Die operative Behandlung der Hirntumore erfolgt über eine möglichst kleine Eröffnung des Schädelknochens (Trepanation) nach zielgenauer Planung des zu operierenden Prozesses. Akute spontane Hirnblutungen werden wegen der Gefährdung für die Patienten meist sofort operativ entlastet, ebenso Blutungen nach Schädel-Hirn-Verletzungen.
Störungen der Hirnwasserzirkulation führen zum so genannten Hydrozephalus, d.h. zur krankhaften Erweiterung der Hirnkammern. Mit der Implantation von Liquorshuntsystemen über ein Ventil wird das überschüssige Hirnwasser entweder in die Blutbahn (ventrico-atrialer Shunt), in den Bauchraum (ventrico-peritonealer Shunt) oder nach außen (externe Drainage) abgeleitet. Angeborene Missbildungen des Gehirns wie z.B. Arachnoidalzysten oder porenzephale Zysten können drainiert oder entfernt werden.
Behandlungskonzepte der Epilepsiechirurgie
Die Epilepsiechirurgie strebt die operative Entfernungen von Hirnanteilen an, in denen der Krampfherd sitzt. Lokalisiert wird dieser bereits vor dem Eingriff mit bildgebenden Verfahren (Kernspin) und Langzeit-EEG-Monitoring. Zusätzlich erfolgt eine präzise Prüfung der Elektroden, die auf die Hirnoberfläche plaziert werden. Hiermit können auch genau die einzelnen Bewegungszentren für die verschiedenen Körperabschnitte intraoperativ lokalisiert werden.
Die Einführung der Fibertracking-basierten funktionellen Neuronavigation, also die Darstellung der Hirnbahnen und Visualisierung derselben für die Anwendung während der Operation, wie sie durch Herrn Priv. Doz, Dr. Staudt, dem Stellvertretenden Chefarzt der Abteilung Neuropädiatrie und Herrn Dr. Kudernatsch, dem Stellvertretenden Chefarzt unserer Klinik etabliert und weiterentwickelt wurde erlaubt eine höhere Präzision der mikrochirurgischen Operationen und eröffnet Behandlungsmöglichkeiten in bisher nicht ohne zu hohes Risiko zugänglichen Hirnbereichen.
Operationen an der Wirbelsäule
An den unterschiedlichen Abschnitten der Wirbelsäule werden in der Schön Klinik Vogtareuth folgende Krankheitsbilder operativ behandelt:
Bandscheibenvorfälle im Halswirbelbereich
Wirbelkanaleinengung an der Halswirbelsäule
Wirbelkanaleinengungen und Instabilitäten am Kopf-Hals-Übergang
Frakturen im Bereich der Halswirbelsäule
Tumore im Bereich der Halswirbelsäule
Mißbildungen im Bereich der Brustwirbelsäule
Tumore im Bereich der Brustwirbelsäule
Bandscheibenvorfälle im Lendenwirbelbereich
Wirbelkanaleinengung an der Lendenwirbelsäule
Behandlungskonzepte der Schmerzchirurgie
Bei schweren, medikamentös nicht zu beherrschenden Schmerzzuständen werden spezielle neurochirurgische Behandlungsverfahren angewendet, die bei den Patienten rasch zu einer deutlichen Schmerzlinderung oder -ausschaltung führen. Eingesetzt werden diese Methoden bei Gesichtsneuralgien, bei Schmerzen in der Wirbelsäule und in den Beinen sowie bei isolierten Nervenschmerzen an den Armen. Bei systematischen Schmerzen oder bei schwerster Spastik hat sich u.a. die Implantation einer Schmerzmittelpumpe bewährt.
Behandlungskonzepte bei Nervenerkrankungen
Die neurochirurgische Behandlung peripherer Nervenkrankheiten umfasst Nervenkompressionen, Nervenverletzungen und Nerventumore. Am häufigsten sind die Nervenkompressionen durch Engpässe an der Hand (Karpaltunnelsyndrom, Loge de Guyon), am Arm (z.B. Sulcus ulnaris-Syndrom) und am Bein (Nervus peronaeus, Tarsaltunnel-Syndrom). Bei Nervenverletzungen können mikrochirurgische Nervennähte oder auch ein Nervenersatz mit Transfer von Nerven aus anderen Körperregionen notwendig werden. Nerventumore können im Schädel (z.B. Akustikusneurinom) oder an peripheren Nerven auftreten. Die Kunst der Entfernung liegt in einer möglichst schonenden Vorgehensweise, um zusätzlich Nervenschäden zu vermeiden.
Behandlungskonzepte der Neuroradiologie
Die Neuroradiologie umfasst die apparative Diagnostik des Zentralnervensystems mit Gehirn und Rückenmark, der Hirngefäße, der Wirbelsäule und der Bandscheiben. Durch modernste computergestützte bildgebende Verfahren erfolgen die Untersuchungen des Schädels, des Gehirns, der einzelnen Wirbelsäulenabschnitte und der Bandscheiben zum Aufspüren krankhafter Prozesse. Mit navigatorischen Planmethoden können Tumore, Blutungen und andere Krankheiten genau lokalisiert werden. Wir setzten folgende diagnostische Verfahren ein:
Computertomographie
Kernspintomographie
dreidimensionale Rekonstruktionen der Hirn-, Nerven- und Knochenstrukturen
digitale Subtraktionsangiographie (zur Darstellung der Hirngefäße)
Computertomographie in Kombination mit Kontrastmittel (zur Untersuchung desWirbelkanals auf Engstellen)
Die medizinischen Schwerpunkte in unserem Krankenhaus sind u.a.
Seit des Gründung des Krankenhauses 1985 steht die Schön Klinik Vogtareuth ganz im Dienste der Akut- und Rehabilitationsmedizin in Bayern. Leitziel ist die „ganzheitliche Versorgung unter einem Dach“. Das Krankenhaus hat die Schwerpunkte Diagnostik, operative und konservative Therapie sowie stationäre, teilstationäre und ambulante Rehabilitation und Nachsorge. In der chirurgischen Versorgung Erwachsener hat das Krankenhaus einen überregionalen Bekanntheitsgrad erreicht, der bei der Behandlung neurologisch erkrankter Kinder sogar weltweit besteht. Die Schön Klinik Vogtareuth verfügt über 376 Betten und behandelt pro Jahr rund 12.000 Patienten stationär, 16.000 ambulant.