Thematische Therapiegruppen von A wie Angst bis Z wie Zwang

In der Therapie-Gruppe treffen sich Patienten mit ähnlichen Problemen.

In der Therapie-Gruppe treffen sich Patienten mit ähnlichen Problemen.

Zahlreiche Behandlungsangebote der Schön Klinik Roseneck finden im Gruppenformat statt. Zu Ihrer Information haben wir die nachfolgende Übersicht erstellt, aus der Sie die Gruppentherapieangebote ersehen können. Zum einen handelt es sich um das breite Spektrum unserer so genannten Indikativgruppen, zum anderen um die Gruppenangebote unserer Fachabteilungen (z.B. Sport- und Bewegungstherapie). Die Indikativgruppen sind Spezialgruppen zu einer bestimmten Erkrankung (z.B. Depression), die einen festen Aufbau und eine feste Patientenzusammensetzung haben. Daneben gibt es auf Ihrer Station die so genannte Allgemeine Psychotherapiegruppe, die thematisch offener ist, auch fortlaufend und nicht fest zusammengesetzt. Eine Beschreibung der Allgemeinen Psychotherapiegruppe findet sich in der Übersicht nicht. Jede Patientin und jeder Patient nimmt an dieser routinemäßig teil. Alle übrigen Angebote haben wir nachfolgend kurz skizziert. Für einige davon hat sich im Alltagssprachgebrauch der Klinik eine Kurzbezeichnung eingebürgert, diese ist jeweils an Ort und Stelle mit aufgeführt. Ihre Bezugstherapeutin bzw. Ihr Bezugstherapeut bespricht mit Ihnen den Therapieplan und erläutert Ihnen, welche Gruppenangebote in der Behandlung Ihres Leidens erforderlich sind. Wir wünschen Ihnen einen guten und erfolgreichen Aufenthalt in unserer Klinik!

Therapiegruppen im Überblick

Achtsamkeit bei Depression, Angst und Stress (ADAS)

Diese Gruppe ist vor allem für Menschen mit „Stresserkrankungen“ im weitesten Sinne gedacht: „Burnout“ und leichtere Formen von Depression mit hoher Grübelneigung, aber auch als Rückfallprophylaxe für Patienten, die einer schweren depressiven Episode durchgemacht haben, für  sog. „Anpassungs-störungen“ im Zusammenhang mit belastenden Lebensumständen (z.B. körperliche Erkrankungen, Pflege von Angehörigen etc.) und für Menschen, die unter generalisierten Ängsten leiden und sich besonders viele Sorgen machen. Es werden verschiedene Übungen vermittelt und gemeinsam praktiziert, die den Teilnehmern helfen können, eine innere Haltung von „Achtsamkeit“ zu entwickeln — also ganz gesammelt im „Hier-und-Jetzt“ anzukommen und wieder mehr „bei Sinnen“ statt im ständig bewertenden Denken und Grübeln zu sein. Dies ermöglicht einen besseren Umgang mit Stress und seinen Auswirkungen. Voraussetzung für die Teilnahme ist die Bereitschaft zu eigenständigem Üben.

Angstbewältigungs-Therapiegruppe ABT

Diese Therapiegruppe richtet sich an Patienten mit Panikattacken und mit Agoraphobie. Panikattacken sind Angstanfälle mit körperlichen Beschwerden wie Herzrasen, Schwindel, Atemnot oder Zittern. Agoraphobie bezeichnet Angst vor öffentlichen Plätzen und Situationen - auch z.B. Benutzung von Verkehrsmitteln, Betreten von Kaufhäusern, (Kino-)Sälen – verbunden mit ausgeprägtem Vermeidungsverhalten. Dies führt bei den Patienten zu ganz erheblichen Einschränkungen des normalen Lebensvollzugs und der Regelung von Alltagsdingen. Die Patienten erlernen in dieser Therapiegruppe den Umgang mit ihrer Angst und Vermeidung sowie ein Verständnis der zugrundeliegenden Zusammenhänge. Mit Hilfe von therapeutisch angeleiteten und zunächst begleiteten, später auch allein durchgeführten Übungen erlernen sie, sich mit der Angst zu konfrontieren, sie auszuhalten und sie zu reduzieren (Prinzip der "Exposition").

Arbeit und Gesundheit im Lehrerberuf AGIL

In dieser auf die spezifischen Belastungskonstellationen im Lehrerberuf fokussierenden Therapiegruppe geht es darum, Zusammenhänge zwischen beruflicher Belastung und psychosomatischen Beschwerden deutlich zu machen, um hieraus im Schulalltag umsetzbare Stressbewältigungsstrategien abzuleiten: 1. Identifikation und adäquate Reaktion auf Überlastungshinweise („Achtsamkeit“), 2. Erweiterung des individuellen Repertoires von Bewältigungsmöglichkeiten („Möglichkeit“), 3. Bearbeitung von stressverstärkenden Gedanken und Einstellungen („Denkbarkeit“) sowie 4. Einübung positiven Ausgleichsverhaltens („Erholung“)

Bewerbungstraining

Patienten, bei denen nach dem Klinikaufenthalt die Suche nach einem neuen Arbeitsplatz bzw. Ausbildungsplatz / Praktikumsplatz ansteht, werden mit den theoretischen und praktischen Aspekten von Bewerbungen vertraut gemacht. Neben der sorgfältigen Vorbereitung der schriftlichen Unterlagen geht es schwerpunktmäßig darum, Bewerbungsgespräche systematisch vorzubereiten, einschließlich des Umgangs mit schwierigen, u.a. Vorerkrankungen und Fehlzeiten betreffenden Fragen, und in Rollenspielen zu üben. (Angebot der Abteilung Soziotherapie)

Depressionsbewältigungstherapie DBT

Diese Therapiegruppe ist nach den Prinzipien der kognitiven Verhaltenstherapie zur Depressionsbehandlung konzipiert. Nach Vermittlung von Informationen über Störungsbild und Behandlungsmöglichkeiten werden die Patienten mit Methoden, um Stimmung und Befinden selbst zu verbessern, vertraut gemacht, insbesondere mit dem Aufbau so genannter positiver Aktivitäten und dem Hinterfragen und Verändern von belastenden Gedanken und können in der Gruppe erste eigene Erfahrungen damit machen.

Essstörungs-Bewältigungs-Therapiegruppe EBT

Diese Therapiegruppe wurde speziell für Patienten mit Essstörungen konzipiert. Mögliche Ursachen und Folgen des problematischen Essverhaltens werden bewusst gemacht. Thematische Schwerpunkte sind unter anderem Hunger-, Appetit- und Sättigungsregulation, Zielerarbeitung und Fachinformationen zur Umstellung des Ess- und Ernährungsverhaltens, Tagesplangestaltung und Rückfallprophylaxe.

Essstörungs-Bewältigungs-Therapiegruppe für Adipöse EBT-A

Gestörtes Essverhalten ist eine häufige Begleiterscheinung von Übergewicht und Adipositas. Essanfälle, unstrukturiertes Essen oder nächtliche Mahlzeiten sind häufig Folge von überzogenen Versuchen, mit einschneidenden Diäten das eigene Übergewicht zu bekämpfen; häufig auch Folge von seelischen Problemen und psychischen Belastungen. Andererseits führt gerade unstrukturiertes Essen wieder zum Gewichtsanstieg. Aufgabe dieser Therapiegruppe ist es, Wege zu einer nachhaltigen Gewichtsabnahme über eine geregelte und ausreichende Mahlzeitenstruktur zu finden.

Fertigkeitengruppe FG

Im Rahmen dieser Therapiegruppe werden Patientinnen und Patienten mit einer "Emotional instabilen Persönlichkeitsstörung" bzw. einer "Borderline-Persönlichkeitsstörung" grundlegende Informationen über das Krankheitsbild vermittelt. Nach der Einführung in die Symptomatik von Persönlichkeitsstörungen wird das Behandlungskonzept der Dialektisch-Behavioralen Therapie nach Marsha Linehan vorgestellt, auf das sich dieses Behandlungsangebot bezieht. Neben dem so geannten Skillstraining (= Fertigkeitentraining) wird auch der bessere Umgang mit den eigenen Gefühlen (Emotionsregulation) sowie das Prinzip der Achtsamkeit vermittelt. Die gesamte Indikativgruppe ist sehr praxis- und übungsorientiert aufgebaut und bietet für alle drei Behandlungsbausteine konkrete Übungsmöglichkeiten an.

Gestaltungstherapie in Gruppen

Gestaltungstherapie ist ein psychotherapeutisches Verfahren, bei dem Erlebnisse, Gefühle und Visionen werden nonverbal über Bilder und Objekte zum Ausdruck gebracht und reflektiert. Die Gestaltungstherapiegruppe ist in besonderer Form geeignet für Menschen, die ihre Konflikte und Probleme nicht so leicht in Worte fassen können. Mit Hilfe des Gestaltens und der Reflexion darüber werden der Selbstausdruck und der emotionale Entwicklungsprozess gefördert, das Vertrauen in die eigene Intuition und Kreativität gestärkt sowie perfektionistische Ansprüche und Selbstzweifel reflektiert. Neu entdeckte Potentiale, Strategien zur Problemlösung und nonverbale Kommunikation werden erprobt, Ziele, Wünsche und Bedürfnisse visualisiert, Unaussprechliches ans Licht gebracht und damit eine heilsame Distanz und Entlastung geschaffen und schöpferische Freude, Erkenntnis und Entspannung geweckt. (Angebot der Abteilung Gestaltungstherapie)

Gruppentherapie für Soziale Kompetenz GSK

In dieser Therapiegruppe soll sozial kompetentes, selbstsicheres Verhalten aufgebaut und eingeübt werden. Neben der Vermittlung einer theoretischen Grundlage, liegt der Schwerpunkt auf praktischen Übungen, die möglichst realitätsnah sein sollen. Deshalb wird auch anhand von eigenen Beispielen der Gruppenteilnehmerinnen und –teilnehmer geübt. Wichtige Themenbereiche sind unter anderem 'Nein Sagen', 'Kritik Äußern', 'Kritik Annehmen' sowie 'Persönliche Rechte in Anspruch nehmen'.

Krankengymnastik im Gruppenformat

Gleichgewichtstraining: Patienten mit sich oft wiederholenden Schwindelanfällen bei Morbus Menière, phobischem Schwindel („Angstschwindel“), gutartigem Lagerungsschwindel und Polyneuropathie (Störung der Koordination bei Erkrankungen des Nervensystems) finden in der Gruppe Anleitung und Hilfen, wie sich das Gleichgewichtssystem durch gezieltes Provozieren leichter Schwindelanfälle langsam wieder an Belastungen gewöhnen kann. Krankengymnastik am Gerät: In dieser Gruppe werden Patienten mit Muskelschwächen mit Hilfe einfacher Geräte angeleitet, das Zusammenspiel der Muskulatur zu koordinieren. (Angebot der Abteilung Krankengymnastik)

Oecotrophologie - „Lehrküche“

Die “Lehrküche“ ist ein Therapiegruppenangebot für Patientinnen und Patienten der Essstörungsstationen. Dabei handelt es sich nicht um einen Kochkurs, in dem perfekt das Kochen erlernt werden soll. Ziel ist es, in Seminarform (Theorie/Praxis) einen neuen Umgang mit Lebensmitteln, Portionsgrößen u.ä. zu erlernen. Gerade dies ist wichtig zur Unterstützung der Essstörungstherapie und für die Alltagssituation von Essgestörten nach dem Klinikaufenthalt. (Angebot der Abteilung Oecotrophologie)

Progressive Muskelentspannung – PME – in Gruppen

Die Progressive Muskelentspannung ist ein klassisches Entspannungsverfahren, das der/dem Übenden ermöglichen soll, in einen Zustand der inneren Ruhe und der körperlichen Gelassenheit zu gelangen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden angeleitet, verschiedene Muskelgruppen anzuspannen und wieder locker zu lassen und über das Fokussieren der Aufmerksamkeit auch in eine geistige Entspannung zu kommen. Auf einigen Stationen wird gelegentlich zu diesem Zweck auch das Entspannungsverfahren "Autogenes Training" in einer klinikeigenen Variante eingesetzt.

Psychisch gesund im Polizeiberuf PiP

Diese Therapiegruppe ist auf die spezifischen Belastungskonstellationen im Polizeiberuf fokussiert. Zunächst geht es darum, Zusammenhänge zwischen beruflicher Belastung und psychosomatischen Beschwerden deutlich zu machen, um hieraus im Berufsalltag umsetzbare Stressbewältigungsstrategien abzuleiten. Dazu können – je nach individueller Situation - das Erkennen und adäquate Reagieren auf Überlastungshinweise, das Bearbeiten von stressverstärkenden Gedanken und Einstellungen sowie das Erweitern von Strategien zur Konfliktbewältigung und das Einüben positiven Ausgleichsverhaltens gehören.

Psychophysiologische Gruppe

In dieser Therapiegruppe werden Grundlagen des komplexen Zusammenspiels von körperlichen, sozialen und psychischen Einflussfaktoren und der Entstehung von psychosomatischen Erkrankungen vermittelt. Die Psychophysiologische Gruppe ist insbesondere für Patientinnen und Patienten mit chronischen Schmerzen, mit Tinnitus sowie mit anderen körperlichen Beschwerden konzipiert.

Schmerzbewältigungstherapie SBT

Hier werden Patienten mit chronischen Schmerzen Bewältigungsfertigkeiten zum Umgang mit ihren Schmerzen vermittelt. Nach einer Einführung in die Grundlagen der Schmerzentstehung und –verarbeitung erfolgt eine Analyse der individuellen schmerzauslösenden und schmerzverstärkenden Einflussfaktoren und die hierauf abgestimmte konkrete Vermittlung von Strategien und Übungen zur Schmerzbewältigung und zur Verringerung der mit den Schmerzen einhergehenden Beeinträchtigungen.

Selbstbehauptungs-Therapiegruppe

Dies ist ein Therapieangebot für Frauen mit Gewalterfahrung oder hohem Gefährdungspotential. Ziel ist es, eigene Grenzen setzen zu lernen, Gefahrensituationen einschätzen zu können und sich schützen zu lernen, bis hin zu einfachen Selbstverteidigungstechniken. Hinweis: Die Gruppe kommt vor allem als Aufbaugruppe für Teilnehmerinnen der Fertigkeitengruppe und der Traumagruppe (PTSD-Gruppe) in Betracht.

Somatisierungsstörungs-Therapiegruppe

Dieses Angebot wendet sich an Patientinnen und Patienten mit körperlichen Beschwerden, die medizinisch nicht ausreichend erklärt sind und bei denen die medizinischen Möglichkeiten der Behandlung keine ausreichende oder dauerhafte Besserung bringen. Solche Beschwerden können unterschiedlichste Ursachen haben: Sie können beispielsweise auf vorangegangene körperliche Erkrankungen zurückgehen oder eindeutig mit pychischen Belastungen zusammenhängen. In der Therapiegruppe werden individuell unterschiedliche Strategien erarbeitet, solche Beschwerden aktiv zu beeinflussen und zu bewältigen.

Soziale-Phobie-Gruppe

Dies ist eine strukturierte Gruppentherapie nach den Prinzipien der kognitiven Verhaltenstherapie zur Behandlung sozialer Ängste. Nach Vermittlung von Informationen, wie die Symptomatik entsteht und bestehen bleibt, werden die Patientinnen und Patienten mit dem Prinzip der Konfrontation mit angstauslösenden Situationen vertraut gemacht. Sowohl in der Gruppe als auch außerhalb des Klinikumfeldes werden praktische Übungen zur Angstbewältigung durchgeführt.

Sport- und Bewegungstherapie

Diese Therapieangebote gliedern sich in stationsübergreifende und stationsbezogene Gruppen. Stationsübergreifende Gruppen sind: Gymnastik; Hockergymnastik; Wirbelsäulengymnastik; Wassergymnastik; Beckenbodengymnastik; Nordic Walking Gruppe / Technik; Nordic Walking Gruppe / freies Training; Schwimmkurs; Atemtherapie; Atemtherapie bei Schlafstörungen; Körperbezogene Achtsamkeitstherapie (KAT); Ausdauertraining bei Depression (IDA); Bewegungstherapie bei Adipositas (BTA).Stationsbezogene Gruppen sind: Körperpsychotherapie; Tanztherapie; Bewegungstherapie bei Essstörungen; Bewegungstherapeutische Einzeltherapien. (Angebot der Abteilung Sport- und Bewegungstherapie)

Stressbewältigung am Arbeitsplatz SBA

Viele psychosomatische Patienten fühlen sich im Berufsleben überlastet, was wiederum zu einer Symptomverstärkung und noch größerer Belastung führen kann. Ziel der Therapiegruppe SBA ist es, diesen Teufelskreis zu unterbrechen. Die aktuelle Arbeitssituation sowie das Verhalten und Erleben bei Überlastung werden unter die Lupe genommen, damit alltagstaugliche Perspektiven entwickelt und berufliche Probleme gelöst werden können. Themenschwerpunkte sind: Darstellung des persönlichen Belastungskreislaufes, Aufzeigen von Lösungsansätzen, Umgang mit Konflikten am Arbeitsplatz, theoretische und praktische Grundlagen der Stressbewältigung, Planung und Vorbereitung beruflicher Perspektiven.

Tinnitusbewältigungs-Therapiegruppe TBT

Patientinnen und Patienten mit quälendem chronischen Tinnitus finden mittels der Tinnitusbewältigungstherapie Wege, wie sie sich durch gedankliche und wertende Veränderungen des Tinnituserlebens von der Tinnitusbelastung befreien können. Grundlage der TBT sind kognitive Umstrukturierung, Ablenkungsstrategien, Stressbewältigung, Schlafstörung bei Tinnitus, Entspannungsverfahren und Hinweise zu Verhaltensänderungen bei Geräuschüberempfindlichkeit (Hyperakusis) sowie Gleichgewichtsstörungen (Morbus Menière). Begleitet wir die TBT von einer durchlaufenden Tinnitusinformationsgruppe (Beratung apparative Hilfen, Möglichkeiten der Selbsthilfe – z.B. in der Deutschen Tinnitus Liga DTL - Besprechung individueller Tinnitusprobleme, Stand der aktuellen Tinnitusforschung etc.).

Trauergruppe

Diese Therapiegruppe richtet sich an Patientinnen und Patienten mit einer sogenannten komplizierten Trauer. Im Unterschied zur 'regulären' Trauer werden hierunter jene Zustände verstanden, bei welchen sich intensive, langanhaltende Trauer über mehr als ein Jahr bis hin zu vielen Jahren erstreckt. Die Trauergruppe ist daher vor allem für Patienten gedacht, die auch deutlich nach dem Jahrestag des Trauerfalls starke und schwer eingrenzbare Trauerzustände haben. Wesentliche Inhalte der Trauergruppe sind das Durcharbeiten der schlimmsten Situation bei dem erlebten Todesfall, die Behandlung fortdauernder Grübelzustände und Gedanken, die Thematisierung bestimmter Vermeidungsverhaltensweisen und die Gewinnung einer neuen Perspektive.

Traumagruppe (PTSD-Gruppe)

Traumatische Ereignisse können zu psychischen Störungen führen, die als Posttraumatische Belastungsstörungen, in der englischen Literatur abgekürzt "PTSD" (= Post Traumatic Stress Disorder), bezeichnet werden. Schwerpunkt dieser Gruppe ist die Aufarbeitung vor allem sexueller Traumatisierungen. In der Traumagruppe werden Informationen über die verschiedenen Symptome sowie konkrete Therapieschritte zur Bewältigung dieser Symptome gegeben. Zudem werden noch andere Bereiche angesprochen, die bei traumatisierten Personen häufig beeinträchtigt und belastet sind, wie z.B. schwierige Beziehungsgestaltungen, Erkennen von gefährlichen Beziehungen oder dem Umgang mit Schuld- und Schamgefühlen. Diese Therapiegruppe wird nur für Frauen angeboten.

Zwangsbewältigungs-Therapiegruppe ZBT

Die Zwangserkrankung umfasst Gedankenzwänge und/oder Handlungszwänge, bei welchen die Gedanken bzw. Handlungen ständig wiederholt werden müssen und nicht mehr kontrolliert werden können, z.B. fortgesetztes Kontrollieren oder Waschen, fortgesetztes Denken von aufdringlichen und/oder bedrohlichen Gedanken. Es kann zu einer erheblichen zeitlichen Ausdehnung der Zwänge über den gesamten Tag hinweg – mit entsprechender Einschränkung des Lebensvollzugs und der Lebensqualität – kommen. Zentraler Bestandteil der Zwangsbewältigungstherapie-Gruppe ist eine Übungsphase, in welcher sich der Patient unter therapeutischer Anleitung und Begleitung den zwangsauslösenden Situationen stellt (Prinzip der "Exposition mit Reaktionsmanagement"). Auf diese Übungsphase wird in vorangehenden Abschnitten der Gruppe sorgfältig vorbereitet. Weitere intensive Übungselemente – auch im häuslichen Umfeld (und) nach Abschluss der Therapiegruppe – ergänzen die Behandlung.

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