Lungenfibrose. Unser Therapie-Konzept

Rehabilitation bei Lungenfibrose. Oftmals unerwarteter Erfolg.

Rehabilitation für Lungenfibrose: Lebensqualität zurückgewinnen, indem Sie Ihre körperliche Belastbarkeit steigern.

Rehabilitation für Lungenfibrose: Lebensqualität zurückgewinnen, indem Sie Ihre körperliche Belastbarkeit steigern.

Viele Ärzte, Kostenträger, aber auch Lungenfibrose-Patienten selbst gehen davon aus, dass eine Rehabilitation bei dieser Erkrankung nicht viel Sinn macht. Die Erfahrungen, die wir mit Lungenfibrose Patienten gemacht haben, widerlegen diese Annahme aber ebenso wie neueste wissenschaftliche Veröffentlichungen der medizinischen Literatur. Es finden sich zunehmend Studien, die unsere Erfahrung bestätigen, dass Lungenfibrose-Patienten sehr wohl von gezielten Rehabilitations-Maßnahmen profitieren können, wenn die Therapie-Konzepte von erfahrenen Experten erstellt wurden.

Therapie bei Lungenfibrose. Nicht Lungenfunktionswerte, sondern Alltagsmobilität verbessern.

Die individuelle Situation in Ruhe besprechen.

Die individuelle Situation in Ruhe besprechen.

Lungenfibrose-Patienten leiden unter einer stark eingeschränkten körperlichen Belastbarkeit, die ihre Lebensqualität einschränkt. Es gibt keine medikamentöse Therapie, die die Krankheit heilen könnte. Daher muss bei Ihnen als Lungenfibrose-Patient jede Möglichkeit ausgeschöpft werden, Ihre Symptome wie Kurzatmigkeit, Kraftlosigkeit, Angst und Depression zu vermindern. Es geht aber nicht darum, Ihre Lungenfunktionswerte zu verbessern, sondern Ihre Alltagsbeweglichkeit sowie Ihre körperliche Leistungsfähigkeit zu steigern. Denn dies bedeutet für Sie mehr Mobilität und verhindert damit die soziale Isolation. Wie sich die Einschränkungen durch die Lungenfibrose auf Ihr Familien- und Berufsleben auswirkt, berücksichtigen wir, wenn wir Ihre Rehabilitations-Maßnahmen zusammen stellen. Wir wollen mit Ihnen zusammen eine mittelfristige Perspektive erarbeiten, die nicht nur Ihre körperlichen, sondern auch die seelischen und sozialen Aspekte beachtet. Was heute bei der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) als erfolgreicher Therapie-Standard gilt, ist unserer Erfahrung nach für die Lungenfibrose-Patienten gleichsam anzuwenden. Die Britische Lungenfacharzt-Gesellschaft hat bereits die Rehabilitation 2008 als Standard-Behandlungsmaßnahme in ihre Leitlinien einbezogen.

Medikamentöse Therapie der Lungenfibrose.

Trotz intensiver Forschung in den letzten Jahrzehnten ist es zu keinem wirklichen Durchbruch in der medikamentösen Behandlung der Lungenfibrose gekommen. Hauptsächlich kommen entzündungshemmende, die körpereigene Abwehr unterdrückende Medikamente (Immunsuppressiva) zum Einsatz. Während Ihres Rehabilitations-Aufenthalts optimieren unsere Experten Ihre Medikation. Die Notwendigkeit einer Hochdosis-Therapie mit Acetylcystein (ACC) sollte bei der idiopathischen Lungenfibrose überprüft werden, da dies eines der wenigen Medikamente mit nachgewiesenem Effekt bei fast fehlenden Nebenwirkungen für dieses Krankheitsbild ist.

Physiotherapie hilft, Atemarbeit zu erleichtern.

Atem- und Hustentechniken mit erfahrenen Therapeuten üben.

Atem- und Hustentechniken mit erfahrenen Therapeuten üben.

Die bei Ihnen als Lungenfibrose-Patienten deutlich vermehrte Atemarbeit belastet Ihren Organismus. Durch gezielte physiotherapeutische Maßnahmen schaffen unsere Atemtherapeuten, die seit vielen Jahren mit schwer-lungenkranken Patienten arbeiten, Linderung. Die behindernde Starre des Brustkorbs, die durch die Überbeanspruchung entstanden ist, verbessern unsere Therapeuten mit gezielten Griffen und Wärmebehandlungen. In Einzeltherapie-Stunden schulen Sie unsere Atemtherapie-Spezialisten in der Atemwahrnehmung, der Hustenvermeidung und üben Atem- und Hustentechniken mit Ihnen. Da Lungenfibrose-Patienten aufgrund ihrer Erkrankung eine sehr hohe Atemfrequenz haben, bringen unsere Therapeuten ihnen bei, Atmung und körperliche Belastungen besser zu koordinieren.

Medizinische Trainingstherapie. Individuell und behutsam dosiert.

Bei Lungenfibrose: So trainieren, wie es den krankheitsbedingten Einschränkungen entspricht.

Bei Lungenfibrose: So trainieren, wie es den krankheitsbedingten Einschränkungen entspricht.

Das zentrale Element der stationären Rehabilitation von Lungenfibrose-Patienten ist die medizinische Sport- und Bewegungstherapie unter der Aufsicht von erfahrenen Sportwissenschaftlern. Das von vielen Patienten und Zuweisern für unmöglich Gehaltene – die körperliche Belastung – wird möglich, wenn Sie so trainieren, wie es Ihren krankheitsbedingten Einschränkungen entspricht. Bevor Sie mit dem Training beginnen, führen wir sorgfältige medizinische Untersuchungen durch. Durch Eingangstests in der Sporttherapie finden wir genau Ihr individuell richtiges Maß der körperlichen Beanspruchung heraus. Mit großem Erstaunen erlangen fortgeschritten erkrankte Fibrose-Patienten zunehmend Freude an der Bewegung und der Trainierbarkeit. Verbesserte körperliche Ausdauer und Muskelkraft führen zu einer gesteigerten Mobilisation und einem Zugewinn an Lebensfreude.

Sauerstoff-Langzeit-Therapie. Von großem Nutzen.

Austausch mit anderen Betroffenen in der Sauerstoff-Gruppe.

Austausch mit anderen Betroffenen in der Sauerstoff-Gruppe.

Mit zunehmendem Schweregrad der Lungenfibrose wird häufig eine Sauerstoff-Langzeit-Therapie notwendig. Trotz nationaler und internationaler Therapie-Leitlinien sind Fibrose-Patienten jedoch häufig diesbezüglich unterdiagnostiziert und unterversorgt. Im Rahmen der stationären Rehabilitation stellen wir durch verschiedene Messungen am Tage, während der Nacht und bei Belastung die korrekte Indikation für die Sauerstoff-Langzeit-Therapie und passen an die Dosierung den entsprechenden Lebenssituationen an. In unserer Klinik werden die Patienten in einem speziellen Sauerstoff-Therapie-Programm von Ärzten, Psychologen und Sozialarbeitern geschult und haben die Möglichkeit zu einem Austausch untereinander. Patienten, die bereits seit Jahren mit einer Sauerstoff-Langzeit-Therapie leben und sich in Selbsthilfe-Gruppen engagieren, referieren regelmäßig in unserem Hause und liefern Informationen aus erster Hand.

Der 6-Minuten-Gehtest – das Maß aller Dinge.

Ohne Zweifel beschreiben die gängigen Lungenfunktionswerte, die der Lungenfacharzt standardmäßig erhebt, den Krankheitsgrad eines Lungenfibrose-Patienten. Sie zeigen aber nicht, zu welcher körperlichen Leistung der Fibrose-Patient im Alltag in der Lage ist, da Faktoren wie muskulärer Status, Motivation und z.B. Osteoporose-bedingte Schmerzen nicht erfasst werden können. Dies alles vermag der so genannte 6-Minuten-Gehtest einzubeziehen, ein einfaches diagnostisches Instrument, das wir bei allen Lungenfibrose-Patienten einsetzen. Gerade für Sie und den Erfolg Ihrer Reha-Maßnahme ist der 6-Minuten-Gehtest von enormer Bedeutung.

Lungentransplantation. Ein Ausweg?

Genaue Information und Schulung für Lungentransplantations-Kandidaten.

Genaue Information und Schulung für Lungentransplantations-Kandidaten.

Die Lungentransplantation ist ein etabliertes Therapie-Verfahren bei fortgeschrittener Lungenfibrose. Im Rahmen einer stationären Rehabilitation besprechen wir diese Option mit Ihnen in ausreichendem zeitlichen Rahmen. Die langjährige Erfahrung im Umgang mit Lungentransplantationspatienten, sowohl vor als auch nach der Operation, stellt die geeignete Basis für diese Gespräche dar. Auch hier ist ein spezielles Schulungskonzept vorhanden. Die Patienten haben im Rahmen der „LTx-Gruppe“ die Möglichkeit, neben Sachinformationen durch Ärzte, Psychologen, Sozialarbeiter, Physiotherapeuten und Ernährungswissenschaftlern, die Möglichkeit zu einem gegenseitigen Austausch zu nutzen. Dabei ist die Gelegenheit, als potenzieller Kandidat für eine Lungentransplantation mit bereits Transplantierten in Ruhe einen Austausch zu finden, nahezu einzigartig. Die Schön Klinik Berchtesgadener Land ist Europas größte Rehabilitationsklinik für die Rehabilitation lungentransplantierter Patienten und betreut Patienten gemeinsam mit fast allen Lungentransplantations-Zentren in Deutschland und Österreich.

Neue Wege gehen. Beatmungstherapie bei Lungenfibrose.

Individuelle Anpassung einer Atemmaske: Durch Beatmungstherapie wieder Erholung finden.

Individuelle Anpassung einer Atemmaske: Durch Beatmungstherapie wieder Erholung finden.

Bei zunehmender Erschöpfung der Atemmuskulatur – auch Atempumpe genannt – kommt es neben der körperlichen Erschöpfung und Ermüdung zu einem Anstieg des Kohlendioxidwertes im Blut mit entsprechend negativen Konsequenzen. Die Erfahrung zur Behandlung dieses Phänomens bei anderen Lungenerkrankungen hat die Idee hervor gebracht, auch bei Fibrose-Patienten eine Beatmungstherapie, auch nicht-invasive Beatmung (NIV) genannt, anzuwenden, was bislang als kaum machbar galt. Unsere eigenen Erfahrungen zeigen jedoch, dass die Atemsituation von Lungenfibrose-Patienten in ausgewählten Fällen durch die Beatmungstherapie erleichtert werden kann. Damit können manche der Lungenfibrose-Patienten Zeit gewinnen – vor allem im Hinblick auf eine eventuell anstehende Transplantation.

Ihr Ansprechpartner

Sczepanski

Dr. Bernd Sczepanski

Tel.: 08652 93-1542

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