Tiergestützte Therapie.

Therapeutische Arbeit mit Tieren ergänzt klassische Therapien.

Um Tonka ein Leckerli geben zu können, nutzt ein Patient seine nach einem Schlaganfall betroffene Hand.

Um Tonka ein Leckerli geben zu können, nutzt ein Patient seine nach einem Schlaganfall betroffene Hand.

In der tiergestützten Therapie werden Tiere gezielt zur Unterstützung der therapeutischen Maßnahmen eingesetzt mit dem Ziel, den Rehabilitationserfolg zu optimieren. Sie beansprucht keineswegs für sich, andere Therapieformen zu ersetzen, sondern wird vielmehr als eine Ergänzung bzw. als ein Hilfsmittel im therapeutischen Prozess gesehen. Es handelt sich also um eine "klassische" Therapie, deren Durchführung aber – vor allem bei schwer zugänglichen Patienten - durch Tiere erleichtert werden soll.

Tiere finden leichter Zugang zu schwer erreichbaren Patienten.

Tiere können durch ihre Zutraulichkeit Patienten viel eher erreichen als Menschen.

Tiere können durch ihre Zutraulichkeit Patienten viel eher erreichen als Menschen.

Das therapeutische Arbeiten mit Tieren eignet sich vor allem für Patienten, bei denen herkömmliche Therapien nicht optimal greifen. Gründe hierfür können ein reduzierter Antrieb, eine reduzierte Belastbarkeit, eine Depression oder eine unzureichende Motivation z.B. aufgrund mangelnder Krankheitseinsicht oder Therapiemüdigkeit nach einem längeren Krankenhausaufenthalt sein. Vor allem auch bei der Behandlung schwer betroffener Patienten, die auf herkömmliche Therapieansätze nicht ausreichend reagieren, stellt die tiergestützte Therapie eine sinnvolle zusätzliche Behandlungsoption dar.

Steigerung von Motivation, Konzentration und Ausdrucksfähigkeit. Tiere machen vieles möglich.

Wenn das Sprechen noch schwerfällt - ein Hund reagiert auch ohne Worte.

Wenn das Sprechen noch schwerfällt - ein Hund reagiert auch ohne Worte.

Eine wesentliche Rolle bei der Arbeit mit Tieren spielt der Motivationsfaktor. Patienten, die mit Tieren arbeiten, sind viel motivierter und konzentrierter. Schon die Anwesenheit eines Tieres bei herkömmlichen Therapien kann zu einer Motivationssteigerung beitragen. Auch kann unter Einbeziehung von Tieren die Kontaktaufnahme und der Aufbau einer persönlichen Beziehung zwischen Therapeut und Patienten oft erst angebahnt werden. Angespannte Patienten werden häufig ruhiger und ängstliche Patienten mutiger. Und sie können meist über einen längeren Zeitraum konzentrierter an der Therapie teilnehmen.

Unsere tierischen Mitarbeiter.

Li: Nelson mit Frau Wolf; Re: Tonka mit Frau Baars

Li: Nelson mit Frau Wolf; Re: Tonka mit Frau Baars

Nelson ist ein 4jähriger Mischlingsrüde. Er ist mit seinem Frauchen Felizitas Wolf (Psycholinguistin, M.A.) in der  Abteilung für Sprachtherapie tätig und unterstützt die Patienten beim Wiedererlangen kommunikativer Fähigkeiten.

Tonka, eine 11jährige Ridgebackhündin, arbeitet mit ihrem Frauchen Sandra Baars (Dipl. Psychologin) in der Abteilung Neuropsychologie und hilft den Patienten ihre Aufmerksamkeit, ihr Gedächtnis, ihre Wahrnehmung und ihr psychisches Befinden zu verbessern.

Beide Therapieteams haben eine Zusatzqualifikation in der Ausführung der Tiertherapie. Es werden nur ruhige, ausgeglichene, lern- und arbeitswillige Hunde ausgebildet.

Eine Therapiestunde der Neuropsychologie mit "Tonka" im Überblick

Bitte klicken Sie zur Vergrößerung auf eines der Bilder.

Eine Therapiestunde der Sprachtherapie mit "Nelson" im Überblick

Bitte klicken Sie zur Vergrößerung auf eines der Bilder.

Die positive Wirkung der therapeutischen Arbeit mit Tieren.

Kognitive Wirkungen:

  • Wahrnehmung: Vor allem bei Neglect (Vernachlässigung einer Raumhälfte) aktivere Zuwendung zu der betroffenen Seite
  • Antrieb: Steigerung der Eigeninitiative durch den hohen Aufforderungscharakter des Tieres
  • Aufmerksamkeit: Erhöhung der Konzentration, geringere Ablenkbarkeit, Steigerung der kognitiven Belastbarkeit
  • Gedächtnis: kognitive Anregungen und Aktivierung zum Lernen von Informationen über das Tier sowie Wachrufen von Erinnerungen an Erlebnisse mit anderen Tieren

Psychische Wirkungen:

  • Reduzierung von Gefühlen der Einsamkeit und Isolation
  • Förderung des emotionalen Wohlbefindens durch Zuwendung, Trost, Ermunterung und Begeisterung
  • Steigerung des Selbstvertrauens und des Selbstwertgefühls u.a. durch Erfahrung der eigenen Autorität und Kompetenz
  • Reduktion von Angst durch unkritische Bewunderung/Akzeptanz, unbedrohliche und belastungsfreie Interaktionen und Angenommenwerden unabhängig von körperlichen, sprachlichen und psychischen Einschränkungen

Kommunikative Wirkungen:

  • Nonverbale Kommunikation: Vermehrter Einsatz nonverbaler Kommunikationsmöglichkeiten (wie Blickkontakt, Berührungen, gezielte Gestik) aufgrund der unmittelbaren positiven Reaktionen des Tieres
  • Verbale Kommunikation: Überwinden von Sprechblockaden  und –hemmungen, erleichterter Wortabruf, gesteigerte Sprechlautstärke, erhöhte Sprech- und Interaktionsrate
  • Sprachverständnis: Übungen, um eine bestimmte Handlungsfolge (z.B. Zeigen einer Fellbürste) abzurufen; Verbesserung des alltagsrelevanten Sprach- und Situationsverständnisses

Physische Wirkungen:

  • Allgemein gesundheitsfördernde Wirkung u.a. durch positiven Einfluss auf  den Muskeltonus und allgemeine Aktivierung

Soziale Wirkungen:

  • Anbahnung interaktiven Verhaltens
  • Erleichterung zwischenmenschlicher Kontakte u.a. durch Vermittlung von Gesprächsstoff
  • Erfahrung von Nähe und Körperkontakt

Die Voraussetzungen zur Teilnahme an der Tiertherapie.

Voraussetzung zur Teilnahme an der tiergestützten Therapie ist, dass bei den Patienten keine übertragbaren Infektionskrankheiten, keine offenen Wunden, keine Allergien und auch keine Ängste gegenüber Hunden bzw. keine sonstigen (medizinischen) Vorbehalte bestehen.
Alle diese möglichen Einschränkungen werden im Vorfeld durch entsprechende Fragebögen, die vom Patienten/ dessen Angehörigen und dem betreuenden Arzt ausgefüllt werden, berücksichtigt.

Hunde im Krankenhaus. Eine saubere Sache

Besonderes Augenmerk kommt bei der tiergestützten Therapie der Beachtung der hygienischen Standards zu. In Abstimmung mit den Hygienebeauftragten unserer Klinik wurde ein umfassender Hygieneplan erstellt, in dem die vorgegebenen Richtlinien bzgl. Hygiene bei Einsatz von Tieren in klinischen Einrichtungen eingearbeitet wurden. Auch stehen die Therapiehunde unter strenger tierärztlicher Betreuung. Das schließt regelmäßige Gesundheitschecks, Impfungen und Entwurmungskuren sowie Prüfung auf Ektoparasiten wie Flöhe, Läuse und Zecken ein.

Ihr Ansprechpartner

Kucharski

Karin-Ida Kucharski

Tel.: 089 36087 182

» INFO & Kontakt

Beratung & Anfragen

Interessieren Sie sich für unser Behandlungsangebot, möchten Sie sich anmelden, haben Sie Fragen an Klinik oder Verwaltung? Hier ...


Ausstattung & Service