Erste minimal-invasive Operation am schlagenden Herzen in Deutschland.

Technik ermöglicht Herzinsuffizienz-OP für Risikopatienten.

Prof. Albert Schütz besucht seinen Patienten nach der gelungenen OP.

Prof. Albert Schütz besucht seinen Patienten nach der gelungenen OP.

Erstmals in Deutschland führten die Herzspezialisten der Schön Klinik Vogtareuth eine minimal-invasive Operation an der linken Herzkammer bei schwerer Herzschwäche durch. Weltweit wurden bisher nur 50 Patienten mit dieser neuen Methode (Revivent™ Myocardial Anchoring System, BioVentrix) am schlagenden Herzen operiert. Professor Albert Schütz, Chefarzt der Herzchirurgie der Schön Klinik Vogtareuth, führte den Eingriff im Team mit Professor Ralph Haberl, Kardiologische Praxis „Herz im Blick“ München, sowie den amerikanischen Experten Andrew S. Wechsler, Professor of Cardiothoracic Surgery, Drexel University, Philadelphia, und Lon S. Annest, MD, MBA, Chief Medical Officer, BioVentrix (Hersteller des Myocardial Anchoring System) durch.

 

Neues OP-Verfahren zeigt gute Ergebnisse.

„Das OP-Verfahren ist noch recht jung, zeigt aber gute Ergebnisse“, erklärt Professor Schütz. „Herzchirurgen können damit einen Teil der Funktionsfähigkeit der linken Herzkammer bei schwerer Herzschwäche mittels eines minimal-invasiven Eingriffs bei Patienten wieder herstellen, für die eine herkömmliche Operation zu riskant wäre.“

Bei dem besonderen Fall handelte es sich um einen 54-jährigen Mann, der nach zwei Herzinfarkten an einer terminalen Herzschwäche litt. Er konnte nur noch wenige Meter ohne Atemnot gehen. Medikamente halfen nicht mehr, eine Herztransplantation oder ein Kunstherz waren bei ihm nicht möglich. „Der Patient war kritisch krank“, fasst Professor Haberl, Kardiologe des Patienten, zusammen. „Das Risiko für eine konventionelle Operation mit Öffnung der linken Herzkammer und einer Herz-Lungen-Maschine war sehr hoch.“ Alle vorangegangenen Behandlungsmöglichkeiten waren ausgeschöpft. „Die Herzleistung betrug nur noch zwölf Prozent, unter 20 Prozent kann der Patient in der Regel seinen Alltag nicht mehr bewältigen“, erklärt Professor Haberl.  Zudem zeigte sich eine  massive Vergrößerung des Herzens mit Narbenbildung an der Scheidewand und der Vorderwand.

 

Eingriff am schlagenden Herzen ohne Herz-Lungen-Maschine.

„Dieser Patient war für das neue Verfahren gut geeignet“, erklärt Prof. Schütz. Es ermöglicht einen schonenderen Eingriff: Die Operation wurde am schlagenden Herzen ohne Herz-Lungen-Maschine über ein transmyokardiales Ankersystem durchgeführt. „Der Patient erhielt mehrere Ankersysteme, über die das Herz wie eine „Hosennaht“ gerafft werden konnte“, so Professor Schütz weiter. „Dadurch konnten wir die linke Herzhöhle deutlich verkleinern und damit auch die Herzleistung verbessern.“

„Seine Herzleistung ist unmittelbar nach der Operation bereits auf 35 Prozent gestiegen,“ bestätigt Professor Haberl. „Durch die Verkleinerung konnte das Herz wieder wirksamer arbeiten. Dies war die letzte Chance des Patienten und seine Prognose ist nunmehr sehr gut“, so Professor Haberl weiter. Der Patient konnte bereits am dritten Tag die Intensivstation verlassen. „Seine Lebenserwartung und Lebensqualität sind dadurch enorm gestiegen und er konnte seine erste Tasse Kaffee seit zwei Jahren genießen“, freut sich das Behandlungsteam.

 

Herzchirurgie: Spitzenmedizin mit internationalem Ruf.

Die Herzchirurgie der Schön Klinik Vogtareuth hat sich über die Grenzen Bayerns hinaus einen ausgezeichneten Ruf erworben. Neben der Versorgung aller klassischen Eingriffe am Herzen ist die Schön Klinik Vogtareuth auf die besonderen Herausforderungen wie beispielsweise die minimal-invasive Mitralklappen-OP, die herznahe Aortenchirurgie und vor allem die Herzklappen erhaltende Chirurgie spezialisiert. „Unsere Qualitätsdaten dokumentieren die große Erfahrung unserer Operateure“, sagt Klinikgeschäftsführer Dr. Alexander Hauenschild. Im deutschlandweiten Vergleich der Herzzentren ist die Vogtareuther Klinik bei der isolierten Klappen- und Bypasschirurgie laut Veröffentlichung der Bundesdeutschen Qualitätssicherung die Nummer 1.
Die Klinik arbeitet zudem sehr eng mit den niedergelassenen Kardiologen der Region zusammen. Das RoMed Klinikum in Rosenheim und die Herzchirurgie der Schön Klinik bilden quasi ein Herzzentrum links und rechts vom Inn. „Eine erfolgreiche Zusammenarbeit, die dem Patienten den weiten Transport nach Salzburg oder München erspart“, fasst Dr. Hauenschild zusammen.

 

Interdisziplinäre Betreuung auf hohem medizinischen Niveau.

Die Kardiologische Praxis „Herz im Blick“ in München bietet die komplette konventionelle und invasive kardiologische Diagnostik und Therapie. Sie verfügt über ein modernes Herzkatheterlabor, das in Kooperation mit dem Rotkreuzklinikum München betrieben wird.
Das oberste Ziel ist die interdisziplinäre  Betreuung der Patienten auf höchstem medizinischen Niveau. Nach 25 Jahren klinischer Tätigkeit, zuletzt als Chefarzt der Kardiologischen Klinik des Klinikums München Pasing, bringt Professor Ralph Haberl seine Erfahrung als Interventioneller Kardiologe sowie für Kardiale Bildgebung mit Herz-CT und Kardio-MRT mit ein.

 

Herz & Gefäße

Erkrankte Blutgefäße oder Erkrankungen der Herzkranzgefäße bzw. des Herzens zu therapieren, ist unsere Spezialität.

Spezialisten für Herz und Gefäße