Behandlungskonzepte bei Epilepsie. Unser Epilepsie-Zentrum

Epilepsie-Zentrum für Kinder und Jugendliche

Als Epilepsiezentrum der höchsten Versorgungsstufe für Kinder und Jugendliche kümmert sich unsere Klinik in erster Linie um Patienten mit schwer einzuordnenden und zu behandelnden Epilepsien. Diesen uns anvertrauten Patienten stehen sämtliche diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten eines Grad-IV-Zentrums zur Verfügung. Im Grad-IV-Zentrum werden alle Möglichkeiten der konservativen Behandlung durchgeführt. Darunter laufen z. B. die medikamentöse Behandlung, die ketogene Diät (eine strenge, fettreiche Form der diätischen Ernährung) und eine hochspezialisierte präoperative Epilepsiediagnostik und Epilepsiechirurgie.

 

Epilepsie-Zentrum - Medikamentöse Therapie

Zur medikamentösen Therapie von epileptischen Anfällen stehen heute bis zu 20 verschiedene so genannte Antiepileptika zur Verfügung. Ihre richtige Anwendung, einzeln und in Kombination, erfordert besondere Kenntnisse über

  • Epilepsie-Syndrome
  • Anfallsarten
  • Wirkungsmechanismen
  • Nebenwirkungsprofile 
  • Altersabhängige Aspekte 
  • Pharmakogenetik und Pharmakodynamik
  • Wechselwirkung mit anderen Medikamenten
 

Präoperative Epilepsiediagnostik und operative Epilepsietherapie

Dr. Holthausen erläutert anhand der Aufnahmen mögliche Epilepsietherapie

Dr. Holthausen erläutert anhand der Aufnahmen mögliche Epilepsietherapie

Diese mit neuester Technik ausgestattete Station ist für Kinder und Jugendliche errichtet worden, deren Anfälle medikamentös nicht beherrscht werden können. An mehreren Untersuchungsplätzen finden kontinuierliche (24 Stunden/Tag, 7 Tage/Woche) Video- und EEG-Aufzeichnungen statt, um Anfallsherde im Gehirn zu lokalisieren. Die Operationen werden in der neurochirurgischen Klinik des Behandlungszentrums Vorgtareuth und anschließende postoperative Reha-Maßnahmen in der Rehabilitationsabteilung des Bereiches Neuropädiatrie durchgeführt.

 

Epilepsie-Zentrum- weitere Angebote:

  • Differenzialdiagnostik nicht epileptischer Anfallszustände und Schlafstörungen/Parasomnien ( kein klassisches Schlaflabor)
  • Vagusnerv-Stimulation

Seit 1999 wird die Vagusnerv-Stimulation (ein operatives, aber im Gegensatz zur Epilepsiechirurgie nicht direkt am Gehirn erfolgendes Therapieverfahren) angeboten und durchgeführt. Es handelt sich um eine chronische, wiedrkehrende elektrische Stimulation des linken N. vagus, der über ein unter der Haut liegendes Kabel mit einem im Bereich der linken Brusthälfte implantierten elektrischen Impulsgenerator verbunden ist. Diese Stimulation wird an das Gehirn weitergleitet, wodurch – vereinfacht dargestellt - die Verbindungen zwischen den Nervenzellen in einer Weise modifiziert werden, dass sich bei einem Teil der   Patienten   Anfallssituation und die Lebensqualität verbessern.

 

Ablauf der Vagusnerv-Stimulation

Nach Ausschluss erfolgversprechenderer medikamentöser oder operativer Epilepsiebehandlungsverfahren und entsprechender Kontraindikationen kann der Vagusnervstimulator der Fa. Cyberonics implantiert werden. Es erfolgt vorher eine ausführliche Beratung zu Risiken und Chancen diese Therapieverfahrens. Der operative Eingriff selbst dauert 2-4 Stunden und wird in der Regel problemlos vertragen; die Patienten können die Klinik nach wenigen Tagen verlassen. Die Nachbetreuung und weitere Modifikation der Stimulation werden im Epilepsiezentrum durchgeführt oder zu wohnortnahen VNS-Zentren vermittelt.

 

Therapien, sozialpädagogische Angebote und Klinikschule

Die Phyiotherapie ist eine unserer vielen Behandlungskonzepte.

Die Phyiotherapie ist eine unserer vielen Behandlungskonzepte.

Folgende Therapien etc. zählen zum Leistungsspektrum im Epilepsiezentrum der Schön Klinik Vogtarueth:

 

"Comprehensive Care" (= ganzheitliche Fürsorge)

Epilepsien, insbesondere wenn sie schwer verlaufen, führen zwangsläufig zu einer Beeinträchtigung der Lebensqualität der Betroffenen. Im Sinne von "comprehensive care" vermitteln wir Wissen über die Erkrankung, helfen beim Abbau von Vorurteilen und setzen uns dafür ein, dass es nicht zu unnötigen schulischen, beruflichen oder sozialen Benachteiligungen kommt. In erster Linie bedeutet "comprehensive care", dass man sich bei Erkrankungen von Patienten auch um die psychosozialen Belange kümmert. Darüber hinaus informieren wir über die vom Gesetzgeber geschaffenen Möglichkeiten zur Abmilderung der sozialen Härten.