Diagnostische und Interventionelle Radiologie. Behandlung & Therapie

Schnittbilddiagnostik - MRT & CT

Dr. Leibecke am CT-Monitor

Dr. Leibecke am CT-Monitor

Ca. 80 % aller Erkrankungen werden durch den Einsatz bildgebender Verfahren diagnostiziert. Durch innovative technologische Entwicklungen haben insbesondere die Schnittbildverfahren CT und MRT im letzten Jahrzehnt einen großen Stellenwert erlangt. Neben der medizinischen Diagnostik wurde hierdurch auch der Patientenkomfort erheblich verbessert. So sind z.B. die Aufenthaltszeiten in den „gar nicht mehr so engen Tunneln" erheblich kürzer geworden.

Magnetresonanztomografie (MRT)

Die MRT (Magnetresonanztomografie) hat den großen Vorteil, dass ohne ionisierende Strahlung Bilder aus dem menschlichen Körper gewonnen werden. MRT-Diagnostik wird insbesondere bei Erkrankungen des zentralen Nervensystems (Gehirn, Rückenmark) und des muskuloskelettalen Systems (Gelenke, Muskeln, Sehnen, Knochen, Bandscheiben etc.) eingesetzt. In der Diagnostik von Erkrankungen der Bauchorgane liefert die MRT ergänzend zur Endoskopie („Spiegelung") und zum Ultraschall oft therapeutisch wichtige Informationen bei z.B. tumorösen oder entzündlichen Erkrankungen. Auch Ursachen von Darmentleerungsstörungen können mit dem hochauflösenden MRT-Gerät diagnostiziert werden. Die Diagnostik von Gefäßerkrankungen hat sich durch Weiterentwicklung der MRT in den letzten Jahren sehr stark verändert. Rein diagnostische „invasive" Kathetereingriffe im Bereich der Halsschlagader und der unteren Extremitäten sind nur noch selten notwendig.

Computertomografie (CT)

Die CT (Computertomografie) ermöglicht eine schnelle und sichere Diagnostik der inneren Organe und des Gehirns vor allem im Notfall, da die Untersuchungszeiten deutlich kürzer als bei der MRT sind. Im klinischen Alltag wird die CT vor allem in der Diagnostik von Erkrankungen der Brustkorborgane (z.B. Lunge), aber auch der Bauchorgane und des Skelettsystems eingesetzt.

Anwendung von Kontrastmitteln

Sowohl bei der MRT als auch bei der CT können Kontrastmittel zur Anwendung kommen, um krankhafte Prozesse besser oder überhaupt darzustellen. Kontrastmittel werden meist in eine Armvene injiziert. Die Kontrastmittel bei der MRT und der CT unterscheiden sich sehr und sind nicht miteinander vergleichbar. Prinzipiell gelten die verwendeten Kontrastmittel als sicher, können aber gelegentlich Nebenwirkungen, z.B. allergische Reaktionen, hervorrufen.

Minimal-invasive radiologische Eingriffe, sogenannte Interventionen

Therapeutische radiologische, sogenannte interventionelle Maßnahmen, werden überwiegend in örtlicher Betäubung durchgeführt. Eine Vollnarkose ist nur äußerst selten notwendig. Die Eingriffe sind im allgemeinen für den Patienten gut verträglich und können zum Teil auch ambulant durchgeführt werden.

Gefäßeingriffe

Bei Eingriffen an den Arterien werden spezielle Röntgentechniken unter Verwendung von Kathetern und Kontrastmitteln angewendet. Die Katheter werden dabei meistens über eine Leistenpunktion an der geeigneten Stelle im Gefäßsystem platziert. Das Kontrastmittel wird anschließend über die Katheter injiziert (Angiografie). Mit dieser Methode können z.B. krankhafte Engstellen an den Gefäßen, die zu Durchblutungsstörungen führen können, exakt erfasst werden. Solche Engstellen können dann möglicherweise unmittelbar während der Untersuchung mit einem Ballon (Angioplastie) oder einer Metallstütze (Stent) erweitert werden. Nach der Untersuchung wird an der Punktionsstelle in der Leiste ein Druckverband angelegt. Zudem ist eine Bettruhe notwendig, die je nach Untersuchung bis zu 24 Stunden betragen kann.

Katheteranlagen (z.B. Port)

Ein Portsystem wird angebracht

Ein Portsystem wird angebracht

Portsysteme werden überwiegend bei Patienten mit Tumorerkrankungen, die sich einer Chemotherapie unterziehen müssen, implantiert. Portsysteme ermöglichen dem Arzt insbesondere bei Patienten mit „schlechten Venen" einen sicheren Zugang zum Venensystem. Die Gefahr des „Danebenlaufens" aggressiver chemotherapeutischer Substanzen ist erheblich gemindert. Da der Schlauch im zentralen Venensystem des Körpers liegt, werden Begleiterscheinungen, wie z.B. äußerst schmerzhafte Venenreizungen kleinerer Venen, vermieden. Portbehälter werden vom Operateur unter die Haut gelegt und können bis zu Jahren dort verbleiben. Eine Einschränkung im Alltag besteht für Portträger im allgemeinen nicht. Portimplantationen werden meist ambulant durchgeführt. Gleiches gilt für die Anlage von speziellen Kathetersystemen für die Dialyse.

Entnahme von Gewebeproben

Gewebeproben sind oft notwendig, um eine Beurteilung krankhaften Gewebes unter dem Mikroskop durchführen zu können. Hierbei beurteilt der Pathologe unter anderem die Gut- oder Bösartigkeit eines Herdes. Zudem führt der Pathologe bei tumorösen Prozessen eine Charakterisierung des Tumorgewebes durch. Dieses ist notwendig, um über die weitere Therapie zu entscheiden. Gewebsproben können unter CT-Kontrolle gewonnen werden. Dieses erfolgt zum Beispiel dann, wenn der krankhafte Herd mit anderen Verfahren (Sonografie oder Endoskopie) nicht erreicht werden kann. Die CT ermöglicht die exakte Darstellung des krankhaften Prozesses und kann gleichzeitig dem Untersucher die exakte Nadelposition anzeigen. Hierdurch wird eine sehr hohe Trefferquote auch in schwer zugänglichen Arealen erreicht. Evtl. Komplikationen des Eingriffes können schnell erkannt und beseitigt werden. Gewebeproben werden je nach Entnahmegebiet auch ambulant durchgeführt. Insbesondere bei Lungengewebsentnahmen kann jedoch ein kurzzeitiger stationärer Aufenthalt notwendig sein.

Tumortherapie

Tumoröse Erkrankungen insbesondere der Leber, Lunge, Knochen und Niere, können bei nicht vorhandener Möglichkeit zur Operation in einigen Fällen durch minimal-invasive Verfahren unter örtlicher Betäubung behandelt werden. Inwieweit eine ergänzende Chemotherapie bzw. Strahlentherapie notwendig ist, hängt dabei von der Lokalisation, Art und der Ausbreitung des Tumors ab. Zu den radiologischen Verfahren zählt neben der Zerstörung des Tumors durch Hitze (Thermoablation) auch die Kombinationstherapie, aus Einbringung chemotherapeutischer Substanzen und Verschluss tumorversorgender Gefäße (Chemoembolisation). Diese Verfahren werden derzeit in unserer Klinik nicht direkt eingesetzt. Es besteht jedoch eine enge Kooperation mit nahegelegenen Zentren.

Ihr Ansprechpartner

Leibecke

Dr. med. Thorsten Leibecke

Tel.: 04561 54-1081

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