Rehabilitation vor und nach Lungen-Transplantationen
Möglichst großen Nutzen aus dem neuen Organ ziehen.
Treffpunkt Lungen-Transplantation.
Patienten nach einer Transplantation werden meist in der Station für Frührehabilitation aufgenommen, da dort speziell geschultes Personal diese noch stark beeinträchtigten Patienten optimal versorgen kann. Sobald wie möglich führen unsere Experten die Transplantierten wieder an körperliche Aktivitäten heran, damit diese einen möglichst großen Nutzen aus der neuen Lunge ziehen können. Dazu dürfen die Patienten sich keineswegs damit zufrieden geben, wieder gut atmen zu können, sondern müssen ihre allgemeine körperliche Leistungsfähigkeit soweit wie irgend möglich verbessern.
Leistungsfähigkeit von Tag zu Tag steigern.
Transplantations-Patient bei der Sporttherapie: Fitness zurückgewinnen.
Dabei spielt die individuell angepasste Sport- und Bewegungstherapie eine ganz dominierende Rolle. Diese darf man nicht mit Sport im üblichen Sinn verwechseln, sondern Sporttherapie meint hier, gegebenenfalls bei kleinster Belastungsstufe zu beginnen, um die Leistungsfähigkeit in kleinen Schritten von Tag zu Tag zu verbessern. Erfreulicherweise hat sich gezeigt, dass auch die schwergradig eingeschränkten Menschen davon sehr nachhaltig profitieren.
Die in der Schön Klinik Berchtesgadener Land gewonnenen Daten von fast 800 lungentransplantierten Patienten lassen dabei ganz erhebliche Verbesserungen der Lungenfunktion und insbesondere auch der alltagsrelevanten körperlichen Belastbarkeit, gemessen im 6-Minuten-Gehtest, erkennen.
Die Sporttherapie schließt neben dem Ausdauertraining und Koordinationsübungen auch ein Krafttraining ein, da diese Patienten die Kraft ihrer Muskulatur weitgehend verloren haben, diese aber als Basis für das Ausdauertraining unbedingt brauchen. Daneben wird die Therapie durch Maßnahmen wie Atemtherapie, Massagen, Wärmebehandlung, Verbesserung der Brustkorbbeweglichkeit und, falls notwendig, schmerzlindernde Behandlungen komplettiert.
Für Transplantations-Patienten: Spezieller Speise- und Aufenthaltsraum.
In einem speziellen Speise und Aufenthaltsraum für unsere Transplantations-Patienten können diese - unter Wahrung aller notwendigen Hygiene- und Ernährungsaspekte - gemeinsam essen, plaudern und somit nach einer Zeit der Isolation Schritt für Schritt ins Leben in einer Gemeinschaft zurückfinden. An reichhaltigen Buffets mit großer Auswahl kann jeder etwas für seinen Geschmack finden. Unsere Lungen-Transplantations-Patienten betonen sehr häufig, dass sie es außerordentlich genießen, in einer solchen Atmosphäre ihre Ernährung wieder als positive und nicht nur überlebensnotwendige Handlung zu erleben.
Eine gemütliche Sitzgruppe, ein Fernseher mit CD-Player, Zeitschriften und Spiele laden zum Verweilen oder Abschalten im Transplantatons-Aufenthaltsraum ein. Die Patienten nutzen diese Kommunikationsmöglichkeit gerne nach Abschluss ihres TherapieProgramms oder auch abends und tauschen sich dabei über ihre sehr speziellen Erlebnisse und Gedanken aus.
Informationen und Austausch.
Sämtliche Patienten nehmen an einer so genannten Transplantationsgruppe teil, in der sie nochmals sehr exakt über alle Aspekte der Lungentransplantation informiert werden und Gedanken und Probleme untereinander diskutieren können. Dies führt zu einer erheblichen Informations- und Kompetenzverbesserung der Betroffenen und stellt auch auf psychischer Seite ein erhebliches Stabilisierungs- und Entlastungs-Potenzial dar. Zusätzlich werden in den Transplantationsgruppen alltagsrelevante Hinweise zu Ernährung, Hygiene, Partnerschaftsverhalten etc. gegeben.
Prä-operative Rehabilitation.
Zu diesen Transplantationsgruppen gehen auch die Patienten, die in unsere Klinik eingewiesen wurden, um dort auf die Lungentransplantation vorbereitet zu werden. Durch die Informationen der Fachleute und die Gespräche mit anderen Betroffenen wird ihnen oft erst richtig bewusst, was auf sie zukommt. Vielen Patienten hilft dieser Austausch, um sich mental gut auf die Operation einzustellen. In Einzelfällen entscheiden sich Patienten, vor allem ältere, dann auch gegen diesen Schritt.
Die Patienten, bei denen eine Lungentransplantation ansteht, werden durch intensive, der individuellen Leistungsfähigkeit angepasste Sport- und Bewegungs-therapie in der Schön Klinik Berchtesgadener Land auf einen möglichst guten Stand ihrer körperlichen Leistungsfähigkeit gebracht und stabilisiert. Dazu ist es oft notwendig, neben der Gabe von zusätzlichem Sauerstoff auch eine Atempumpenunterstützung in Form einer nicht-invasiven Beatmung parallel zum Training bzw. während des Trainings durchzuführen.
Wartezeit sinnvoll nutzen.
Unsere Mediziner legen sehr viel Wert darauf, Ihnen als Patienten, die für eine Lungen-Transplantation vorgesehen sind, deutlich zu machen, dass die Wartezeit keine an den Nerven zehrende Zeit, sondern eine wertvolle Lebenszeit ist, die Sie nutzen können, um sich aktiv auf diesen einschneidenden Schritt vorzubereiten. Durch die gezielte Bewegungstherapie gewinnen manche Patienten, bestärkt durch die positiven psychischen Effekte vermehrter Aktivität, so viel Lebensqualität, dass im Idealfall die Operation sogar kurzfristig aufgeschoben werden kann.
Das prä- und postoperative Rehabilitationsprogramm, wie es in unserer Klinik durchgeführt wird, stellt sicher, dass die Chancen, die eine Lungentransplantation bietet, auch tatsächlich optimal genutzt werden können. Dies ist dann der Fall, wenn sich nicht nur die Organfunktion, sondern die körperliche Leistungsfähigkeit und gesamte Lebensqualität der Patienten deutlich gebessert haben.