Tiergestützte Therapie:
Zuwachs auf vier Pfoten

Die Irish Terrier-Hündin Lotte unterstützt bei der Therapie
von neurologischen Patienten.

Zwei Profis bei der Arbeit: Ergotherapeutin Sarah und Therapiebegleithündin Lotte.

Zwei Profis bei der Arbeit: Ergotherapeutin Sarah und Therapiebegleithündin Lotte.

 

Nachdem die beiden ehemaligen Therapiehunde bereits im Sommer letzten Jahres in den wohlverdienten Ruhestand gegangen waren, gab es in unserer Klinik keine „tierische“ Unterstützung mehr für neurologische Patienten. Seit November 2016 hat sich das wieder geändert: Seitdem unterstützen Ergotherapeutin Sarah Schwagmeyer, die seit Mai 2014 im Eilbeker Team arbeitet, und ihre ausgebildete Therapiebegleithündin Lotte wieder die Arbeit in der Neurologie. Lesen Sie selbst, wie es Lotte in ihrem Alltag dabei ergeht:

 

Hallo,

ich heiße Lotte und bin eine Irish Terrier-Hündin. Seitdem ich klein bin, lebe ich bei meinem Frauchen Sarah. Es steht immer etwas Spannendes auf dem Tagesplan. Wir gehen gemeinsam auf die Jagd, düsen über die Felder, kuscheln und spielen. Zusammen entdecken wir die Welt. Großartig!

Die Zweibeiner habe ich längst durchschaut. Manchmal lege ich den süßesten Hundeblick auf und wedele freundlich mit meinem Schwanz… Oft springt dabei etwas Leckeres für mich heraus, besonders dann, wenn ich kniffelige Aufgaben löse.

Im Juni 2016 haben Frauchen und ich eine Therapiebegleithunde-Prüfung abgelegt. Sie muss wichtig gewesen sein, denn Sarah war ziemlich ernst dabei. Ich beobachtete sie, folgte ihr und zeigte, was ich kann. Mein Frauchen war stolz und ich überglücklich darüber. Mein Frauchen versteht mich inzwischen auf Anhieb und ich kann immer auf sie zählen. Auch wenn einige Zweibeiner komische Geräusche machen, mir aus Versehen in mein empfindliches Ohr schreien, mir ins Auge pieken oder mich aus dem Nichts erschrecken – ich weiß, dass alles in Ordnung ist und mein Frauchen immer Acht auf mich gibt.
Wir sind ein richtig gutes Begleithundeteam.

Seit November 2016 gehöre ich endlich zu den Ergotherapeuten in der Neurologie in der Schön Klinik Eilbek. Es ist faszinierend, die Klinikluft zu schnuppern und neue Begegnungen mit Menschen zu erleben. Mit meinen  1,5 Jahren bin ich noch jung und freue mich, wenn mich meine Kolleginnen und Kollegen „flotte Lotte“ nennen.

 

Ich merke, dass es nicht allen Zweibeinern gut geht. Ich versuche ihnen eine seelische Erholungspause zu ermöglichen. Ich gebe alles, um auch ihnen ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern, damit sie sich sorgenfreier fühlen, um große Sprünge machen zu können. Diese Momente sind magisch, das kann ich in ihren Augen sehen.

Ein großes Dankeschön richten wir – Frauchen und ich – an alle, die uns herzlich empfangen, unterstützen und begleiten. Wir freuen uns, ein Teil von diesem großartigen Team zu sein.

Tierische Grüße

Lotte (und Sarah)

 

 

Hier kommt die „tierische“ Unterstützung für unsere neurologischen Patienten.

Hier kommt die „tierische“ Unterstützung für unsere neurologischen Patienten.

 

 

Zur Therapie der motorischen Verbesserung gehören: Koordination, z.B. Tricks üben und durchführen und Gleichgewichtsübungen.

Zur Therapie der motorischen Verbesserung gehören: Koordination, z.B. Tricks üben und durchführen und Gleichgewichtsübungen.

 

 

Leistungen der tiergestützten Intervention an unserer Klinik:

Durch den gezielten Einsatz von Therapiematerialien (Mittel und Medien hauptsächlich rund um den Hund) sowie den professionellen Einsatz des Therapiehundes direkt bei Patienten sollen unter anderem folgende Therapiezeile erreicht bzw. unterstützt werden:

 

  • Anregen und Aktivieren sowie Verbesserung von kognitiven Leistungen auf neuropsychologischer Ebene wie z.B. Konzentration und Aufmerksamkeit
  • Förderung vom positiven Selbstbild, Selbstwertgefühl sowie Selbstbewusstsein 
  • Weitere positive Beeinflussung der bio-psycho-sozialen Bereiche (Muskelentspannung, Senkung des Blutdrucks, Förderung des emotionalen Wohlbefindens, Förderung von Sicherheit und Selbstsicherheit durch alleinige Anwesenheit des Hundes und Streicheln)
  • Ausbau sowie Verstärkung von Kommunikation als Sender und auch Empfänger auf  verbaler sowie nonverbaler Ebene und Verbesserung einer Aphasie
  • Ausbau und Erweiterung von Motivation für mehr Lebensfreude bzw. Lebensqualität sowie Prophylaxe für Krankenhausaversion
  • Angebote im taktilen Bereich schaffen und dadurch die Verbesserung der Oberflächensensibilität
  • Körperliche Ausdauer erarbeiten (u.a. durch Spazieren gehen)
  • Durch verschiedene motorische Angebote Verbesserung von:
    • Koordination (z.B. Tricks üben und durchführen, Frisbee und Ball werfen)
    • Gleichgewicht (z.B. beim Fußball spielen, Hindernisparcours mit dem Hund bewältigen)
    • Feinmotorik (z.B. beim Leckerli formen, auspacken oder einfädeln und beim Benutzen des Dummys mit Reißverschluss)
  • Verbesserung der Wahrnehmung der betroffenen Körperseite im tiefensensiblen Bereich und dadurch z.B. Verbesserung eines visuellen und tiefensensiblen Neglects (den Hund auf und mit der betroffenen Körperseite wahrnehmen und z.B. im von Therapeuten forcierten Stand auf erhöhter Ebene mit dem Hund arbeiten)

 

 

"Lächeln in ein Gesicht zu zaubern, damit Menschen sich sorgenfreier fühlen, und große Sprünge zu können - diese Momente sind magisch, das kann ich in den Augen sehen."

"Lächeln in ein Gesicht zu zaubern, damit Menschen sich sorgenfreier fühlen, und große Sprünge zu können - diese Momente sind magisch, das kann ich in den Augen sehen."