Stasi-Opfer: Unsichtbare Wunden - Symposium in Hamburg am 08.09.2010

Spätfolgen politischer Repression in der DDR

Prof. Dr. Bernd Loewe

Prof. Dr. Bernd Loewe

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Kolleginnen und Kollegen,

obwohl der oskar-prämierte Film „Das Leben der Anderen“ von einer breiten Öffentlichkeit mit großem Interesse aufgenommen worden ist, werden die Spätfolgen politischer Verfolgung, die „unsichtbaren Wunden“, auch 20 Jahre nach der deutschen Wiedervereinigung im öffentlichen, politischen und medizinischen Diskurs kaum beachtet. Für die Betroffenen, die bis heute unter vielfältigen psychischen, psychosomatischen und körperlichen Beschwerden leiden, hat jedoch die Anerkennung des erlittenen Unrechts eine eminent wichtige Bedeutung und ist für ihre Genesung eine unabdingbare Voraussetzung.

Mit unserer Veranstaltung in Hamburg möchten wir die unsichtbaren Wunden etwas sichtbarer machen und zu einer Auseinandersetzung mit dem Thema der politischen Repression und den daraus resultierenden Langzeitfolgen einladen. Wir freuen uns sehr, dass wir Karl-Heinz Bomberg als Referenten gewinnen konnten: Seine profunde Expertise gründet nicht nur auf seiner Fachkompetenz als Psychoanalytiker und Arzt für Psychotherapeutische Medizin, sondern insbesondere auf seinen eigenen existentiellen Erfahrungen als Opfer des Ministeriums für Staatssicherheit.

Wir freuen uns auf Ihr Kommen, eine interessante Veranstaltung und eine lebendige Diskussion.

Mit freundlichen kollegialen Grüßen

Prod. Dr. med. Bernd Löwe,
Chefarzt der Universitären Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie

Programm

  • 18:00 Uhr Begrüßung und Einführung in das Thema, Prof. Dr. Dipl.-Psych. B. Löwe
  • 18:10 Uhr Psychische und körperliche Spätfolgen politischer Verfolgung – Übersicht zu empirischen Befunden, PD Dr. C. Spitzer
  • 18:30 Uhr Unsichtbare Wunden – oder: Wo holt uns die Vergangenheit ein? Dr. K.-H. Bomberg Im Anschluss Lieder zu dem Thema, Dr. K.-H. Bomberg
  • ca. 19:45 Uhr Diskussion
  • ab 20:00 Uhr Ausklang mit Imbiss

Referenten

  • Professor Dr. med. Dipl.-Psych. Bernd Löwe, Direktor der Universitären Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf und Schön Klinik Hamburg-Eilbek
  • PD Dr. med. Carsten Spitzer, Leitender Oberarzt der Universitären Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Schön Klinik Hamburg-Eilbek
  • Dr. Karl-Heinz Bomberg, Facharzt für Anästhesie, Facharzt für Psychotherapeutische Medizin, Psychoanalytiker, Eigene Praxis, Berlin

Hauptreferent Karl-Heinz Bomberg

Karl-Heinz Bomberg ist Arzt, Psychotherapeut, Liedermacher, Autor und Stasi-Opfer.
Er studierte von 1976-1982 Medizin in Leipzig, danach Promotion. Anschließend durchlief er die Ausbildung zum Facharzt für Anästhesie. Er wurde von der Stasi (operativer Vorgang „Sänger“) ausspioniert und 1984 wegen seiner regimekritischen Lieder während der Arbeit auf der chirurgischen Station einer Klinik verhaftet, wo er damals als Anästhesist tätig war. Er wurde verurteilt, die Haftstrafe setzte man zur Bewährung aus. Nach drei Monaten Untersuchungshaft wurde er freigelassen. Heute ist Kollege Bomberg psycho-analytisch in eigener Praxis in Berlin tätig. Er gilt als Experte für die psychischen Folgen von Repression in der DDR.

Information und Anmeldung

Veranstaltung:
08. September 2010

Veranstalter:
Universitäre Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie
Schön Klinik Hamburg Eilbek
Dehnhaide 120
22081 Hamburg

Tel.: 040 – 20 92 72 01

Veranstaltungsort:
Schön Klinik Hamburg Eilbek
Auditorium, Haus 7, 4 Stock

Zertifizierung

CME-Punkte
Die Veranstaltung ist zur Zertifizierung bei der Ärztekammer
Hamburg angemeldet. Bitte vergessen Sie nicht Ihren Barcode!

Ihr Ansprechpartner

(Sekretariat)

Anja Karsters (Sekretariat)

Tel.: 040 2092-7201

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