Vocal Cord Dysfunction (VCD). Unser Konzept zur Behandlung

Diagnose: Erst nach subtiler Befragung und Untersuchung zu erkennen.

Bei Patienten mit ungeklärten Atemnotproblemen und vermeintlich nicht behandelbarem Asthma stellt sich in vielen Fällen heraus, dass die eigentliche Diagnose „Vocal Cord Dysfunction (VCD)“ lauten muss. Doch lässt sich diese Stimmband-Störung nur nach subtiler Befragung und Untersuchung eindeutig feststellen.

Die Diagnostik. Der entscheidende Schlüssel für Patienten mit Vocal Cord Dysfunction.

Deutschlandweit einzigartige Stimmbanduntersuchung.

Deutschlandweit einzigartige Stimmbanduntersuchung.

Unsere spezialisierten Pneumologen sprechen mit Ihnen als betroffenem Patienten sehr eingehend über Ihre Krankheitsgeschichte und vor allem über die Art Ihrer Atemnot: Nehmen Sie die Atembehinderung mehr als eine Enge in den Luftwegen, oder eher als Bedürfnis, mehr atmen zu müssen (Lufthunger) wahr? Tritt sie beim Ein- oder Ausatmen auf? Wo ist die Atembehinderung zu spüren? Ist sie lage- oder situationsabhängig? Was löst sie aus? Was bessert sie? Wie schnell tritt sie ein und wie lange hält sie an? Fragen, deren Antworten Art und Ursache des Problems mitunter schon erahnen lassen.

Lungenfunktionstests meist ohne besondere Befunde.

Nach der sorgfältigen, sehr individuellen Anamnese werden Lungenfunktionstests durchgeführt, die bei den meisten VCD-Patienten keine besonderen Befunde zeigen. Ganz eindeutige und beweisende Schlüsse für die VCD-Diagnose lässt nur eine so genannte Kehlkopfspiegelung oder Laryngoskopie zu, bei der ein Endoskop in den Rachen eingeführt wird, so dass zu erkennen ist, wann die Stimmbänder sich öffnen und schließen. Wenn im Rahmen der Untersuchung eine VCD-Attacke auftritt, kann die Diagnose eindeutig gesichert werden.

Eigens entwickelte VCD-Diagnose-Verfahren.

Deshalb wurden in unserer Klinik spezielle Verfahren entwickelt, um eine solche Attacke zum Zwecke der Diagnosestellung zu provozieren. Die Patienten werden dazu während der Kehlkopfspiegelung mit ihren Problemreizen konfrontiert. Dies kann Zigarettenrauch, Lack- oder Dieselgeruch sein. Oder man hält Ihnen Parfum unter die Nase oder lässt Sie auf dem Fahrradergometer fahren - je nachdem, ob Gerüche oder körperliche Anstrengung Ihre Atemnot auslösen können.

Das klingt bedrohlicher als es ist, denn bestenfalls entwickelt der Patient endlich einmal unter ärztlicher Überwachung einen Atemnotanfall, dessen Ursache dann sofort exakt untersucht und vor allem gefilmt wird. Somit können unsere Pneumologen Ihnen im Anschluss per Video zeigen, was akut passiert ist, was also Ihre Atemnot bedingt. Dies erleichtert später, die Patienten zu einer adäquaten Therapie zu motivieren. Versteht der Patient die Mechanismen, die zu dem Atemproblem führen, verliert er in der Regel die Angst vor den Atemnotanfällen- ein ganz wesentlicher Schritt zur Problemlösung.

Sie als Patient werden behutsam darüber informiert, dass die VCD-bedingte Atemnot zwar von Ihnen bedrohlich erlebt wird, tatsächlich aber nicht lebensgefährlich werden kann, weil der Stimmbandverschluss sich von selbst wieder löst.

Vocal Cord Dysfunction (VCD). Therapie ohne Medikamente.

Da die VCD eine mechanische Atembehinderung ist, setzt die Behandlung auch mit Atem- und Sprachtherapie an. Medikamente helfen nicht und sind entbehrlich. Dies gilt vor allem für die meist hohen systemischen Cortisonmengen, die nach der Diagnose „VCD“ rasch unter ärztlicher Kontrolle reduziert werden können.

Allerdings darf kein Patient, der glaubt, dass die beschriebenen VCD-Symptome auf ihn zutreffen, eigenständig seine Medikamente, speziell Cortison, absetzen. Denn in einigen Fällen werden die Stimmbandstörungen von einer Asthmaerkrankung begleitet, die weiterhin nach den geltenden Therapierichtlinien behandelt werden muss. Das unkontrollierte Absetzen der Medikamente könnte im Fall eines behandlungsbedürftigen Asthma bronchiale zu negativen Folgen führen. In den Fällen, in denen Nebenhöhlensekrete oder ein Säurerückfluss aus dem Magen die VCD auslöst, werden diese Begleiterscheinungen konsequent behandelt. Dies führt meist zu einer schnellen Besserung.

Atem- und Sprachtherapie. Die wichtigsten Bausteine.

In der Atemtherapie den Atem besser wahrnehmen lernen.

In der Atemtherapie den Atem besser wahrnehmen lernen.

Die Atem- und Sprachtherapie lässt Sie als Patienten erleben, dass Sie durch spezielle Atemtechniken selbst etwas Entscheidendes gegen ihre VCD-bedingte Atemnot tun können. Sie lernen, Ihren Atem besser wahrzunehmen, und üben spezielle Atemtechniken, durch die sich die Stimmbänder öffnen und sich die verengende Muskulatur entspannt. Zudem erfahren Sie, wie Sie Ihren Hustenreiz unterdrücken können. Ergänzt wird die Therapie durch Kenntnisse über atemerleichternde Stellungen und Entspannungstechniken. Das entscheidende Erfolgsmoment in der Behandlung stellt sich oft ein, wenn unsere Patienten verstehen, dass sie selbst etwas tun können und müssen.

Spezielle VCD-Gruppe. Austausch mit anderen Betroffenen.

Unsere Patienten mit Vocal Cord Dysfunction (VCD) treffen sich regelmäßig in einer sogenannten VCD-Gruppe. Dort erhalten Sie fundierte Informationen über Ihre Krankheit und tauschen sich - unter fachlich kompetenter Anleitung - über Ihre Probleme aus.

Therapie der Vocal Cord Dysfunction (VCD). Hilfe zurück ins normale Leben.

Im Bedarfsfall kann unser psychologischer Dienst Ihnen als VCD-Patienten unterstützend zur Seite stehen. Er hilft Ihnen, Ihre neue Diagnose anzunehmen und die richtige Einstellung zur Therapie zu finden. Da viele VCD-Patienten auch unter Stress-Symptomen oder Panikgefühlen leiden, kann eine psychologische Begleitung sehr hilfreich sein. Wenn auch der Weg zur richtigen Diagnose der VCD-Erkrankung oft sehr lang ist: Sobald Klarheit geschaffen ist, helfen Ihnen das Wissen um Ihre Erkrankung und die atemtherapeutischen Behandlungsansätze sehr schnell zurück ins normale Leben.

Ihr Ansprechpartner

Kenn

Dr. Klaus Kenn

Tel.: 08652 93-1540

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