Spezialisiert auf die Behandlung älterer Menschen mit ihren besonderen Bedürfnissen
Dr. Krug in der Fallanalyse
Unser Zentrum für Alterstraumatologie ist auf die Versorgung älterer verletzter Patienten spezialisiert. Dies wird durch ein durchgehendes interdisziplinäres Konzept von der Notfallbehandlung in unserer Zentralen Notaufnahme über die operativer Versorgung, die geriatrisch/internistische Behandlung von Begeleit- und Grunderkrankungen und die Rehabilitation gewährleistet. Dabei werden natürlich alle Verletzung bis hin zu Mehrfachverletzten und Polytraumatisierten versorgt. Typische Verletzungen älterer Menschen sind:
Oberarmkopfbrüche
Oberarmkopfbrüche machen den Grossteil der Oberarmbrüche aus. Sie werden durch Stürze auf den ausgestreckten Arm, den Ellenbogen oder die Schulter verursacht. Es handelt sich ebenfalls um typische Altersfrakturen. Meist liegt eine Osteoporose zugrunde. Entweder bricht der Oberarmknochen direkt unterhalb des Kopfes ab (subcapitale Humerusfraktur), oder der Oberarmkopf bricht in mehrere Teile (Humeruskopffraktur). Selten wird er weitgehend zertrümmert (Humeruskopftrümmerfraktur). Bei den Oberarmkopfbrüchen kommt erschwerend hinzu, dass die kleinen Schultermuskeln (Rotatorenmanschette) an den Bruchstücken des Oberarmkopfes ansetzen und sie durch ihren Muskelzug vom Oberarmkopf wegziehen. Diese Kräfte müssen bei der Versorgung von Oberarmkopfbrüchen aufgefangen werden. Eine Einschränkung der Schulterbeweglichkeit stört die Mobilität älterer Menschen erheblich. Zum einen fällt der Arm als Stütz- und Tastinstrument beim unsicheren Gehen weg, zum anderen können Alltagstätigkeiten wie Ankleiden, Frisieren oder Essen mit dem betroffenen Arm oft nicht mehr durchgeführt werden. Daher ist die rasche und möglichst vollständige Wiederherstellung der Schulterfunktion ausgesprochen wichtig. Währen für die operative Versorgung der Oberarmkopfbrüche früher lediglich konventionelle Platten zur Verfügung standen und die Komplikationsrate insbesondere durch das Auslockern dieser Platten hoch war, stehen heute deutlich besserer Implantate zur Verfügung. Je nach Frakturtyp können winkelstabile Platten, spezielle Nägel oder Frakturprothesen eingesetzt werden. Anschließend kann sofort mit der krankengymnastischen Übungsbehandlung begonnen werden.
Unterarmbrüche
Die handgelenknahen Unterarmbrüche zählen zu den häufigsten Knochenbrüchen überhaupt. Nach einem Altersgipfel im Kindesalter steigt ihre Häufigkeit im Alter wieder an. Während die kindlichen Unterarmbrüche meist gut mit Gips behandelt werden können, liegt bei den älteren Patienten in der Regel eine große Trümmerzone mit starker Verschiebung oder Zertrümmerung der Gelenkfläche vor. Folge der früher üblichen konservativen Behandlung waren oft schwere Fehlstellungen mit Einschränkung der Handgelenkbeweglichkeit. Auch bei diesen Brüchen hat die Einführung neuer, winkelstabiler Platten zu einem echten Operationsboom geführt. Bei gelungenem Eingriff profitiert der Unfallverletzte durch gipsfreie, frühfunktionelle Nachbehandlung und bessere Beweglichkeit
Hüftgelenknahe Oberschenkelbrüche
Insbesondere ältere und gebrechliche Patienten stürzen leicht und ziehen sich dabei häufig hüftgelenksnahe Femurfrakturen zu. Dabei besteht ein hohes Letalitätsrisiko von ca. 20%-25% in den ersten 6 Monaten nach der Operation. Begünstigende Faktoren sind vor allem eine verminderte Knochendichte (Osteoporose, die besonders häufig bei älteren Frauen anzutreffen ist). Die Häufigkeit dieser Verletzung wird in Deutschland mit 110 bis 130 Fällen pro 100.000 Einwohnern angegeben. Aufgrund der demografischen Altersentwicklung wird von einer jährlichen Fallzunahme von 3%-5% ausgegangen. Es wird bei den Frakturen zwischen sogenannten Schenkelhalsfrakturen und pertrochantären Frakturen unterschieden, die unterschiedlich behandelt werden. Bei den Schenkelhalsfrakturen ist in aller Regel die Implantation eines künstlichen Hüftgelenkes erforderlich, während bei der pertrochantären Fraktur der Bruch in aller Regel durch einen belastungsstabilen Nagel stabilisiert werden kann. Das oberste Ziel der Therapie ist in jedem Falle eine schnelle Wiedererlangung der vollen Mobilität und die Reintegration in das präoperative Aktivitätsniveau.
Wirbelkörperbrüche
Wirbelkörperbrüche sind sehr häufig bei Osteoporose. Sie treten weit häufiger bei Frauen als bei Männern auf. Oft ist gar kein schwerer Sturz nötig, sondern lediglich das Anheben von Lasten oder der Sturz aufs Gesäß. In ihrer Schmerzsymptomatik können Wirbelkörperbrüche sehr unterschiedlich sein: Während die meisten Wirbelkörperbrüche sehr schmerzhaft sind, werden andere gar nicht bemerkt. Während der frische Wirbelkörperbruch die Lebensqualität des Patienten lediglich durch Schmerzen einschränkt, können die Folgen eines Wirbel¬körperbruches noch viel gravierender sein: In der Regel stabilisiert sich der Wirbel wegen der Osteoporose nicht selber, sondern rutscht immer weiter zusammen, bis er schließlich ganz flach ist. An dieser Stelle bekommt die Wirbelsäule einen Knick, der Patient entwickelt einen Buckel. Hierdurch wird das Körpergewicht des Patienten nach vorne verlagert und die Belastung der angrenzenden Wirbelkörper steigt an: Es kommt zum Bruch weiterer Wirbelkörper in immer rascher werdender Abfolge. Schließlich kann die Krümmung der Wirbelsäule zu einer Einengung der Lungen führen, so dass der Patient nur noch schlecht durchatmen kann. Wird die Hinterkante des zusammengerutschten Wirbelkörpers in den Rückenmarkskanal gedrängt, kann eine Einengung des Rückenmarkes mit Schmerzen oder Lähmungen in den Beinen resultieren. Die früher bei Wirbelkörperbrüchen angelegten Korsetts oder Stützorthesen wurden von den Patienten ausnahmslos als äußerst unange¬nehm empfunden und in der Regel nicht getragen. Darüber hinaus haben sie durch ihre abstützende Funktion den Abbau der Knochensubstanz und der Muskulatur begünstigt. Seit einigen Jahren werden gebrochene Wirbelkörper mit Zement aufgefüllt. Dies kann entweder mit oder ohne vorheriger Aufrichtung des Wirbelkörpers durch einen Ballon erfolgen. Wesentlich ist, dass die Schmerzen in der Regel schlagartig verschwinden und das weitere Zusammenrutschen des Wirbelkörpers verhindert wird.
Weitere Informationen von Prof. Dr. Krug zum Thema Oberschenkelbrüche
Die medizinischen Schwerpunkte in unserem Krankenhaus sind u.a.
Seit August 2006 gehört die Schön Klinik Hamburg Eilbek zu den Schön Kliniken. Das Krankenhaus verfügt über 660 Betten und beschäftigt rund 1.300 Mitarbeiter. Jährlich werden rund 50.000 Patienten in unserem Krankenhaus stationär, teilstationär und ambulant behandelt. Das Krankenhaus im Herzen von Hamburg ist ein Schwerpunktversorger mit Spezialabteilungen für die überregionale Versorgung. Zum Leistungsspektrum gehören: Innere Medizin, Chirurgie, Urologie, Orthopädie und Unfallchirurgie, Rheumatologie, Geriatrie und frührehabilitative Medizin und ein Zentrum für Schädel- Hirnverletzungen. Seit 2004 verfügt das Krankenhaus über einen modernen Klinikneubau, eine zentrale Notaufnahme mit Funktionsdiagnostik und Radiologie, fünf Bettenstationen und eine interdisziplinäre Intensivstation mit angeschlossener Überwachungseinheit. Allein dort werden jährlich rund 14.000 Patienten behandelt.