Schwerpunkt Chronische Schmerzen

Schmerzen haben eine zentrale Bedeutung für das menschliche Erleben

Biofeedback in der Behandlung von chronischen Schmerzen

Biofeedback in der Behandlung von chronischen Schmerzen

"Alles, was von den Menschen getan und gedacht wird, gilt der Befriedigung gefühlter Bedürfnisse, sowie der Stillung von Schmerzen." (Albert Einstein) Diese Worte von Albert Einstein kennzeichnen die zentrale Bedeutung, die Schmerzen für das menschliche Erleben haben. Man sollte daher annehmen, dass die wissenschaftliche Beschäftigung mit dem Phänomen Schmerz auf eine lange Forschungstradition zurückblicken kann, die wesentlichen Mechanismen der Entstehung und Aufrechterhaltung von Schmerzen bekannt sind und ein allgemein anerkannter und empirisch ausreichend gesicherter Maßnahmenkatalog zur Behandlung von Patienten mit chronischen Schmerzen besteht. Jedoch weit gefehlt.

Schmerzen als eigenständiges Krankheitsbild

Schmerzen wurden in den letzten Jahrhunderten eher als Begleiterscheinung körperlicher Erkrankungen betrachtet, weniger jedoch als eigenständiges Krankheitsbild. Erst seit Beginn der 60er Jahre - inspiriert durch einige bahnbrechende Arbeiten zur Schmerzverarbeitung aus den USA - werden Schmerzen immer stärker als eigenständiges Phänomen betrachtet und zunehmend intensiver untersucht und erforscht. Inzwischen ist es gerade in der Schmerzforschung zu einer wirklich fruchtbringenden interdisziplinären Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen wissenschaftlichen Fachdisziplinen (wie Anaesthesiologie, Neurologie, Physiologie, Orthophädie, Pharmakologie, Biologie, Psychologie etc.) gekommen, um dem "Rätsel Schmerz" auf die Spur zu kommen.

Akute versus chronische Schmerzen

Die Unterscheidung zwischen akuten und chronischen Schmerzen ist von besonderer Wichtigkeit für die Schmerzbehandlung. Nur wenn man die Prozesse kennt, die chronische Schmerzen aufrechterhalten, kann man auch ganz gezielt etwas gegen sie unternehmen.

Akute Schmerzen

Akute Schmerzen dauern nur eine kurze Zeit an und können als eine Art Warnsignal des Körpers verstanden werden. Sie signalisieren eine Gefährdung des Körpers, z.B. durch Verletzungen oder bestimmte Krankheitsprozesse, die im Körper stattfinden. Bei akuten Schmerzen kann in der Regel ein auslösender Reiz gefunden werden, der Schmerz ist gut lokalisierbar und klingt nach Beendigung der Reizung zumeist innerhalb von Sekunden bis Wochen wieder ab. Hier besitzen Schmerzen noch eine klare Warn- bzw. Schutzfunktion und löst Verhaltensreaktionen zur Beseitigung oder Vermeidung der Schmerzursache aus.

Chronische Schmerzen

Bei chronischen Schmerzen liegt diese enge Verbindung zum schädigenden Reiz jedoch zumeist nicht mehr vor und es lassen sich keine schmerzverursachende Schädigungen finden. Ebenso häufig lassen sich zwar somatische Faktoren oder pathophysiologische Prozesse identifizieren, die jedoch mit den heutigen medizinischen Methoden nicht beseitigt werden können (z.B. Migräne, Rheuma, Krebs). Damit verlieren die Schmerzen ihre Warnfunktion und werden vom Symptom zur Krankheit selbst. Viele Experten sprechen daher auch von der Schmerzkrankheit.

Ursache bei chronischen Schmerzen

Da sich bei chronischen Schmerzen häufig keine eindeutige Schmerzursache finden lässt, haben viele Patienten das Gefühl, als Simulanten angesehen zu werden. Auch die leider noch recht häufig verwendete Diagnose "psychogene Schmerzen" suggeriert, dass es eine klare Trennung zwischen körperlichen ("somatischen") und seelischen ("psychogenen") Schmerzen gibt. Die meisten Patienten sind in dieser Situation sehr verunsichert, enttäuscht oder wütend. In der modernen Schmerztherapie wird davon ausgegangen, dass die Schmerzen, die von einem Patienten berichtet werden, immer echt sind, egal ob mit oder ohne erkennbare Ursache. Nur der Patient selbst kann entscheiden, ob er Schmerzen hat und wie stark sie sind. Grundsätzlich besteht jeder Schmerz, und dies gilt ganz besonders für den chronischen Schmerz, aus körperlichen und psychischen Anteilen. Und alle Schmerzen entstehen letztendlich im Kopf, nämlich erst nach der Verarbeitung der Schmerzimpulse durch unser Gehirn.

Ihr Ansprechpartner

Heuser

Dr. rer. nat. Dipl.-Psych. Jörg Heuser

Tel.: 08051 68-0

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