können eine Arthrose, freie Gelenkkörper oder eine Achsabweichung sein.

 

Kernspintomographie.

Bild links: MRT- Befund mit Bakerzyste; Bild rechts: Sonographie mit echoarmer Darstellung der Zyste.

Bild links: MRT- Befund mit Bakerzyste; Bild rechts: Sonographie mit echoarmer Darstellung der Zyste.

Über die Kernspintomographie lassen sich Position und Größe der Bakerzyste sowie der umgebenden Strukturen exakt bestimmen. Dabei liegt vor allem die Nähe zu den umgebenden Gefäß- und Nervenbündel im Fokus der Untersuchung.

 

Therapie. Konservative Behandlung & Operation

Die Behandlungsmöglichkeiten der Bakerzyste.

Eine Arthroskopie kann bei der Diagnostik und der Behandlung des Gelenkschadens helfen.

Eine Arthroskopie kann bei der Diagnostik und der Behandlung des Gelenkschadens helfen.

Eine geringfügige Bakerzyste muss nicht zwangsläufig operiert werden. Oft kann die Schwellung der Kniekehle auch durch konservative Maßnahmen, wie Physiotherapie oder Medikamente, gut behandelt werden. Wenn die Vorwölbung der Zyste jedoch ein erhebliches Ausmaß angenommen hat, die umliegenden Blutgefäße und Nervenbahnen in Mitleidenschaft gezogen werden oder die Kniebeweglichkeit durch die Schwellung zu sehr eingeschränkt ist, muss nach der konkreten Ursache für die Reizsymptomatik im Kniegelenk gefahndet werden. Hier kann eine Gelenkspiegelung (Arthroskopie) helfen, den Auslöser der Gelenkschwellung ausfindig zu machen.

Danach kann in einer OP die Zyste über eine Eröffnung im Bereich der Kniekehle vorsichtig von den benachbarten Strukturen befreit und entfernt werden. Bei der Operation muss besonders sorgfältig vorgegangen werden, um das nicht selten vorkommende Wiederauftreten der Zyste weitestgehend auszuschließen.

 

Rehabilitation. Reha nach einer Bakerzysten-OP

Verbesserung von Kniefunktion und Gelenkreizung.

In der Rehabilitation bei einer Bakerzyste steht die Verbesserung der Kniefunktion im Vordergrund.

In der Rehabilitation bei einer Bakerzyste steht die Verbesserung der Kniefunktion im Vordergrund.

Wurde die Bakerzyste operativ entfernt, hilft eine anschließende Rehabilitation dabei, die Funktion des Kniegelenks wieder zu verbessern und die Reizsymptomatik des Gelenks bestmöglich zu vermindern. Dabei kommen verschiedene Anwendungen zum Einsatz, wie etwa Physiotherapie oder ein gezieltes Muskelaufbautraining.

Um die Wundheilung zu unterstützen, sollte das Knie in den ersten Woche nach der OP nicht vollständig gestreckt werden. Nach Abschluss der Wundheilung kann dann mit der Wiederherstellung der ursprünglichen Gelenkbeweglichkeit begonnen werden, um wieder fit für den Alltag zu werden.

Je nach Kniebefund ist dabei meist sogar eine sofortige Vollbelastung des betroffenen Gelenkes möglich. Die Nachbehandlung kann insgesamt bis zu 3-4 Wochen in Anspruch nehmen.

 

Vorsorge. Der Entstehung einer Bakerzyste vorbeugen

Wie kann ich einer Bakerzyste vorbeugen?

Bei länger andauernden Erkrankungen des Kniegelenkes steigt die Wahrscheinlichkeit, dass sich eine Bakerzyste bildet. Daher sollten auch geringfügige Gelenkprobleme,  die eventuell gar keine dramatischen Beschwerden verursachen, frühzeitig durch einen Arzt untersucht werden.

Liegt eine rheumatisch Grunderkrankung vor, ist die Reduktion des Aktivitätszustandes durch die Ausführung einer Basistherapie von Vorteil. Durch verschiedene Medikamente kann der Erkrankungsverlauf positiv beeinflusst und die Gefahr der Entstehung einer entzündlichen Begleiterkrankungen dadurch reduziert werden.

 

FAQ. Häufige Fragen und Antworten

Muss man eine Bakerzyste operieren?

Es kann zunächst eine konservative Therapie abgewartet werden. Man sollte dabei die Zyste mit einer Kanüle punktieren, die vorhandene Flüssigkeit entfernen und danach das Knie über mehrere Tage fest bandagieren, um ein baldiges Nachlaufen von Synovia (Gelenkflüssigkeit) zu unterbinden. Allerdings ist die Gefahr des Wiederauftretens der Schwellung relativ hoch, auch abhängig von der Grunderkrankung im Gelenk.

 

Ist nach alleiniger Sanierung des Kniegelenkes grundsätzlich danach die Zyste zu entfernen?

In Abhängigkeit von Größe der Zyste und dem Kniebefund selbst kann man nach Ausführung von z. B. einer Arthroskopie zunächst punktieren und den weiteren Verlauf abwarten. Alternativ ist auch die sofortige Entfernung einer größeren Bakerzyste in einer Operationssitzung möglich, dazu ist allerdings eine Umlagerung des Patienten in Bauchlage und ein erneutes Abwaschen des Operationsfeldes erforderlich.

 

Gibt es größere Risiken bei Entfernung der Zyste?

Generelle Gefahren bei Ausführung von insbesondere offenen Operationen im Bereich Knie bestehen im Auftreten einer Infektion (kleiner 1%), einer tiefen Beinvenenthrombose (Thromboseprophylaxe, Häufigkeit abhängig vom individuellen Risiko), Wundheilungsstörungen, Blutergüssen, Schädigung benachbarter Strukturen (Gefäße, Nerven), Entstehung von Vernarbungen sowie das bereits genannte Wiederauftreten der Zyste bei Fortbestehen der Grunderkrankung des Kniegelenkes. Die Risikohäufigkeit ist aber auch insgesamt recht gering und das gute funktionelle Ergebnis kann mit relativ großer Sicherheit erwartet werden.

 

Bakerzyste

Die Bakerzyste tritt im Bereich der Kniekehle auf. Sie entsteht durch eine Ansammlung von Flüssigkeit und verursacht Beschwerden im Knie.

Bakerzyste

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