Hamburg gegen Darmkrebs. Aktionsmonat März

Ursachen und Darmkrebsvorsorge

Internet-Redaktion im Gespräch mit Chefarzt Dr. Steinmüller, Chefarzt in der Schön Klinik Hamburg Eilbek zur Aktion "Hamburg gegen Darmkrebs"

Heute leben die Menschen nicht nur deutlich länger, sie können Gesundheit und Lebensqualität auch entscheidend beeinflussen. Körperliche Aktivität, gesunde Ernährung und Krebsvorsorge-Untersuchungen sind wichtige Komponenten, um Gesundheit und hohe Lebensqualität lange zu erhalten. Darmkrebs ist die zweithäufigste Krebsart in Europa. Es ist eine tückische Krankheit, die Geschwulst wächst zunächst ohne Symptome zu verursachen. Darmkrebs trifft Frauen und Männer im besten Alter, Menschen die sich körperlich fit fühlen und die in ihrem Leben noch eine Menge vor haben. Über 1000 Hamburger erkranken jährlich neu an Darmkrebs, einer Erkrankung, die durch konsequente Teilnahme an den Vorsorgeprogrammen nahezu ausgerottet werden könnte. Bei fortgeschrittenem Darmkrebs ist Heilung oft nicht mehr möglich, jährlich sterben mehr als 500 Hamburger an Darmkrebs, das sind 10 Mal mehr Tote, als jährlich im Straßenverkehr umkommen. Das langsame Wachstum bietet allerdings gerade bei dieser häufigen Krebsart besondere Chancen: Gewebswucherungen lassen sich entfernen, bevor sich überhaupt Krebs gebildet hat. Die Internet-Redaktion sprach mit Dr. Lutz Steinmüller, Chefarzt für Allgemein- und Visceralchirurgie (Bauchzentrum) am Schön Klinik Hamburg Eilbek.

Internet-Redaktion: Herr Dr. Steinmüller, die kostenlose Vorsorgedarmspiegelung ab dem 55. Lebensjahr wird allen gesetzlich Krankenversicherten ja schon seit dem Jahr 2002 angeboten. Ist eine Aktion „Hamburg gegen Darmkrebs“ denn auch im Jahr 2012 wirklich immer noch nötig?

Chefarzt Dr. Lutz Steinmüller am Schön Klinik Hamburg Eilbek im Gespräch

Chefarzt Dr. Lutz Steinmüller am Schön Klinik Hamburg Eilbek im Gespräch

Dr. Steinmüller: "Das fragen Sie leider 10 Jahre zu früh! Derzeit gehen nur etwa 3% der berechtigten Hamburger(innen) pro Jahr zur Vorsorgedarmspiegelung. In den vergangenen 5 Jahren hat also etwa nur jede(r) zehnte Berechtigte das Vorsorgeangebot angenommen. Von unserem erklärten Ziel, der Halbierung der Darmkrebstoten binnen 5 Jahren sind wir leider meilenweit entfernt, dafür müsste die Teilnahmequote 6 Mal grösser sein."

Internet-Redaktion: „Warum nehmen die Hamburger nicht teil?“

Dr. Steinmüller: „DIE Hamburger nehmen immerhin noch besser Teil als DER Hamburger. Die Motivation der Männer ist in allen Bundesländern deutlich geringer als die der Frauen. Das ist besonders schade, da in bestimmten Altersgruppen bei Männern deutlich mehr Darmkrebse als bei Frauen entdeckt werden und Männer somit ganz besonders von der Darmkrebsvorsorge profitieren. Übrigens, Studien zufolge wächst das Interesse an Vorsorgemaßnahmen bei Männern leider erst zum Ende ihrer statistischen Lebensspanne - oder danach - deutlich an.“

Internet-Redaktion: “Warum ist das Bewusstsein für Darmkrebs-Vorsorgeuntersuchungen so gering ?“

Dr. Steinmüller: Unsere moderne Medizin bietet ein Bündel von effektiven Früherkennungs- und Vorsorgeuntersuchungen, die helfen können, die Gesundheit und eine gute Lebensqualität bis in ein hohes Alter zu erhalten. Das ist den meisten Menschen bekannt und bewusst. Vermutlich liegt es aber am ganz spezifischen Imageproblem mit dem O r g a n. Im Freundeskreis von der letzten Herzkatheteruntersuchung zu erzählen garantiert interessierte Zuhörer, auch andere Körperteile eignen sich dank ihres positiven Images, ihrer Gestalt, Funktion oder Akustik zur angeregten Unterhaltung. Nun aber - der Darm?

Internet-Redaktion: „Warum ist denn die Darmkrebsvorsorge so effektiv?"

Dr. Steinmüller: Vorsorge ist immer dann effektiv, wenn - erstens - die Risikogruppe gut definiert werden kann, und – zweitens - wenn effektive Untersuchungs- und Behandlungsmaßnahmen zur Verfügung stehen. Bei Menschen ab 50 Jahren finden sich häufig Polypen, aber zunächst noch selten fortgeschrittener Darmkrebs, eine ideale Konstellation. Polypen wachsen in der Regel über viele Jahre und können bei einer Darmspiegelung sicher entfernt werden, bevor ein Krebs ausbricht. Statistisch gesehen tritt bei Hundert Vorsorgespiegelungen einmal ein Darmkrebs auf. Dieser wird dann typischerweise in einem guten Prognosestadium erkannt und kann gut behandelt werden. Und noch wichtiger ist, hier wiederhole ich mich, dass bereits die Krebsvorstufen - die Polypen - vorsorglich entfernt werden. Die Untersuchungsmethode der Wahl ist die Vorsorgedarmspiegelung. Am Schön Schön Klinik Hamburg Eilbek nutzen wir z.B. erweiterte Möglichkeiten der Vorsorge mit dem Endoskop. Krebse in anderen Verdauungsorganen (z.B.: Magen, Speiseröhre und Bauchspeichendrüse) treten bei uns im allgemeinen seltener auf, unter bestimmten Bedingungen bestehen allerdings ein hohes Erkrankungsrisiken, z.B.: - regelmässiges Rauchen, - regelmässiger Alkoholgenuss, insbesondere von „Hochprozentigem“, - bestimmte Magenoperation (z.B.: „BII-Magen“), - bestimmte chronische Entzündungen der genannten Organe, - familiär gehäuftes Auftreten von Krebserkrankungen aller Art. Bei erhöhtem Krebsrisiko kann hier also eine regelmässige Vorsorgeuntersuchung dieser Organe sinnvoll sein. Die Untersuchungsmethode der Wahl ist wiederum eine Spiegelung mit einem normalen Endoskop, bzw. besser noch mit einem Endosonographiegerät. Am Schön Schön Klinik Hamburg Eilbek Hamburg ergänzen wir die Vorsorge mit dem Endoskop mit speziellen Techniken, wenn ein krebsverdächtiger Befund diagnostiziert wird. Es handelt sich dabei um ein Ultraschall-Endoskop. In diesem Endosonographiegerät ist in einem flexibel lenkbaren Schlauch neben einer Videokamera noch ein Miniatur-Ultraschallgerät integriert. So lassen sich in einem Untersuchungsgang neben der Schleimhautoberfläche im Verdauungstrakt die übrigen Wandschichten und die angrenzenden inneren Organe mit hoher Bildqualität darstellen. Bei Bedarf lassen sich schmerzfrei Feinnadelproben von Gewebeveränderungen entnehmen. Diese Untersuchungstechnik eignet sich auch für die Beurteilung anderer Verdauungsorgane wie zum Beispiel Magen, Speiseröhre und Bauchspeicheldrüse. Diese Organe sind allerdings seltener von Krebs betroffen als der der Darm. Ich als Bauchchirurg benötige für diese Untersuchungen an meinen Patienten einen spezialisierten Kooperationspartner, bei uns ist dies der Kollege Herr Dr. med. Hakan Kopdag.

Internet-Redaktion: "Welche Risiken schätzen Sie als besonders hoch ein, das heißt: für wen ist Vorsorge ganz besonders wichtig?"

Das Risiko an Krebs zu erkranken steigt nachweislich durch regelmäßiges Rauchen oder häufigen Alkoholgenuss, insbesondere von „Hochprozentigem“. Die Vorsorgemaßnahmen auf diesem Gebiet stellen aber ein gesondertes und wichtiges Thema dar.

INFO Darmkrebs

Durch den Darmkrebs sterben in Hamburg zwanzig mal mehr Menschen, als im Straßenverkehr ums Leben kommen. Eine Verminderung um 90 Prozent von 500 auf 50 Darmkrebstote pro Jahr ist machbar, wenn alle berechtigten Hamburgerinnen und Hamburger zur Vorsorgeuntersuchung gehen. Bis dahin müssen die Behandlungsmethoden gegen den Darmkrebs weiterentwickelt werden. Für die Chance auf eine Heilung ist neben der gezielten Voruntersuchung letztendlich die geeignete Operation der entscheidende Behandlungsschritt. Ist ein Darmkrebs festgestellt, wird Im Schön Klinik Hamburg Eilbek mit Hilfe der Endosonographie insbesondere beim Enddarmkrebs der Tumor eingehender beurteilt. Wird ein fortgeschritteneres Stadium ermittelt, kann durch eine Vorbehandlung mit örtlicher Bestrahlung und zusätzlicher Chemotherapie eine Tumorverkleinerung ermöglicht werden. Das steigert die Chance auf eine Heilung bringende Operation deutlich. Die Fachspezialisten in unserer Tumorkonferenz beraten über jeden einzelnen Krebspatienten und schlagen den individuell am besten geeigneten Behandlungsumfang vor. Auch die Operationsverfahren wurden weiterentwickelt. Während über viele Jahre die große Bauchschnittoperation die einzige Behandlungsmethode darstellte, wird in der Schön Klinik Hamburg Eilbek so oft wie möglich die moderne und schonende Schlüssellochtechnik erfolgreich eingesetzt. Das heißt: der Patient kann in mindestens gleicher Qualität ohne großen Bauchschnitt vom Tumor befreit werden. Damit kann der Darmkrebspatient sich schneller erholen und zu seiner Familie und in den Alltag zurückkehren. Mit dem Einsatz der minimal-invasiven Technik werden außerdem 3 Ziele verfolgt: kein Blutverlust, Vermeidung eines künstlichen Darmausganges und dauerhafte Heilung.

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Steinmüller

Dr. med. Lutz Steinmüller

Tel.: 040 2092-1601

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