Spinale Chirurgie. Unsere Behandlungskonzepte
Exakte Diagnostik, umfangreiche Aufklärung und schonende OP-Verfahren
Muss ein Bandscheibenvorfall operiert werden, wird häufig ein minimal-invasiver Eingriff durchgeführt
Mit modernen diagnostischen Mitteln wird im Einzelfall zunächst abgeklärt, welche Ursache den Beschwerden zugrunde liegt. Wenn es die Dringlichkeit erfordert, erfolgen die Untersuchungen am Tag der ambulanten oder stationären Vorstellung. Nach einer exakten Diagnose versuchen wir zunächst mit konservativen Therapiemethoden eine Operation zu vermeiden. So werden nur 8% der Patienten mit einem Bandscheibenvorfall an der Lendenwirbelsäule operiert. Nur wenn die Kombination aus Krankengymnastik, Physiotherapie, Infiltrationen und Medikamenten nicht erfolgversprechend oder nicht wirksam sind, raten wir zu einem Eingriff. Auch progrediente neurologische Ausfälle rechtfertigen eine Operation.
Schonende minimal-invasive Eingriffe kommen unseren Patienten zu Gute
In allen geeigneten Fällen wird in unserem Wirbelsäulenzentrum ein minimal-invasiver Eingriff durchgeführt, bei dem das Gewebe so wenig wie möglich verletzt wird. Der Vorteil für die Patienten, insbesondere für die betagten ist die Mobilisation am Nachmittag des Operationstages. Dies bedeutet ein deutlich reduziertes Risiko einer Thrombose oder Lungenembolie. Auch die Tatsache, das infolge miniaturisierter Zugangstechniken, der intraoperative Blutverlust auf 50 – 100 ml begrenzt ist, trägt zu einer sehr kurzen Heilungsphase mit rascher Rehabilitation bei.
Besondere mikrochirurgische Verfahren
Ein Schwerpunkt unser Klinik für Spinale Chirurgie in Hamburg ist die Anwendung miniaturisierter Zugangstechniken in der Behandlung von Bandscheibenvorfällen, knöchernen Einengungen des Spinalkanals und von Tumoren im Spinalkanal. Chefarzt Prof. Dr. Papavero war an der Einführung spezieller Techniken beteiligt und engagiert sich für deren Weiterentwicklung auch auf internationaler Ebene. So wendet Prof. Papavero zur Entfernung von herausgetretenem Bandscheibengewebe z.B. ein eigens entwickeltes spreizbares Röhrchen von 15 mm Durchmesser an, mit dessen Hilfe der eingeklemmte Nerv gewebeschonend entlastet werden kann.
Geringerer Schmerzmittelverbrauch durch schonende Technik
Eine in unserer Klinik für Spinale Chirurgie durchgeführte Studie, (siehe Profil von Prof. Papavero) hat nachgewiesen, dass der postoperative Schmerzmittelverbrauch infolge der schonenderen Zugangstechnik geringer ist im Vergleich zu herkömmlichen Operationsverfahren.
Modernste apparative Ausstattung unterstützt den Behandlungserfolg
A) Tumor (roter Pfeil) drückt gegen das Rückenmark (weißer Pfeil) B) Die elektrischen Ströme des Rückenmarkes können während des Eingriffes mit einem sehr aufwendigen Verfahren (intraoperatives Neuromonitoring) überwacht werden. Wenn bestimmte Wellen ausfallen (gelbe Pfeile) wird die Operation unterbrochen und abgewartet bis sich das Rückenmark wieder erholt. Ohne diese Kontrolle besteht die Gefahr, daß das Rückenmark einen bleibenden Schaden erleidet.
Die Entfernung von Tumoren im Spinalkanal, besonders im Bereich der Hals- und Brustwirbelsäule, erfordert langjährige operative Erfahrung und eine anspruchsvolle operationstechnische Ausstattung. Dazu zählen Hochleistungs-Operationsmikroskope, intraoperative Röntgengeräte und mikrochirurgische Instrumente der neuesten Generation. Die Überwachung der elektrischen Tätigkeit des Rückenmarkes während des Eingriffes, das sogenannte intraoperative Monitoring, ist ein aufwendiges und anspruchsvolles Verfahren, das jedoch das Risiko von postoperativen neurologischen Ausfällen erheblich reduziert. Etwas vereinfacht ausgedrückt, besteht ein ähnlicher Unterschied wie zwischen Sichtflug und radargesteuertem Flug. In der Klinik für Spinale Chirurgie zählt das intraoperative Monitoring zum Standard bei Operationen an intraspinalen Tumoren.
Die Spinalkanalstenose erweitern wir mikrochirurgisch
Die Einengung des lumbalen Spinalkanals, die sogenannte Spinalkanalstenose, verursacht Schmerzen und Taubheitsgefühl in den Beinen mit Verkürzung der Gehstrecke. Die mikrochirurgische Erweiterung des eingeengten Spinalkanals ist der häufigste Eingriff an der Lendenwirbelsäule. Die betroffenen Patienten befinden sich zwischen dem 6. und 9. Lebensjahrzent. Durch die Anwendung des Mikroskops und eines speziellen Spekulums, das 2/3 kleiner ist als die herkömmlichen, gelingt es über einen einseitigen Zugang über eine 25 mm lange Hautinzision, den eingeengten Spinalkanal auf beiden Seiten zu erweitern. Eine kürzlich veröffentlichte Studie (siehe Profil von Prof. Papavero) konnte die hohe Wirksamkeit und gute Verträglichkeit dieses Eingriffs belegen. Die postoperative ambulante oder stationäre Behandlung wird bereits während des Klinikaufenthaltes, der für die häufigsten Operationen ca. 5 Tage dauert, organisiert.