Reiz-Darm-Syndrom

Was ist ein Reiz-Darm-Syndrom?

Bauch- und Darm-Beschwerden sind häufig beim Reiz-Darm-Syndrom

Bauch- und Darm-Beschwerden sind häufig beim Reiz-Darm-Syndrom

Kaum eine andere Krankheit ist so häufig Anlass für Patienten, den Arzt aufzusuchen, wie das Reiz-Darm-Syndrom. Diese Patienten leiden unter vielfältigen Symptomen, die im Alltag sehr stark beeinträchtigend sein können: Häufige Blähungen, Bauchschmerzen, Auftreibung des Leibes, Stuhlgangunregelmäßigkeiten zwischen Durchfall und Verstopfung, Schleimbeimengungen im Stuhlgang und viele weitere Beschwerden.

Reiz-Darm-Syndrom. Der Arzt findet nichts

Ganz im Gegensatz zu dem quälenden Ausmaß der Beschwerden, scheinen die Ergebnisse der ärztlichen Diagnostik zu stehen. Hier ist typischerweise nämlich "alles in Ordnung". Sowohl die Blutuntersuchungen, die Ultraschalldiagnostik als auch Darm- oder Magenspiegelung sind beim Reiz-Darm-Syndrom vollständig unauffällig.

Reiz-Darm-Syndrom und die Fehlfunktion der Nervenzellen

Die Symptome werden nicht durch eine fassbare Schädigung der Bauchorgane hervorgerufen, sondern durch eine Fehlfunktion der Nervenzellen, die sich zahlreich im Bereich des Bauches finden. Sie signalisieren dem Gehirn Schmerzen oder Funktionsstörungen, führen damit zu den häufig unerträglichen Beschwerden und stören so ihrerseits die gesunde Funktionsfähigkeit der Bauchorgane.

Gibt es eine Untersuchung, die das Reiz-Darm-Syndrom beweisen kann?

Untersuchungsergebnisse, die sicher auf ein Reiz-Darm-Syndrom hinweisen oder es andererseits ausschließen können gibt es nicht. Wir können heute davon ausgehen, dass das Reiz-Darm-Syndrom eine Störung eines organisch gesunden` Verdauungsapparates ist. Die Diagnose eines Reiz-Darm-Syndroms darf gestellt werden, wenn die typische Symptomatik über einen längeren Zeitraum besteht und gleichzeitig eine organische Ursache der Beschwerden ausgeschlossen wurde.

Reiz-Darm-Syndrom und die Rolle der Psyche

Das Reiz-Darm-Syndrom ist keine psychische Erkrankung. Gleichwohl spielen psychische Faktoren für Beginn und Verlauf eine wichtige Rolle. Stressfaktoren führen häufig zu einer erheblichen Beschwerdezunahme. Insbesondere scheinen belastende Lebensumstände das Auftreten von Reiz-Darm-Symptomen stark zu begünstigen.
Darüber hinaus treten recht häufig Depressionen und Angststörungen gemeinsam mit dem Reiz-Darm-Syndrom auf.

Reiz-Darm-Syndrom. Veränderung der Wahrnehmung

Für die Beschwerden selbst ist offensichtlich ausschlaggebend, wie sie durch unser Bewusstsein verarbeitet werden. Unser Gehirn filtert die vielerlei Wahrnehmungen, die es ständig erreichen so aus, dass unser Bewusstsein nicht durch Informationen überflutet wird. In aller Regel werden die Verdauungsvorgänge selbst kaum registriert, obwohl hierfür entsprechende Nervenstränge angelegt sind. Offensichtlich haben die meisten Menschen gelernt, diese Signale nicht wahrzunehmen. Die charakteristische "Überempfindlichkeit" der Nervenzellen des Magen-Darmtraktes beim Reiz-Darm-Syndrom führt dazu, dass selbst Vorgänge, die zur normalen Darmtätigkeit gehören, als Beschwerden empfunden werden können.

Reiz-Darm-Syndrom. Was hilft?

Funktionelle Beschwerden lassen sich häufig durch Medikamente nur unzureichend beeinflussen. Auch die Lenkung der Ernährung hat nur begrenzte Effekte. Für diejenigen Patienten mit Reiz-Darm-Syndrom, die trotz solcher Behandlungen langdauernde und schwerwiegende Beschwerden haben, ist die Psychotherapie eine vielversprechende Alternative.

Reiz-Darm-Syndrom. Psychotherapie, eine erfolgversprechende Alternative

In zahlreichen kontrollierten Studien konnte die Wirksamkeit insbesondere von Therapiepaketen aus unterschiedlichen Elementen belegt werden.

In unserer Klinik wird auf der Basis dieser wissenschaftlichen Befunde ein umfassendes Therapieangebot bereitgestellt, das bei schweren funktionellen Magen-Darm-Erkrankungen sehr gute Aussicht auf Erfolg bietet.

Morbus Crohn und Colitis ulcerosa

Die chronisch entzündlichen Darmerkrankungen Morbus Crohn und Colitis ulcerosa sind schubweise Erkrankungen, die für das Leben der Betroffenen häufig schwerwiegende Konsequenzen haben. Deswegen treten in Verbindung mit diesen Erkrankungen häufig seelische Probleme, wie Depressionen, Angststörungen und Essstörungen auf. Andererseits sind die Symptome dieser Erkrankungen und auch die Schübe nicht selten abhängig von psychischen Belastungen. Für einen Teil der Betroffenen wird damit die Psychotherapie zu einer notwendigen Ergänzung des Behandlungsspektrums. Eine stationäre Krankenhausbehandlung in der Klinik Roseneck kommt für schwerwiegende psychische Begleitprobleme der chronisch- entzündlichen Darmekrankungen in Frage. Für diese Patientengruppe bietet unsereKlinik ein individuell zugeschnittenes psychotherapeutisches Programm mit internistischer Begleitung.

Chronisch entzündliche Darmerkrankungen. Abhängigkeit von psychischen Belastungen

Da psychischen Belastungen die Symptome und Schübe oft beeinflussen, wird für einen Teil der Betroffenen damit die Psychotherapie zu einer notwendigen Ergänzung des Behandlungsspektrums. Eine stationäre Krankenhausbehandlung in unserer Kinik kommt für schwerwiegende psychische Begleitprobleme der chronisch-entzündlichen Darmekrankungen in Frage. Für diese Patientengruppe bietet wir ein individuell zugeschnittenes psychotherapeutisches Programm mit internistischer Begleitung.

Weitere Informationen zum Behandlungsbild ‚Reiz-Darm-Syndrom‘ finden Sie hier

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Cuntz

PD Dr.med. habil. Dipl. Psych. Ulrich Cuntz

Tel.: 08051 68-3524

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