Kind und Karriere im Arztberuf: Eine Herausforderung für Arbeitgeber

Ärztinnen mit Kindern: Berufsperspektiven im Reha-Bereich

Kind und Karriere gleichzeitig „unter einen Hut“ zu bekommen, ist im Arztberuf sehr schwierig.

Kind und Karriere gleichzeitig „unter einen Hut“ zu bekommen, ist im Arztberuf sehr schwierig.

Medizinerin und Mutter – geht das? Vor dieser Frage stehen irgendwann während ihres Berufslebens viele Ärztinnen: Die Problematik, Kind und Karriere gleichzeitig „unter einen Hut“ zu bekommen, ist im Arztberuf besonders ausgeprägt, denn unregelmäßige Dienstzeiten, Nachtschichten und ein generell relativ hohes Maß an Alltagsstress können ein Familienleben nicht unerheblich belasten. Ärztinnen trauen sich aufgrund dieser Erfahrungen, insbesondere im akut-medizinischen Bereich, nach der Babypause die Rückkehr in den Arztberuf vielfach nicht mehr zu. Der bestehende deutschlandweite Mangel an (Fach-)Ärzten wird dadurch noch weiter verschärft.

 

Unsere Klinik hat erkannt, dass es aus Sicht eines Arbeitgebers notwendig ist, die Arbeitsplatz-Rahmenbedingungen für Ärztinnen mit Kindern familienfreundlicher zu gestalten, damit diese auch weiterhin ihren Beruf ausüben können und wollen. Deshalb bieten wir unter anderem flexible Arbeitszeitmodelle und erweiterte Betreuungsangebote für Mitarbeiter-Kinder auch in den Sommerferien an.

Neue Wege um medizinisches Fachpersonal zu gewinnen

Daneben geht unser Haus aber auch einen neuen, ungewöhnlichen Weg zur Rekrutierung neuer Mitarbeiter: Wir möchten ganz bewusst Ärztinnen mit Kindern für den Bereich der orthopädischen Rehabilitation gewinnen – egal, ob diese halb- oder ganztägig als Assistenzärztin tätig sein möchten oder beispielsweise ihre (allgemeinmedizinische) Facharztausbildung absolvieren bzw. beenden wollen.

 

„Viele Patienten in der Hausarztpraxis berichten über Beschwerden am Bewegungsapparat. Die orthopädische Rehabilitation bietet hier ideale Voraussetzungen um ein fundiertes Wissen über Diagnostik, Differentialdiagnostik und konservative Therapiemöglichkeiten, vor allem aber auch über Patientenbetreuung zu erwerben – und das bei relativ strukturierten und gut planbaren Arbeitszeiten“, erläutert Dr. Peter Sand, Chefarzt der Klinik für Orthopädische Rehabilitation.

Ein Beispiel: Vierfache Mutter kann Facharztausbildung der Allgemeinmedizin beenden

Die vierfache Mutter Dr. Britta Bütje beendet in der Klinik für Orthopädische Rehabilitation unter Chefarzt Dr. Peter Sand ihre Facharztausbildung.

Die vierfache Mutter Dr. Britta Bütje beendet in der Klinik für Orthopädische Rehabilitation unter Chefarzt Dr. Peter Sand ihre Facharztausbildung.

Von diesen Rahmenbedingungen hat sich beispielsweise auch Dr. Britta Bütje überzeugen lassen. Die Mutter von vier Kindern arbeitet seit Mitte August 2011 als Assistenzärztin bei uns und beendet hier ihre Facharztausbildung für Allgemeinmedizin. „Eigentlich konnte ich mir eine Rückkehr in den Klinikalltag nicht wirklich vorstellen“, gibt sie unumwunden zu. Sie hatte nach dem Studium kurz an einem Krankenhaus im akut-medizinischen Bereich gearbeitet, war dann aber aufgrund ihrer Kinder zunächst ganz aus dem Arztberuf ausgestiegen und arbeitete später halbtags in einer Praxis mit der Möglichkeit ihre Arbeitszeiten flexibel zu gestalten.

 

Über ein befreundetes Kollegen-Ehepaar kam schließlich der Kontakt zu Dr. Sand, der ihr ein verlockendes Angebot gemacht habe, so Dr. Bütje: Um ihren Facharzt der Allgemeinmedizin beenden zu können, fehlte ihr unter anderem die vorgeschriebene sechsmonatige Pflichtzeit in der Chirurgie. Dies mit der Organisation einer Betreuung für vier Kinder zu vereinbaren – (fast) unmöglich.

 

„Diese Gelegenheit, meinen Facharzt doch noch abschließen zu können, wollte ich nutzen“, erklärt Dr. Bütje. Ihr Ehemann, von Beruf Lehrer, hat seine Arbeitszeit zugunsten ihrer Facharztausbildung reduziert und übernimmt nun schwerpunktmäßig die Kinderbetreuung, so dass sie in Vollzeit arbeiten kann und voraussichtlich Mitte 2013 ihren Facharzt für Allgemeinmedizin „in der Tasche“ haben wird.

Individuelle Möglichkeiten zum beruflichen Wiedereinstieg

„Ich bin froh, dass ich mich zu diesem Schritt entschlossen habe“, so Dr. Bütje. Sie bestätigt, dass sie sowohl in der chirurgischen Notaufnahme wie jetzt auch in der konservativen Orthopädie genau das lernt, was sie in der Praxis brauchen wird. Dazu seien die Arbeitszeiten im Rehabilitationsbereich geregelt und „durchgetaktet“ und dadurch der pünktliche Feierabend meist erreichbar. Und die vergleichsweise wenigen Überstunden, die manchmal eben auch anfallen, werden in Freizeit ausgeglichen. „Ich kann Ärztinnen mit Kindern wirklich dazu ermuntern und ermutigen, sich nach individuellen Möglichkeiten zu erkundigen, wie Ihnen hier im Haus und insbesondere in der orthopädischen Rehabilitation der berufliche Wiedereinstieg gelingen kann“, betont Dr. Bütje noch einmal abschließend.

Ihr Ansprechpartner

Jeannine Kloor

Tel.: 04561 54-1825

» INFO & Kontakt

Beratung & Anfragen

Interessieren Sie sich für unser Behandlungsangebot, möchten Sie sich anmelden, haben Sie Fragen an Klinik oder Verwaltung? Hier ...


Join The Schön Team!

Stellenangebote von Ärztlicher Dienst bis Verwaltung.

Ausstattung & Service