Zurück in den Alltag mit Gelenkersatz.

Worauf man mit einem neuen Gelenk zu Hause achten sollte.

Nach OP und Reha fühlen sich die meisten Patienten mit einem neuen Gelenk wie neugeboren. Endlich kann man wieder das tun, was schon so lange nicht mehr schmerzfrei ging. „Übernehmen sollte man sich aber nicht“, bremst Dr. Stefan Middeldorf, Chefarzt der orthopädischen Klinik der Schön Klinik Bad Staffelstein. Wenn seine Patienten mit einem neuen Gelenk nach Hause entlassen werden, können sie viel, aber noch nicht alles. „Wer ein paar Vorsichtsmaßnahmen beachtet, kann aber schon bald wieder durchstarten“, weiß der Experte.

 

Nach der Operation noch ein wenig Schongang.

In der ersten Zeit nach der OP helfen Gehstützen, das betroffene Bein zu entlasten.

In der ersten Zeit nach der OP helfen Gehstützen, das betroffene Bein zu entlasten.

„Vor allem Muskeln und Bänder brauchen nach der Operation noch ein wenig Zeit, um sich zu erholen und wieder stabil zu werden“, erklärt Dr. Middeldorf. Das Gelenk selbst sitzt nach der OP aber so fest, dass es sich nicht lösen kann.

 

Alltagskompetent in die eigenen vier Wände.

Problematisch ist nur, so verdeutlicht der erfahrene Mediziner, wenn die Gangsicherheit noch nicht ausreichend ist, um sich selbst zu versorgen. Oder wenn sich der Betroffene die ganze Zeit fragen muss: Darf ich das schon wieder oder sollte ich das besser noch lassen? Beides kann einem Patienten, der aus der Schön Klinik Bad Staffelstein entlassen wird, nicht passieren. Zum einen werden alle Patienten schon während der stationären Reha umfassend geschult und über ihre Möglichkeiten aufgeklärt. Zum anderen wird kein Endoprothesenpatient entlassen, wenn er seinen Alltag noch nicht wieder alleine meistern kann. „Unsere Patienten sind nach der Reha wieder fit für zuhause,“ ist Dr. Middeldorf überzeugt.

Diese Alltagskompetenz sieht allerdings bei jedem Menschen anders aus: Der eine wohnt vielleicht ebenerdig mit seiner fitten Ehefrau zusammen, ein anderer muss zum Einkaufen eventuell immer drei Stockwerke zu Fuß zurücklegen... „Entlassungsziel ist immer, dass sie sich alleine zuhause versorgen können - also einkaufen, Treppen steigen, vielleicht sogar mit dem Hund spazieren gehen können. Die Umstände sind aber bei jedem unterschiedlich. Deshalb muss der Grad der Selbstständigkeit individuell festgelegt werden“, so Dr. Middeldorf weiter. „Wenn eine ältere Dame im dritten Stock ohne Aufzug wohnt, dann ist sie erst alltagskompetent, wenn sie zu Fuß wieder in ihre Wohnung kommt, vorher nicht.“

 

Wissen macht sicher.

Individuell festgelegte Entlassungsziele bedeuten deshalb, dass jeder Patient, der nach Hause kommt, ganz sicher weiß: Hier bin ich richtig! Und dass Patienten sich sicher fühlen, hat vor allem viel mit Wissen über ihre eigene Situation zu tun. So steht insbesondere die Patientenschulung weit oben auf der Prioritätenliste der Schön Klinik. Informationsveranstaltungen und Einzelberatungen der Patienten sorgen dafür, dass kein Patient mit einem neuen Hüftgelenk eventuell zuhause ängstlich verharrt oder in den ersten Wochen zum Kampfsporttraining aufbricht. „Beides wäre der Genesung nicht förderlich“, weiß Dr. Middeldorf.

 

Nach drei Monaten wieder voll beweglich.

Nach drei Monaten Genesungszeit ist der Operierte in der Regel wieder voll beweglich. Bei vielen Gelenkersatz-Patienten geht es auch schneller. Nach welcher Zeit ein Mensch wirklich wieder sicher auf den Beinen ist, hängt natürlich davon ab, in welchem Zustand er sich vorher befand und wie kompliziert der Eingriff verlaufen ist. „Wenn die OP ein Routineeingriff war, geht es mit der Genesung meist sehr rasch. Gab es Komplikationen oder sonstige Besonderheiten, dann kann es schon vorkommen, dass der Operateur dazu rät, das betroffene Bein in den ersten Wochen nicht voll, sondern nur teilweise zu belasten,“ so Dr. Middeldorf. Nach dieser Zeitspanne kann aber auch ein komplizierterer Fall in der Regel wieder selbstständig gehen, versichert der Chefarzt. Es sei denn, andere Erkrankungen, wie etwa ein vorangegangener Schlaganfall oder eine Gehbehinderung, beeinträchtigen die Stabilität.

 

Bewegung tut dem neuen Gelenk gut.

Die wenigsten Patienten, die wegen einer Arthrose ein neues Gelenk eingesetzt bekommen, waren zuvor aktive Sportler. Dennoch gibt es auch hier große Unterschiede, was die Vorerfahrung betrifft. Der eine hat sich noch nie gerne bewegt, der andere freut sich, endlich mal wieder Wandern oder Rad fahren zu können. „Gegen all das ist auch schon in der ersten Zeit nach der Operation nichts einzuwenden – theoretisch“, bremst Dr. Middeldorf zu großen Tatendrang erst einmal ab. „Beim Fahrradfahren ist die Bewegung selbst unproblematisch, schwieriger ist es jedoch mit der Sturzgefahr. Die sollte sich zunächst noch im Rahmen halten.“ Hier gilt für die erste Zeit: Ergometer statt Geländetouren.

Schwimmen und Spazierengehen ist hingegen auch schon kurz nach der OP nicht nur möglich, sonder auch zu empfehlen. Die Bewegung stabilisiert nicht nur Muskeln und Bänder, sondern auch noch das Herz-Kreislaufsystem. „Das schönste Gelenk bringt schließlich nichts, wenn der Rest des Körpers bei der neu gewonnenen Bewegungsfreiheit nicht mitzieht. Und wer sich nach der OP wieder bewegt, pflegt damit sein neues Gelenk am besten.“

 

Dr. Stefan Middeldorf

Chefarzt und Leitung des Fachzentrums Orthopädie in der Schön Klinik Bad Staffelstein.

Profil von Dr. Stefan Middeldorf

 

Hüft-Endoprothese (Hüft-TEP)

Wie sieht die Operation bei einer Hüft-Endoprothese aus, was kann ich vor der OP tun und was sollte ich mit künstlicher Hüfte beachten?

Hüft-Endoprothese (Hüft-TEP)

Knie-Endoprothese (Knie-TEP)

Was passiert bei einer Knie-TEP, was muss ich vor der OP beachten und wie sieht der Alltag mit einem neuen Kniegelenk aus?

Knie-Endoprothese (Knie-TEP)