Die Brucker-Biofeedback-Methode. Gelähmte Muskeln wieder aktivieren
Wenn die Nerven die Muskeln nicht mehr erreichen
Ralf Nickel und Stephanie Bardenwerper bei der Behandlung ihrer kleinen Patienten.
Bisher galt die Meinung, dass ein Schaden in der zentralen Steuerung nicht zu bessern sei. Dies ist inzwischen wissenschaftlich widerlegt. In den USA wird bereits seit Jahren erfolgreich die durch Prof. Dr. Bernhard Brucker begründete Lerntechnik angewandt, die es möglich macht, noch normal funktionierende Nervenzellen zu trainieren, neue Verbindungen zum Muskel herzustellen und damit Muskelfunktion zu verbessern. Dadurch ist auch noch nach Jahren der Schädigung eine funktionelle Verbesserung des Patienten möglich.
Nachdem wir selbst die Erfolge der Behandlung erlebt hatten, haben wir dieses Therapieverfahren zu einem festen Bestandteil unserer Behandlungen gemacht und können einen Teil der eigentlichen orthopädischen Probleme vermeiden bzw. verbessern. Mittlerweile sind wir Europäisches Therapie- und Schulungszentrum für diese Methode.
Durch Brucker-Biofeedback können vorhandene Nervenzellen trainiert werden
Am Computer werden alle Signale genau erfasst und anschließend ausgewertet.
Biofeedback ist allgemein die Rückmeldung von normalerweise unbemerkter Organfunktion. Bei der EMG-Biofeedbacktherapie nach Prof. Dr. Brucker wird hierfür ein Elektromyogramm, das heißt ein EMG verwendet. Über Klebeelektroden auf den Muskeln werden die Signale vom zentralen Nervensystem, die die Muskeln erhalten erfasst. Sind diese zu schwach, kann der Patient den entsprechenden Muskel nicht gezielt einsetzen. Durch das kontrollierte Training entstehen neue Nervenverbindungen, die zu einer Steigerung des am Muskel ankommenden Signals führen. Dies geschieht durch den Einsatz von visuellen und akustischen Hilfsmitteln.
Der Patient lernt gezielt Muskeln zu aktivieren und Muskelgruppen zu koordinieren. Durch Sauerstoffmangel sind bestimmte Gehirnreale geschädigt. Mit EMG-Biofeedbacktherapie werden andere Areale erschlossen, um fehlende Funktion zu übernehmen. Somit führt EMG-Biofeedbacktherapie zu einer besseren funktionellen Kontrolle über die betroffene Muskulatur.
Wie funktioniert die Therapie nach der Brucker-Biofeedback-Methode?
Nach den anstrengenden Übungen freut man sich gemeinsam über den Erfolg.
Zur Durchführung der Therapie wurden unsere Ärzte und Physiotherapeuten bei Prof. Dr. Bernhard Brucker in seinen Laboratorien im Jackson Medical Center der Universität Miami, USA ausgebildet.
Ein Therapieblock beginnt mit der Diagnostik der vorhandenen Muskelfunktion. Im Rahmen des ärztlichen Erstgespräches wird anhand der Ergebnisse ein spezifischer Behandlungsplan für jeden Patienten erstellt. Während der Therapie werden auf die zu behandelnde Muskulatur Elektroden geklebt. Über ein speziell entwickeltes Computerprogramm können die gemessenen neuromuskulären Signale auf dem Computerbildschirm sichtbar gemacht werden. Durch diese visuelle Kontrolle lernt der Patient gezielt seine Muskulatur einzusetzen.
Die EMG-Biofeedbacktherapie wird von unseren Physiotherapeuten durchgeführt. Es handelt sich dabei um 10 bis 20 Therapieeinheiten pro Therapieblock. Im Abschlussgespräch werden die vorangegangenen Therapieeinheiten analysiert. Hieraus werden Übungsvorschläge für zu Hause und für die weiterführende physiotherapeutische Behandlung der Muskelgruppen mitgegeben, damit der Therapieerfolg erhalten bleibt.
Für wen ist Brucker-Biofeedback geeignet?
Neuromuskuläre Signale werden auf dem Monitor angezeigt.
Brucker-Biofeedbacktherapie kann bei Kindern und auch bei Erwachsenen mit Störungen des zentralen Nervensystems eingesetzt werden. Sehr gute Erfahrungen und Erfolge liegen bei Patienten mit Bewegungsstörung im Rahmen einer Cerebralparese, nach einem Schädel-Hirn-Trauma oder nach Schlaganfall und bei inkompletter Querschnittssymptomatik, zum Beispiel nach Rückenmarksverletzung vor.
Wer bezahlt Brucker-Biofeedbacktherapie?
Diese Behandlung ist bei den deutschen Krankenversicherungen noch weitgehend unbekannt. Obwohl die Wirksamkeit wissenschaftlich bewiesen ist, werden die Kosten bisher leider nicht von allen Krankenkassen übernommen. Der Chefarzt des Zentrums für Kinder-und Neuroorthopädie, Dr. med. Peter Bernius, arbeitet im Rahmen von Studien an der schnellstmöglichen Anerkennung durch alle Krankenkassen.
Die Schön Klinik München Harlaching ist ein angesehenes deutsches Fachkrankenhaus und verfügt in medizinischen Fachkreisen weltweit über eine ausgezeichnete Reputation. Mit großem Erfolg behandeln die Spezialisten des Krankenhauses im international agierenden „Kompetenzzentrum Bewegungsapparat“ orthopädische Erkrankungen aller Schweregrade. Medizinische Schwerpunkte sind: Wirbelsäulenchirurgie, Knie-, Hüft- und Schulterchirurgie, Handchirurgie, Fuß- und Sprunggelenkchirurgie, Sportorthopädie, Kinderorthopädie, Septische und Rekonstruktive Chirurgie sowie Anästhesiologie und Intensivmedizin. Als eines von weltweit 18 FIFA Medical Centre of Excellence, als medizinisches Zentrum des Olympiastützpunktes Bayern und als Partner des Bob- und Schlittenverbands für Deutschland genießen die hoch spezialisierten Ärzte und Therapeuten das Vertrauen vieler Profisportler. Zum umfangreichen medizinischen Angebot des Krankenhauses gehören Prävention ebenso wie ambulante Rehabilitation. Im Oktober 2009 wurde die Klinik offiziell zum Akademischen Lehrkrankenhaus der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität Salzburg (PMU) ernannt. Bereits seit 1999 ist die Klinik nach DIN EN ISO zertifiziert. Auch nach der neuen Norm DIN EN ISO 9001:2008 konnte das Gütesiegel gesichert werden. Das Krankenhaus beschäftigt 480 Mitarbeiter, verfügt über knapp 200 Betten und behandelt pro Jahr rund 9.200 Patienten.
Die medizinischen Schwerpunkte in unserem Krankenhaus sind u.a.