COPD (Chronisch obstruktive Lungenerkrankung) & Lungenemphysem. Unser Konzept zur Behandlung
COPD-Therapie: Neue Perspektiven durch körperliche Aktivierung.
Sporttherapie entsprechend der individuellen Leistungsfähigkeit.
Unser Konzept zur Behandlung der COPD (chronisch obstruktive Lungenerkrankung) und des Lungenemphysems stützt sich auf die nationalen und internationalen medizinischen Empfehlungen und Standards. Wir legen bei der Diagnose besonderen Wert darauf, nicht nur die messbaren Funktionsstörungen zu erkennen, sondern die ganze Komplexität der Krankheit und ihrer Folgen zu betrachten. So fragen unsere Ärzte, inwieweit für Sie als Patient aus der gesundheitlichen Schädigung Einschränkungen in Beruf und Alltag resultieren und wie es um Ihre Leistungsfähigkeit, Ihre Befindlichkeit und Lebensqualität steht. Insbesondere für die schweren Verlaufsformen der COPD hat unser pneumologisches Fachzentrum neue und hoch spezialisierte Therapie-Konzepte entwickelt. Diese haben zu einer sehr intensiven Zusammenarbeit mit verschiedenen großen Thorax- und Universitätskliniken geführt. Als oberstes Ziel verfolgen wir, die meist bestehende Resignation und Hoffnungslosigkeit durch neu erarbeitete Perspektiven zu ersetzen, die Sie als Paitenten im Rahmen einer nicht mehr für möglich gehaltenen körperlichen Aktivierung selbst entwickeln.
Medikamentöse COPD-Therapie optimieren.
Durch eine differenzierte Anamnese und Diagnostik der COPD versuchen unsere Fachärzte zu erkennen, zu welchen Anteilen Entzündung und Emphysem die Lungenfunktionsstörung des jeweiligen Patienten bedingen. Daraus ergeben sich entsprechende therapeutische Konsequenzen. Die medikamentöse COPD-Therapie wird gemäß den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen eingeleitet. Bereits bestehende medikamentöse Einstellungen werden unter engmaschiger Verlaufskontrolle auf ihre Effizienz hin überprüft und, falls notwendig, optimiert. Dabei wird allein durch eine verbesserte Inhalationstechnik eine bessere Wirkung der Medikamente erreicht.
Helfende Atem- und Hustentechniken für COPD-Patienten.
Atemtherapie löst Starre und vermittelt Techniken.
Vor allem bei Lungenemphysem-Patienten spielt die physiotherapeutische Behandlung, insbesondere die Atemtherapie, eine ganz entscheidende Rolle. Atemwahrnehmung, Hustenvermeidung, Atem- und Hustentechniken werden Ihnen in Einzeltherapiestunden vermittelt. Die atembehindernde Starre des Brustkorbs wird durch gezielte Griffe und Wärmeapplikationen aufgehoben. Zudem erfahren Sie, wie Sie Atemhilfsgeräte am besten nutzen können. Die Atem-Physiotherapeuten in unserer Klinik können nicht nur auf jahrelange Erfahrung mit COPD-Patienten aller Schweregrade verweisen, sondern haben selbst eine Reihe von innovativen Konzepten entwickelt, die ihnen einen bundesweit herausragenden Ruf verschafft haben.
Trainings-Therapie nach individuellem Maß.
Unser Training beginnt dort, wo der Patient steht, etwa mit motorunterstützten Fahrrädern.
Das zentrale Element der stationären Rehabilitation von COPD-Kranken ist die Sport- und Bewegungstherapie. Viele der Patienten haben die körperliche Belastung, da sie mit Atemnot verbunden war, immer weiter eingeschränkt und dadurch drastisch an Leistungsfähigkeit verloren. Hinzu kommt noch, dass die COPD, vor allem in fortgeschrittenen Stadien, auch das Herz-Kreislauf-System und die Muskulatur schädigt. Nach sorgfältiger Überprüfung der körperlichen Leistungsfähigkeit, u.a. durch den 6-Minuten-Gehtest oder Fahrrad-Ergometer-Tests, erhalten Sie als Patient eine individuelle medizinische Trainings-Therapie, die exakt Ihren Möglichkeiten angepasst wird. Die Trainingseinheiten zielen nicht nur darauf ab, Ihre körperliche Ausdauer zu verbessern, sondern haben auch Muskelkräftigung und Koordination im Visier. Wissenschaftliche Studien haben gezeigt, dass eine kompetent durchgeführte, effektive Trainingstherapie einen ähnlichen Wirkungsgrad wie eine medikamentöse Therapie erreichen kann.
Für COPD-Patienten: Sport- und Bewegungstherapie steigert Belastbarkeit.
Durch das körperliche Training steigert sich die Belastbarkeit in Alltag und Beruf. Soziale Isolation, die mit zunehmender körperlicher Beeinträchtigung einherginge, wird somit vermieden. Natürlich wirkt sich die zurück gewonnene körperliche Aktivität auch auf die Psyche aus – ein ganz wichtiger Punkt, da bei den meisten Patienten Ängste und Depressionen auftreten. Daher kann bei Bedarf auch gezielte psychologische Hilfe während des Klinikaufenthalts in Anspruch genommen werden.
Hilfe bei Raucherentwöhnung.
Sozialpädagogen und Psychologen stehen Ihnen zur Seite, wenn Sie das Rauchen aufgeben wollen: Spezielle Tabakentwöhnungs-Programme helfen Ihnen, dass der entscheidende Schritt zur Behandlung der COPD gelingt. Denn ohne den Nikotin-verzicht kann das Fortschreiten der Erkrankung nicht verhindert werden. Zudem wirken Medikamente bei Rauchern nur sehr eingeschränkt.
COPD-Therapie: Die Patienten zu eigener Kompetenz führen.
In unserer Klinik wird Information, Schulung und Motivation der Patienten sehr groß geschrieben. Sie sollen eine möglichst große Eigenkompetenz bei der Therapie ihrer Krankheit erlangen, Ihre Verantwortung erkennen und gewappnet sein für Situationen, in denen sich Ihr Zustand akut verschlechtert. Derartige akute Verschlechterungen (Exazerbationen) treten vor allem bei Atemwegsinfekten auf. Da diese Exazerbationen den Krankheitsverlauf drastisch verschlechtern können, gilt es für Sie als Patient, die Infekte rechtzeitig zu erkennen und frühzeitig behandeln zu lassen. Zudem können Sie sich als Betroffener selbst auch dadurch schützen, indem Sie Ihren Körper allgemein gegen Infekte abhärten und alle fünf Jahre eine Pneumokokken- und jährlich eine Grippeschutzimpfung durchführen lassen.
Infektabwehr stärken durch gesunde Ernährung.
Um den Krankheitsverlauf positiv zu beeinflussen und Infekte abzuwehren, spielt ohne Frage auch eine gesunde Ernährung eine große Rolle. Daher bieten wir unseren Patienten eine Ernährungsberatung an und betreuen insbesondere COPD-Patienten, die inzwischen zu viel Gewicht und Muskelmasse verloren haben. Durch ausgewogene und hochkalorische Nahrung wird der Mangelernährung ein Riegel vorgeschoben. Andere Patienten müssen dagegen Gewicht reduzieren, wofür unsere Ernährungsberater ebenfalls bewährte Konzepte an der Hand haben.
Für COPD-Patienten. Sauerstoff-Therapie und nicht-invasive Beatmung als Unterstützung.
Im fortgeschrittenen Zustand der COPD kann sich trotz optimaler Therapie ein derartiger Sauerstoffmangel entwickeln, dass an körperliche Bewegung kaum noch zu denken ist. Bei diesen Patienten verbessern unsere Ärzte die Sauerstoffversorgung mit einer kontinuierlichen Sauerstofflangzeittherapie, bevor sie die Sport- und Bewegungstherapie einleiten. Sollte zudem die Atemmuskulatur zu sehr ermüdet sein, steht mit der so genannten nicht-invasiven Beatmung eine wirkungsvolle Unterstützung für eine erschöpfte Atemmuskulatur zur Verfügung, die in manchen Fällen ein Training überhaupt erst möglich macht.
Hochwertige Rehabilitation bei COPD. Ein wirkungsvoller und erfolgversprechender Behandlungsansatz.
Mit Hilfe dieses Bündels von Behandlungsansätzen kann die stationäre Rehabilitation in unserem Klinikum den drohenden Teufelskreis der COPD-Erkrankung mit krankheitsbedingtem Bewegungsmangel und körperlicher Beeinträchtigung, Depression und sozialer Isolation durchbrechen und ein Stück Lebensqualität zurückgeben.