Asthma bronchiale. Konzept zur Behandlung

Bei konsequenter Asthma-Therapie: Normales, aktives Leben.

Asthma bronchiale ist eine chronisch entzündliche Erkrankung der Atemwege, die nach genauer diagnostischer Aufarbeitung einer langfristigen und konsequenten Therapie bedarf. Hierzu stehen heute moderne und hochwirksame Medikamente zur Verfügung, die in den meisten Fällen bei richtiger Anwendung und guter Steuerung der Therapie dazu führen sollten, dass Asthmatiker ihren Alltag ohne wesentliche Probleme meistern und normales, aktives Leben führen können.

Therapie-Ziel: Kontrolliertes Asthma.

Hilfreiche Informationen und gezielte Schulung: Den Patienten zum Experten für sein Asthma machen.

Hilfreiche Informationen und gezielte Schulung: Den Patienten zum Experten für sein Asthma machen.

Ein so genanntes kontrolliertes Asthma zu erreichen, setzt jedoch voraus, dass einer effektiven medikamentösen Therapien die subtile diagnostische Aufarbeitung vorausgeht. In diesem Zusammenhang ist es wichtig, Ihnen als den betroffenen Asthmatikern die hierfür notwendige Eigenkompetenz durch intensive Schulung und Motivationsmaßnahmen zu vermitteln. Da das Asthma bronchiale in der Regel eine über das Jahr gesehen sehr variable Erkrankung sein kann, gilt es für den geschulten Asthmatiker, die Therapiemaßnahmen jeweils an die sich ändernden Asthma-Gegebenheiten anzupassen. Dadurch sollten Sie als Patient die notwendige Asthma-Kontrolle dauerhaft oder zumindest überwiegend erreichen.

Diagnostik bei Asthma bronchiale. Gezielte Anamnese wichtig.

Die wichtigste diagnostische Maßnahme ist die gezielte Anamnese, also das Gespräch mit dem Patienten. Dafür nehmen sich die Ärzte in unserer Klinik ausreichend Zeit. Die anschließende Gerätediagnostik und gezielte Laboruntersuchungen sichern dann meist nur noch die Diagnose ab.

Medikamentöse Therapie bei Asthma bronchiale.

Die Asthma-Therapie basiert auf einer medikamentösen Therapie. Dabei gibt es zwei verschiedene Gruppen von Medikamenten, die in Frage kommen: Das zentrale Element der Asthma-Therapie bilden entzündungshemmende Medikamente (so genannte Controler), allen voran das Cortison. Ohne diese Medikamente ist es nicht möglich, eine Asthmakontrolle zu erreichen. Zum zweiten kommen atemwegserweiternde Substanzen, so genannte Reliever, zum Einsatz. Diese Medikamente wirken rasch und führen dazu, dass sich die Verkrampfung der Atemwege auflöst. Unsere versierten Mediziner können auf jahrelange Erfahrungen bei der Optimierung medikamentöser Asthma-Therapien verweisen.

Rauchen verschlechtert Asthma-Prognose.

Leider rauchen immer noch etwa 30 Prozent aller Asthmatiker, obwohl sie um ihre Erkrankung wissen. Studien haben jedoch gezeigt, dass das fortgesetzte Rauchen die Erfolgschancen einer medikamentösen Asthma-Therapie erheblich mindert oder gar vereitelt. Rauchen verschlechtert ohne Frage die Asthma-Prognose!

Atemtherapie als wichtiger Baustein der Asthma-Behandlung.

Atemtherapie bei Asthma: Atemtechniken für Atemnotfall üben.

Atemtherapie bei Asthma: Atemtechniken für Atemnotfall üben.

Neben der medikamentösen Therapie kommen bei Asthma den richtigen Verhaltensweisen und den Atemtechniken eine große Bedeutung zu. Bei der Atemtherapie während des Rehabilitations-Aufenthalts in unserer Klinik können Sie erlernen, das Ausmaß Ihrer Atemnot-Anfälle einzuschränken, indem Sie Atemtechniken und atemerleichternde Stellungen anwenden. Wichtig ist aber auch, sich in den kritischen Situationen besonnen zu verhalten. Dies fällt Ihnen leichter, wenn Sie sich in Schulungen die richtigen Maßnahmen angeeignet haben.

Atemnotfälle bei Asthma gut zu behandeln.

Im Falle eines Asthmaanfalls sollten Sie versuchen, trotz der Atemnot keine Angst, Panik oder Hektik aufkommen zu lassen. Werden die richtigen therapeutischen Maßnahmen frühzeitig angewandt, sind die meisten Atemnotanfälle heute gut zu behandeln. Aufgrund der wirksamen Basistherapie für Asthmatiker tritt heute nur noch selten ein so genannter Status asthmaticus auf, der eine bedrohliche Situation darstellt und im Krankenhaus als Notfall zu versorgen ist. Dabei werden in der Regel Cortison-Präparate intravenös verabreicht. Im Einzelfall kann auch eine Sauerstofftherapie notwendig werden.

Therapie akuter Asthma-Verschlechterungen.

Verschlechtert sich die Erkrankung infektbedingt, ist dies für Sie als Asthmatiker eine gefürchtete Problemsituation. Einige Asthmaverläufe sind von häufigen Infekten geprägt, die aus einem leichtgradigen Asthma innerhalb kurzer Zeit ein schwergradiges werden lassen können. Um zu verhindern, dass die Symptome sich verschlimmern, müssen Sie rechtzeitig erkennen, wann die asthmatische Entzündung zunimmt. Daraufhin ist unmittelbar die antientzündliche Therapie mit Cortison-Präparaten zu intensivieren. Das führt meist zu einer raschen Besserung. Die infektbedingte Verschlechterung, auch Exazerbation genannt, stellt für Sie und Ihren Arzt eine große therapeutische Herausforderung dar, wobei neben der ärztlichen Kunst vor allem auch Ihre Eigenkompetenz als Patient gefragt ist. Diese sollten Sie sich frühzeitig – etwa im Rahmen eines Rehabilitations-Aufenthalts in einer anerkannten Fachklinik - aneignen, damit Sie bei Exazerbationen möglichst zielgerichtet reagieren können. Bei aufmerksamer Beobachtung können Sie als Patient die Symptome, die auf eine Exazerbation hindeuten, schon früh erkennen.

Peak-Flow-Messung, um Verschlechterungen rechtzeitig erkennen zu können.

Peak-flow-Protokolle lassen Veränderungen frühzeitig erkennen.

Peak-flow-Protokolle lassen Veränderungen frühzeitig erkennen.

Neben klinischen Frühsymptomen (wie Erkältungssymptome, Husten mit gelbem Auswurf, verstärkte Atemnot) kann der exakt erfasste Peak-Flow (PF)-Verlauf oft frühzeitig Veränderungen erkennbar machen. Die Peakflow-Messung ist eine Methode, um die Atembehinderung der vornehmlich großen Atemwege zu untersuchen.

Über die Peak-Flow-Analyse zur maßgeschneiderten Infekt-Strategie.

Der Peak-Flow-Verlauf kann für die Entwicklung einer individuellen Infekt-Strategie genutzt werden. Wer seinen Peak-Flow-Verlauf und die zu den einzelnen Zeitpunkten ergriffenen Maßnahmen rückblickend analysiert, können Sie aus dieser "Manöverkritik" lernen, es beim nächsten Infekt besser zu machen. Dadurch werden Sie mehr und mehr zum eigenen „Infektmanager“ und können zukünftig auch eigenständig frühzeitig die notwendigen Maßnahmen einleiten. Wichtig ist es, nach Beendigung der infektbedingten Verschlechterungen, dass Sie die Therapie-Intensivierungen wieder zurücknehmen und auf die Basisbehandlung übergehen.

Wenn das Asthma schwer zu kontrollieren bleibt.

Es gibt jedoch auch Asthma-Verläufe, die trotz einer Leitlinien gerechten Behandlung nur teilweise oder nicht ausreichend kontrollierbar sind. Diese Formen des unkontrollierten Asthmas stellen diagnostisch und therapeutisch große Herausforderungen dar. Hier gilt es, durch eine sehr exakte Aufarbeitung der zugrunde liegenden Probleme mit Identifikation von Störfaktoren bzw. destabilisierenden Einflüssen das Wesen und den individuellen Charakter der vorliegenden Asthma-Erkrankung exakt zu skizzieren. Hierzu bedarf es großer ärztlicher Erfahrung, um zusammen mit dem Patienten die Ursachen, die das Asthma schwer behandelbar bzw. nicht kontrollierbar machen, zu identifizieren. Dabei ist mitunter akribische „Detektivarbeit“ zum Aufdecken der Gründe gefordert. Diese muss in der Zusammenarbeit zwischen Arzt und Patient geleistet werden, um letztlich das bestmögliche Therapieergebnis zu erzielen. In diesen Fällen ist es notwendig, die Patienten so gut zu informieren und zu schulen, dass sie möglichst vorausahnend die Änderung des Asthma-Verlaufes erkennen, um frühzeitig Gegenmaßnahmen, die zur erneuten Stabilisierung führen sollen, zu ergreifen. Ziel ist, dass Sie als Asthmatiker nicht reagieren, sondern auf mindestens gleicher Höhe mit Ihrer Asthma-Veränderung handeln oder im Idealfall dieser bereits vorauseilen.

Oft als Asthma verkannt: Vocal Cord Dysfunction (VCD).

Es darf nicht vergessen werden, dass verschiedene Asthma-Verläufe im Alltag auch deshalb unbehandelbar oder unkontrollierbar erscheinen, weil das Asthma nicht die alleinige Ursache der Atemnotanfälle darstellt. Unser Fachzentrum für Pneumoloige gilt national wie international als Anlaufstelle für unklare, scheinbar unbehandelbare Atemnotzustände. In diesen Fällen gilt es zu klären, inwieweit z. B. eine Störung, die dem Asthma bronchiale auf den ersten Blick sehr ähnlich sieht, nämlich eine Vocal Cord Dysfunction (VCD), Ursache für die Nichtbehandelbarkeit des vermuteten Asthmas darstellt. Die VCD führt ebenfalls zu plötzlich auftretenden Atemnotzuständen, die sich aber bei genauer Betrachtung eindeutig vom Asthma abgrenzen lassen. Jedoch setzt dies eine sehr exakte Kenntnis der Unterschiede beider Krankheitsbilder voraus. Gemeinsam mit dem Betroffenen erarbeiten unsere Ärzte die Gründe für die Atemnotproblematik. Schritt für Schritt können die Betroffenen lernen, die eine von der anderen Atemnot zu trennen und je nach vorliegender Störung die jeweils richtige Behandlung zu wählen. Haben die Betroffenen verstanden, die unterschiedlichen Atemnotqualitäten den jeweiligen Krankheitsbildern zuzuordnen, so entwickelt sich das eigentliche Asthma wieder zu einer kontrollierbaren Erkrankung. Die VCD bedingte Symptomatik wird nach Erlernen der notwendigen Atemstrategien ebenfalls behandelbar.

Individuelles Konzept, um Atemproblematik zu beherrschen.

Wir sehen das Asthma bronchiale als eine variantenreiche, spannende und von Mensch zu Mensch oft sehr unterschiedliche Erkrankung an, die unser ganzes diagnostisches und therapeutisches Geschick fordert. Unsere Hauptaufgabe sehen wir darin, Ihnen als betroffenen Asthmatikern ein individuelles Konzept zur Beherrschung Ihrer Atemproblematik mit auf den Weg zu geben, um mit und trotz Ihres Asthma bronchiale ein zufriedenes, aktives und erfülltes Leben führen zu können.

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Dr. Klaus Kenn

Tel.: 08652 93-1540

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