Nicht-invasive Beatmung (NIV). Unser Therapie-Konzept

Nicht-invasive Beatmung für Patienten mit chronischer Schwäche der Atemmuskulatur.

Mit Hilfe der nicht-invasiven Beatmung trotz schwacher Atemmuskulatur Sport treiben.

Mit Hilfe der nicht-invasiven Beatmung trotz schwacher Atemmuskulatur Sport treiben.

Patienten mit einer chronischen Schwäche der Atemmuskulatur kann durch eine nicht-invasive Beatmung (NIV) geholfen werden, einer Beatmung mittels einer dicht abschließende Nasen- oder Nase-Mund-Maske. Die nicht-invasive Beatmung, vielfach auch Heimbeatmung genannt, hilft gegen den Sauerstoffmangel und die mangelnde Belüftung der Lunge, die durch die Schwäche der Atemmuskulatur verursacht werden.

Wie kommt es zu einer Schwäche der Atemmuskulatur?

Entstehen kann die Atmungsschwäche durch eine stark belastete Atempumpe bzw. Atemmuskulatur. Die hohe Belastung ist in vielen Fällen durch einen erhöhten Widerstand in den Atemwegen bedingt, der aus einer Lungenüberblähung oder der verminderten Dehnbarkeit der Lunge oder des Brustkorbs resultieren kann. Bei manchen Patienten verfügt die Atemmuskulatur – infolge der Lungenüberblähung - nur noch über eine verminderte Kapazität.

Woran erkennt man eine Schwäche der Atemmuskulatur?

Die Patienten klagen in der Frühphase der Grunderkrankung häufig nur über eine gering ausgeprägte Luftnot bei körperlicher Belastung. Häufig kommen unspezifische Symptome hinzu wie Kopfschmerzen, Tagesmüdigkeit, Konzentrationsschwäche, Ein- und Durchschlafstörungen, psychische Beeinträchtigungen durch Angst und Depressivität, weiterhin eine zunehmende Erschöpfbarkeit, die letztlich die Mobilität stark einschränkt. Bei der fortgeschrittenen Form der Atmungsschwäche zeigen sich Veränderungen der Blutgase mit erhöhten Kohlendioxidwerten und erniedrigten Sauerstoffwerten schon am Tage und in der Nacht, zunächst im Traumschlaf (REM-Schlaf), später aber auch in den anderen Schlafstadien.

Gezielte Optimierung der Beatmungs-Therapie.

Zum einen nimmt unser pneumologisches Fachzentrum Patienten auf, bei denen bereits im Vorfeld eine Beatmungstherapie eingeleitet wurde. Falls wir bei der Anmeldung bereits von einer bestehenden Beatmungs-Therapie erfahren, faxen wir umgehend einen Fragebogen an den zuweisenden Arzt oder das Krankenhaus, um zu erkennen, ob die Beatmungstherapie wirksam durchgeführt wird oder ob noch Verbesserungsbedarf besteht. Denn auch bei einer bereits etablierten Beatmungstherapie können Schwierigkeiten auftreten. Manche Patienten tun sich schwer bei der alltäglichen Benutzung der Geräte. Auch treten gelegentlich Probleme mit der Beatmungsmaske auf (mangelnde Abdichtung, Druckstellen). Für all diese Komplikationen kann unser Beatmungs-Team im Rahmen des stationären Aufenthaltes Lösungen finden.

Erste Schritte bei nicht-invasiver Beatmung: Genaue Diagnostik und Aufklärung.

Häufig werden Patienten, die eine Beatmungs-Therapie benötigen, aber auch erst während des Aufenthaltes in unserer Klinik anhand der ausführlichen pneumologischen Diagnostik identifiziert. Dabei spielen vor allem die Blutgasanalysen unter Belastungsbedingungen ein ausschlaggebende Rolle. Sollte sich der Verdacht auf ein schlafbezogenes Hypoventilations- und Hypoxämie-Syndrom (chronische Schwäche der Atemmuskulatur) durch die umfangreiche Diagnostik bestätigt haben und ist auch die Schwere des Krankheitsbildes erfasst, bespricht unser Beatmungs-Team dies zunächst einmal gründlich mit Ihnen als Patienten: Die Befunde der Untersuchungen werden erläutert. Sie erfahren alles Wichtige über das Krankheitsbild und wie es bei Ihnen ausgeprägt ist. Unsere Ärzte im Schlaflabor klären auf über mögliche gesundheitliche Folgen und über die therapeutischen Möglichkeiten. Insbesondere werden die Patienten ausführlich über die nicht-invasiven Beatmungsverfahren informiert.

Für jeden Patienten die passende Beatmungs-Maske.

Die Beatmungsmaske mit großer Sorgfalt auswählen.

Die Beatmungsmaske mit großer Sorgfalt auswählen.

Sehen wir die Notwendigkeit einer nicht-invasiven Beatmung, wählen wir in unserem Beatmungsteam für jeden einzelnen Patienten eine passende Maske aus und passen diese für ihn an. Man unterscheidet Nasenmasken und Nasen-Mund-Masken, die in verschiedenen Größen und Ausführungen als Konfektionsmasken zur Verfügung stehen. Dann wird der Patient auf eine nicht-invasive intermittierende Beatmungstherapie eingestellt. Es handelt sich hier um eine zeitgesteuerte Beatmungstherapie auf zwei Druckniveaus (BIPAP-Therapie), die so gewählt ist, dass eine effektive Belüftung der Lunge und eine Entlastung der Atemmuskulatur erfolgen kann.

Genau und mehrfach angepasste Beatmungs-Therapie.

Zunächst starten wir Ihre Therapie unter ärztlicher Aufsicht tagsüber im Schlaflabor oder im Patientenzimmer. Die Einstellung auf eine Beatmungs-Therapie ist im Regelfall sehr zeitintensiv und bedarf im Verlauf aufgrund der verschiedenen Beatmungsparameter (wie Beatmungsdrücke, Atemfrequenz, Ein-/Ausatemzeiten und Trigger) mehrerer Anpassungen. Während der Optimierungsphase führen wir regelmäßig Blutgasanalysen am Tage, auch unter Beatmung, durch. Die Blutgasanalysen geben Aufschluss darüber, ob eine weitere Anpassung des Beatmungsgerätes erfolgen muss. Alternativ besteht die Möglichkeit, die Therapie-Einstellung nachts und auch am Tage durch Kohlendioxid- und Sauerstoff-Messung mit einem Hautsensor zu kontrollieren, während der Patient beatmet wird. Bei den meisten Patienten leiten unsere Ärzte zusätzlich zur Beatmung eine nächtliche Sauerstoff-Therapie ein. Welche Sauerstoff-Flussrate der Patient in der Nacht benötigt, ermitteln wir durch nächtliche Kontrolle der Sauerstoffsättigungen.

Regelmäßige Sprechstunde für Patienten mit nicht-invasiver Beatmung.

Unsere Schlaflabor-Mitarbeiter weisen Sie als Patienten ausführlich darin ein, wie die Ihr Beatmungsgerät, die Beatmungsmaske und das Zubehör handhaben und pflegen müssen. Sollten Probleme (etwa mit Druckstellen oder mangelde Abdichtung an der Maske, trockene Schleimhäute der Nase und des Mundes oder Probleme mit der Beatmungseinstellung) auftreten, werden diese schnell durch den intensiven Kontakt zwischen Ihnen und den Mitarbeitern gelöst. Auch im Rahmen der täglich stattfindenden Schlaflabor-Sprechstunde können Sie über Ihre Erfahrungen und Probleme mit der Beatmungstherapie berichten. Die tägliche Nutzungsdauer des Gerätes kann regelmäßig ausgelesen werden.

Langfristige Therapieerfolge durch intensive Betreuung.

Durch die umfassende Betreuung, gerade in der Anfangszeit der Beatmungstherapie, erhöht sich unserer Erfahrung nach die Bereitschaft der Patienten, die vorgeschlagenen Empfehlungen auch langfristig einzuhalten. Denn wir können durch den längeren Aufenthalt in unserer Klinik eine sorgfältige Diagnostik durchführen und die Beatmungstherapie optimal einstellen. Zudem betreuen wir Sie als Patienten sehr intensiv in der für Sie wichtigen Phase, in der er Ihre Beatmungstherapie eingestellt wird. Einige Patienten führen die Beatmungstherapie sogar während des körperlichen Trainings durch und können so ihre Leistungsfähigkeit zusätzlich steigern. Letztendlich entlastet eine nicht-invasive Beatmung die erschöpfte Atempumpe und gibt ihr Zeit zur Erholung. Die Therapie verbessert die Belüftung der Lunge und die Atmung am Tage. Die Patienten schlafen deutlich besser. Muskelkraft und Ausdauer der Atmungsmuskulatur nehmen wieder zu und die Lebensqualität steigt.

Ihr Ansprechpartner

Schlaflabor-Leitung

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Tel.: 08652 93-1521

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