Untergruppen von Somatoformen Störungen
Oberbegriff: Somatoforme Störungen
Der Ausdruck "Somatoforme Störungen" stellt auch einen Oberbegriff dar, der verschiedene Störungsvarianten und Kategorien zusammenfasst. Dazu zählen nach dem amerikanischen Diagnosensystem DSM-IV die Somatisierungsstörung, die undifferenzierte somatoforme Störung, die somatoforme Schmerzstörung, und die Konversionsstörung. Weitere Untergruppen sind die hypochondrische Störung und die körperdysmorphe Störung.
Somatisierungsstörung
Patienten mit einer Somatisierungsstörung leiden typischerweise an multiplen körperlichen Symptomen in unterschiedlichen Organbereichen (z.B. Schmerzen in mehreren Körperteilen, Magen-Darm-Beschwerden, psychosexuelle Symptome wie Menstruationsbeschwerden, sexuelle Lustlosigkeit oder Potenzprobleme und neurologische Symptome wie Schwindel, Kloßgefühl im Hals, Muskelschwäche, etc.). Die Somatisierungsstörung ist durch einen frühen Krankheitsbeginn (vor dem 30. Lebensjahr) und durch einen langandauernden Verlauf gekennzeichnet.
Undifferenzierte somatoforme Störung
Die undifferenzierte somatoforme Störung ist dagegen durch eine oder mehrere körperliche Beschwerden charakterisiert, die mindestens sechs Monate lang andauern und ebenfalls zu erheblichen Einschränkungen in verschiedenen Lebensbereichen führen.
Somatoforme Schmerzstörung
Von einer chronischen somatoformen Schmerzstörung spricht man hingegen, wenn ein mindestens sechs Monate lang dauernder chronischer Schmerz im Vordergrund steht, der nicht ausreichend durch körperliche Befunde erklärt werden kann. Eine übermäßige und anhaltende Beschäftigung mit dem Schmerz sowie ein beträchtlicher Leidensdruck sind ebenfalls charakteristisch.
Konversionsstörung
Die Konversionsstörung ist durch eine Veränderung oder einen Verlust von körperlichen Funktionen charakterisiert, die offensichtlich Ausdruck eines psychischen Konflikts oder Bedürfnisses sind. Die Symptomatik lässt typischerweise eine neurologische Grunderkrankung vermuten (z.B. Krampfanfälle, Lähmung, Koordinationsstörungen, Sehstörungen oder Sensibilitäts- oder Empfindungsstörungen, etc.), die medizinisch nicht nachzuweisen ist.
Hypochondrische Störung
Bei der hypochondrischen Störung ist weniger das Vorliegen von körperlichen Symptomen entscheidend, sondern vielmehr die anhaltende Angst oder Überzeugung, an einer schweren Krankheit (z.B. Krebs, Aids) zu leiden.
Körperdysmorphen Störung
Bei der körperdysmorphen Störung steht eine übertriebene Beschäftigung mit einem eingebildeten, nicht vorhandenen oder nur geringfügigen körperlichen Mangel im Vordergrund der Symptomatik. Die betroffene Person empfindet sich aufgrund einer körperlichen Besonderheit wie z.B. der Form der Nase, ein Leberfleck oder Falten im Gesicht als besonders hässlich.