Sexueller Missbrauch

Was ist sexueller Missbrauch?

Bild einer Patientin mit sexuellem Missbrauch

Bild einer Patientin mit sexuellem Missbrauch

Unter sexuellem Missbrauch verstehen wir jede sexuelle Handlung, die jemandem von einer mächtigeren Person zu deren eigener Befriedigung aufgedrängt wird. Die Überlegenheit des Missbrauchers kann darin bestehen, dass er älter, körperlich stärker oder in einer höheren sozialen Position ist.

Sexueller Missbrauch ist durch drei Eigenschaften gekennzeichnet

  • Eine sexuell gefärbte Handlung wird aufgedrängt
  • Es besteht ein Machtgefälle
  • Die Bedürfnisse des Missbrauchers stehen im Vordergrund

Formen von sexuellem Missbrauch

Die sexuelle Handlung selbst kann unterschiedliche Formen annehmen. Sie kann allein aus verbalen Belästigungen bestehen wie z.B. das Erzählen, Beschreiben oder Abfragen sexueller Inhalte, kann sich aber auch im visuellen Bereich durch das Zeigen pornographi­scher Abbildungen oder Filme oder das Fotografieren eines kindlichen Körpers mani-festieren. Auch die Zur-Schau-Stellung des Körpers und das heimliche oder offene Betrachten ist hier einzuordnen. Grundsätz­lich gehören zum Missbrauch alle sexuellen Berührungen, die ein Erwachsener an einem Kind vornimmt oder das Kind an ihm vornehmen muss. Ebenfalls zählen dazu alle ungewollten sexuellen Handlungen, die eine mächtigere Person an einer schwächeren vornimmt.

Wer wird missbraucht und wie häufig kommt sexueller Missbrauch vor?

Jeder kann Opfer von sexuellem Missbrauch werden. Kinder sind jedoch körperlich schwach und abhängig von Erwachsenen, weshalb sie leicht auszubeuten und daher besonders gefährdet sind. Je nachdem wie der Begriff Missbrauch definiert wird, zeigen Studien, dass 2 bis 25% der Frauen und 1 bis 6% der Männer als Kind missbraucht worden sind. Frauen in jedem Alter werden deutlich häufiger missbraucht als Männer.

Wer sind die Täter von sexuellem Missbrauch?

Bei Kindern sind die Täter meistens Männer, die aus dem engsten Bekanntenkreis kommen; es können aber auch Frauen sein. Am häufigsten sind es Väter und Stiefväter, aber auch Großväter, ältere Brüder, enge Familien­freunde oder Nachbarn. Sie kommen aus allen Schichten. Auch bei Erwachsenen wird sexueller Missbrauch am häufigsten von Männern ausgeübt.

Welche Folgen können durch sexuellen Missbrauch entstehen?

Grundsätzlich können alle psychosomatischen Beschwerden auch Folge von sexuellem Missbrauch sein. Oft empfinden die Betroffenen Gefühle von Ängstlichkeit, Entfremdung, Isolierung, Niedergeschlagenheit, Wertlosigkeit, Schuld oder Scham.

Desweiteren können auftreten:

  • Depressionen
  • Angststörungen
  • Essstörungen
  • Schlaf-Störungen sowie
  • Beziehungs- und sexuelle Probleme

Auch die Symptome einer posttraumatischen Belastungsstörung können sich zeigen.

Es gibt aber auch viele Frauen, die die Folgen eines Missbrauchs verarbeiten können, ohne langfristig Symptome zu entwickeln. Entscheidend hierbei ist, wie sich herausgestellt hat, die Art der Bewältigungsstrategie.

Sind die Folgen von sexuellem Missbrauch behandelbar?

Eine Besserung des Wohlbefindens ist in jedem Alter möglich, da es für alle oben beschriebenen Beschwerden inzwischen sehr gute Therapiemöglichkeiten gibt.

Weitere Informationen zum Behandlungsbild ‚sexueller Missbrauch‘ finden Sie hier


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Dr. med. Carl Leibl

Tel.: 08051 68-3185

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