Schilderung eines Betroffenen mit chronischem Tinnitus
Bild eines Patienten mit chronischem Tinnitus
"... viele Wochen lang wurde ich immer des Abends zwischen 6 und 7 Uhr durch den starken Pfiff des As- Dur- Sext- Akkordes in höchster Piccolo- Lage verfolgt, ohne dass ich mich davon in irgend einer Weise hätte befreien können. Dies geschah regelmäßig täglich, gleichsam als warnender Mahnruf für die Zukunft! Ich habe daher die schreckliche Katastrophe in meinem Schicksal mit dem hellpfeifenden E im Finale des Streichquartetts "Aus meinem Leben" zu schildern getrachtet. Daher muss das E fortissimo die ganze Zeitwährung hindurch vorgetragen werden." Friedrich Smetana kennzeichnet in diesem Brief vom 23. Mai 1880 die tragische Bedeutung, die der Tinnitus für sein Leben gehabt hat. Der letzte Satz ist eine Art Anweisung an den Violonisten zu seiner Komposition, in der er seinen Tinnitus eindrücklich dargestellt hat, unmittelbar gefolgt von einem tieftraurig gehaltenen Ende. Es war eine Tragödie für diesen hochbegabten Musiker und Komponisten, dass er durch das Paralysestadium der damals noch nicht erkannten und unbehandelbaren Syphilis gerade an seinem verwundbarsten Organ getroffen wurde: seinem Hörvermögen, mit Tinnitus und Taubheit.
Allgemeine Verbreitung von Tinnitus
Die Tatsache, dass wohl jeder Mensch das Phänomen Tinnitus kennt, macht es schwierig, die Häufigkeit des Vorkommens zu bestimmen. Epidemiologische Erhebungen in USA, Großbritannien, Schweden und Deutschland belegen, welch große Zahl von Menschen mittelbar oder unmittelbar durch Tinnitus betroffen sind. So sind nach einer repräsentativen Erhebung der Deutschen Tinnitus- Liga (1998) in Deutschland ca. drei Millionen Erwachsene (4% der Bevölkerung) von chronischem Tinnitus betroffen, von denen zum Befragungszeitpunkt weit über zwei Drittel den Tinnitus seit über zwei Jahren haben (26% 2 bis 5 Jahre; 22%5 bis 10 Jahre; 25% über 10 Jahre). Jährlich kommt es bei ca. 10 Millionen zu Tinnitus, der bei ca. 340.000 in eine chronische Form übergeht (Neuerkrankungsrate). Männer sind dabei etwas in der Überzahl und die meisten Betroffenen sind über 60 Jahre alt, Tinnitus kommt aber auch bei Kindern und Jugendlichen vor. In über der Hälfte werden die Ohrgeräusche als hohe Töne beschrieben und sind in über zwei Drittel Dauergeräusche.
Lokalisation des Tinnitus
Linksseitig wird der Tinnitus etwas häufiger wahrgenommen (39%), kann aber auch im Kopf lokalisiert sein (39%). Der chronische Tinnitus wird von 37% nur bei Stille wahrgenommen, bei 44% läßt sich der Tinnitus durch Umgebungsgeräusche überdecken demgegenüber er sich in 17% der Fälle selbst durch starken Lärm nicht übertönen lässt. 9% der chronisch Betroffenen machen sich beträchtliche Sorgen wegen des Tinnitus und 37% fühlen sich im persönlichen Bereich beeinträchtigt.
Interview mit Chefarzt Prof. Dr. Goebel
Hören Sie hier ein Interview mit Prof. Dr. Goebel. Das Gespräch behandelt das Thema "Tinnitus".
Die medizinischen Schwerpunkte in unserem Krankenhaus sind u.a.
Das oberste Qualitätsziel der Schön Klinik Roseneck ist ein individuell auf den Patienten abgestimmtes Behandlungskonzept auf dem neuesten Stand der empirischen Forschung. Mehr als 25 Jahre Erfahrung und eine enge Kooperation mit der Ludwig-Maximilians-Universität unterstreichen das hohe Behandlungsniveau des Krankenhauses auf wissenschaftlich neuestem Stand. Das Krankenhaus wird jährlich nach DIN ISO 9001 zertifiziert. Das Krankenhaus am Chiemsee verfügt über 385 Betten und behandelt pro Jahr rund 2500 Patienten.