Institut für Verhaltenstherapie und Psychotherapeutische Medizin
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Dr. rer. nat. Thomas Paul, Psychologischer Leiter des IVPM & Leiter der Institutsambulanz
Mit dem Psychotherapeutengesetz gibt es für Psychologen eine klare Vorgabe für eine zukunftssichernde Ausbildung zum Psychologischen Psychotherapeuten. Ausbildungsrichtlinien geben jetzt den Rahmen vor. Auch für Ärzte wurden Standards für die psychotherapeutische Qualifikation in Form von Richtlinien in der Weiterbildungsordnung geschaffen. Die Bezeichnung Psychotherapie ist rechtlich geschützt, Ärztliche wie Psychologische Psychotherapeuten können gleichberechtigt ihren Beruf ausüben. Dies gibt Hoffnung auf eine höhere Professionalität im Bereich der psychotherapeutischen Versorgung. Ziel der Ausbildung ist die optimale Vorbereitung auf die berufliche Aufgabe, um mit fachlich kompetenter Hilfe Leidenszeiten zu verkürzen und die Behandlung psychischer Erkrankungen zu verbessern.
Wichtiger Teil der Ausbildung ist die praktische Anwendung. Es ist sowohl Anleitung als auch engmaschige Supervision in einem strukturierten Rahmen notwendig, der dem Patienten eine hohe Qualität der Behandlung sichert sowie dem beginnenden Therapeuten Sicherheit und Unterstützung bietet. Die Institutsambulanz des IVPM an der Medizinisch-Psychosomatischen Klinik bietet optimale Voraussetzung für die ambulante Behandlung von Patienten aus allen wichtigen Störungsbereichen. Ziel ist eine fundierte und praxisnahe Vorbereitung der jungen Psychotherapeuten auf die Anforderungen in ihrem zukünftigen Beruf.
Chefarzt Dr. med. Bernhard Osen, Ärztlicher Leiter des IVPM
Das IVPM bietet professionelle Aus- und Weiterbildung für Psychologen, Ärzte und Krankenschwestern an. Es ist integraler Bestandteil des Aus- und Weiterbildungszentrums der Schön Klinik Bad Bramstedt. Die Einbettung des Instituts in ein klinisches Setting bietet den Ausbildungsteilnehmern vom ersten Tag an die Praxisnähe, die für eine optimale Ausbildung erforderlich ist. Die Klinik verfügt über 420 Betten, das Therapiekonzept ist verhaltensmedizinisch ausgerichtet und sieht ein differenziertes Therapieangebot in spezialisierten Behandlungsschwerpunkten vor. Das IVPM bietet für Ärzte sowohl Teile einer Psychotherapieweiterbildung als auch das gesamte Weiterbildungscurriculum für die Gebiete Psychosomatische Medizin und Psychotherapie an. Das gilt für Ärzte der Klinik einschließlich der erforderlichen Praxis und Supervision. Ziel ist es, dass Ärzte und Psychologen große Teile der Ausbildung gemeinsam absolvieren und dies sowohl fachlich wie auch berufspolitisch als Bereicherung und wichtige Vorbereitung auf berufliche Erfordernisse erleben.
Im November 2000 wurde das Institut für Verhaltenstherapie und psychosomatische Medizin (IVPM) an der Schön Klinik Bad Bramstedt durch das Land Schleswig-Holstein als Ausbildungsstätte für Psychotherapie anerkannt.
Neben einem geschlossenen Curriculum bietet das IVPM regelmäßig eine Reihe von Fortbildungsveranstaltungen zu verschiedenen Bereichen der Psychosomatik und Psychotherapie an. Ein Schwerpunkt der Veranstaltungen liegt in der praxisnahen Vermittlung neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse aus Medizin und Psychologie.
Mit dem IVPM die therapeutische Zukunft aktiv gestalten
Unser Ziel ist es, Ihnen eine fundierte psychotherapeutische Aus- bzw. Weiterbildung zu ermöglichen. Die gesetzlichen Richtlinien bilden den Rahmen der Fortbildungen. Es werden sowohl theoretische als auch praktische Ausbildungsinhalte in Verhaltenstherapie angeboten, die die Voraussetzung für eine verhaltenstherapeutische Tätigkeit bilden.
Psychologen können mit diesem staatlich anerkannten Ausbildungsgang zum Psychologischen Psychotherapeuten die Voraussetzungen für die Zulassung zur staatlichen Prüfung mit dem Ziel der Approbaton erwerben. Die Ausbildung entspricht der Ausbildungs- und Prüfungsordnung nach dem Psychotherapeutengesetz. Sie baut auf einem abgeschlossenen Studium der Psychologie und fundierten Kenntnissen der Klinischen Psychologie auf.
Ärzte können am IVPM die Voraussetzungen für die Facharztprüfung bei der Ärztekammer erlangen. Das Weiterbildungscurriculum beinhaltet alle in der Weiterbildungsverordnung der Ärztekammer Schleswig-Holstein geforderten Lerninhalte. Neben dem Erwerb der Gebietsbezeichnung "Facharzt für Psychotherapeutische Medizin" besteht am IVPM die Möglichkeit, die in der Weiterbildungsverordnung geforderten Kenntnisse in Psychotherapie für den "Facharzt Psychiatrie" sowie für die Zusatzbezeichnung "Psychotherapie" zu erwerben. Zudem kann die Berechtigung zur Abrechnung für die psychosomatische Grundversorgung erlangt werden. Entsprechend den jeweiligen Voraussetzungen sind unterschiedliche Teile des Curriculums anrechenbar.
Interne und externe Teilnehmer
Der Weiterbildungsgang ist in der Regel vertraglich an die Tätigkeit innerhalb der Schön Klinik Bad Bramstedt gebunden. So entstehen beispielsweise für Psychologen bei einer vierjährigen Vollzeitausbildung keine zusätzlichen Ausbildungskosten.
Externe Teilnehmer können die Weiterbildung nebenberuflich durchführen oder an einzelnen Ausbildungsteilen teilnehmen. So ist eine individuelle Weiterbildungsplanung möglich. Bei Psychologen ist die gesetzlich verankerte Dauer der nebenberuflichen Ausbildung auf fünf Jahre festgelegt. Zudem besteht für Praktiker die Möglichkeit, bestimmte Fachgebiete und Störungsbilder durch Teilnahme an Seminaren theoretisch zu erarbeiten sowie durch Praktika in der Klinik das erlangte Wissen praktisch zu vertiefen.
Der praxisorientierte Aus- und Weiterbildungsgang mit hoher Qualität und der direkten Verbindung zum klinischen Alltag
Die angebotenen Theorieinhalte sind durch ein Curriculum definiert, werden aber kontinuierlich optimiert und möglichen Entwicklungen angepasst. Der Weiterbildungsgang ist über den wissenschaftlich fundierten Anteil hinaus patientenbezogen und praxisnah organisiert. Schwerpunkt der Weiterbildung ist die Verhaltenstherapie. Zudem werden schulenübergreifende Konzepte sowie spezifisches Störungs- und Behandlungswissen gezielt vermittelt, um ein umfassendes psychotherapeutisches Verständnis und entsprechende Kompetenz entwickeln zu können. Dies sind auch die notwendigen Voraussetzungen für die Abschlussprüfung bzw. Anerkennung.
Der Weiterbildungsgang lässt sich in vier thematische Einheiten gliedern: Theoretische Ausbildung, praktische Ausbildung unter Supervision, Selbsterfahrung und - bei internen Teilnehmern - praktische Tätigkeit.
Theoretische Ausbildung
Sie besteht aus der Vermittlung der Grundlagen der Psychotherapie und der vertiefenden Ausbildung in Verhaltenstherapie. In den Seminaren bildet die Vermittlung der Theorie auf dem neuesten Stand der Wissenschaft die Ausgangsbasis für das aktive Einüben anwendbarer therapeutischer Fertigkeiten. Übungen in Kleingruppen ermöglichen das Erproben von Interventionsstrategien. Die angegliederte Klinik schafft die Voraussetzung für die direkte Einbindung von Patienten in die Seminare - z.B. zum Üben von Explorationen, Problemanalysen oder Gesprächstechniken zum Beziehungsaufbau.
Praktische Ausbildung unter Supervision
Die Ausbildungsteilnehmer führen therapeutische Behandlungsstunden unter Supervision durch. Entsprechend der gesetzlichen Vorgaben wird ein Teil der behandelten Fälle als Falldokumentationen schriftlich festgehalten und geprüft. Die Behandlungen müssen im stationären Rahmen wie auch ambulant durchgeführt werden. Die stationären Fälle können alle in der Schön Klinik Bad Bramstedt absolviert werden. Die Institutsambulanz der Klinik bietet den entsprechenden Rahmen und die notwendige Unterstützung bei Beginn der psychotherapeutischen Tätigkeit im ambulanten Bereich.
Selbsterfahrung
Ziel ist die Reflexion des eigenen therapeutischen Handelns. Sie findet unter der Anleitung erfahrener Übungsleiter in Form von Gruppen- und Einzelselbsterfahrung statt. Die Teilnehmer sollen unter anderem mögliche eigene problematische Handlungsmotivationen erkennen und gezielt verändern lernen.
Praktische Tätigkeit
Voraussetzung für die Zulassung zur Prüfung ist bei Psychologen und Ärzten der Nachweis praktischer Tätigkeiten. Psychologen müssen 1.800 Stunden nachweisen, die in mindestens 1,5 Jahren geleistet wurden. Bei einer internen Vollzeitausbildung wird die praktische Tätigkeit voll anerkannt. Die Teilnehmer müssen aber zusätlich noch an 10 Fallseminaren in einer psychiatrischen Klinik und einer Hospitation teilnehmen. Die Schön Klinik Bad Bramstedt kooperiert mit entsprechenden Einrichtungen, so dass ein unproblematischer Ablauf der Weiterbildung gewährleistet ist. Externe Weiterbildungsteilnehmer müssen den praktischen Anteil ihrer Ausbildung selbst entsprechend der Vorgaben organisieren, wobei das IVPM auch für diese entsprechende Praktikumsstellen in psychiatrischen Institutionen vorhält.
Unterrichtsinhalte: Wissen und Lernen
Das Ausbildungscurriculum des IVPM orientiert sich an Vorgaben des Psychotherapeutengesetzes. Ärzte können entsprechend der eigenen Vorgaben aus den angebotenen Kursen auswählen. Die Ausbildung in den Grundlagen der Psychotherapie (mind. 200 Stunden) orientiert sich am Gegenstandskatalog für die schriftliche Prüfung nach dem Psychotherapeutengesetz und umfasst die Themen:
- Entwicklungs-, sozial-, persönlichkeits- und neuropsychologische Grundlagen der Psychotherapie
- Allgemeine und spezielle Krankheitslehre
- Psychosomatische Krankheitslehre
- Psychiatrische Krankheitslehre
- Methode und Erkenntnisse der Psychotherapieforschung
- Diagnostik/ Differenzialdiagnostik und Testverfahren
- Besondere entwicklungs- und geschlechtsspezifische Aspekte der Persönlichkeit, Psychopathologie und Methodik der Psychotherapie verschiedener Altersgruppen
- Intra- und interpersonelle Aspekte psychischer und psychisch mitbedingter Störungen in Paarbeziehungen, Familien und Gruppen
- Prävention und Rehabilitation
- Medizinische und pharmakologische Grundkenntnisse für Psychotherapeuten
- Methoden und differenzielle Indikationsstellung wissenschaftlich anerkannter psychotherapeutischer Verfahren
- Dokumentation und Evaluation von psychotherapeutischen Behandlungsverläufen
- Berufsethik und Berufsrecht
- Geschichte der Psychotherapie
Die Grundlagenausbildung wird bei Psychologen mit einer mündlichen Zwischenprüfung abgeschlossen. Die vertiefende Ausbildung in Verhaltenstherapie (mind. 400 Stunden) umfasst folgende Ausbildungsanteile:
- Theorie und Praxis der Diagnostik (Anamnese, Indikationsstellung, Prognose, Fallkonzeption, Behandlungsplan)
- Rahmenbedingungen (Behandlungssetting, Einleitung, Beendigung)
- Behandlungskonzepte und -techniken sowie deren Anwendung
- Krisenintervention
- Behandlungstechniken bei kurz- und Langzeitbehandlungen
- Therapiemotivation, Entscheidungsprozesse des Therapeuten, Therapeut-Patient-Beziehung im Therapieprozess
- Einführung in Behandlungsverfahren bei Kindern und Jugendlichen
- Behandlungsverfahren bei Paaren, Familien und Gruppen
Sie nehmen an Seminaren mit maximal 20 Teilnehmern teil. Die theoretische Ausbildung findet in Form von zweitägigen Seminaren mit jeweils ca. 14 Unterrichtsstunden (in der Regel Freitagnachmittag und Samstag) sowie an einem Wochentag (16.00 - 19.00 Uhr) in der Klinik statt. Eine Dozentenliste und eine genaue Seminaraufstellung bisheriger Ausbildungskohorten kann angefordert werden.
Die Supervision verteilt sich auf die gesamte Ausbildungszeit. Sie findet sowohl in Kleingruppen (vier Teilnehmer) als auch in Form von Einzelsupervision statt.
Die Dozenten sind erfahrene Psychotherapeuten (Ärzte oder Diplompsychologen) sowie Experten aus den jeweiligen Schwerpunktthemen.
Die Auswahl der Dozenten und die Wahl der spezifischen Seminarschwerpunkte erfolgt durch die Institutsleitung. Die Leitung bemüht sich um eine ausgewogene Mischung klinikinterner und externer Dozenten.
Die Qualitätssicherung des IVPM erfolgt durch externe Zertifizierung sowie die Evaluierung der jeweiligen Seminare. Die Zufriedenheit bisheriger Weiterbildungsteilnehmer ist sehr hoch, was das bisherige Konzept des IVPM bestätigt.
Das Zertifikat für die Zulassung zur staatlichen Prüfung oder zur Anerkennung durch die Ärztekammer
Wenn alle notwendigen Ausbildungsteile erfolgreich absolviert wurden, erhält der Teilnehmer von dem IVPM ein Zertifikat über die Ausbildung. dieses Zertifikat bescheinigt differenziert alle Ausbildungsleistungen und dient für Psychologen als Grundlage für Anmeldung beim Landesprüfungsamt für die staatliche Abschlussprüfung sowie als Vorlage bei anderen Institutionen. Nach bestandener Abschlussprüfung erhält der Teilnehmer von der zuständigen Landesbehörde das Prüfungszeugnis, welches die Hauptvoraussetzung für die Approbation darstellt.
Ärzte erhalten von den weiterbildungsermächtigten Chefärzten der Klinik eine Bestätigung über absolvierte Weiter- und Fortbildungsabschnitte entsprechend den Voraussetzungen der angestrebten Zusatzqualifikation.
Vorteile des IVPM:
- Der Ausbildungsgang bereitet optimal auf die staatliche Abschlussprüfung vor. Gleichzeitig werden die Teilnehmer zu anspruchsvollen therapeutischen Handeln befähigt.
- Das IVPM verfolgt eine enge Verzahnung von ärztlicher und psychologischer Perspektive, was beide Seiten bereichert und eine optimale Vorbereitung auf die spätere praktische Tätigkeit - sei es ambulant oder in einer Klinik - darstellt.
- Die Einbettung in die Medizinisch-Psychosomatische Klinik ermöglicht durch Patientenvorstellungen die praxisnahe Veranschaulichung der theoretischen Ausbildungsinhalte.
- Die Dozenten sind mit den praktischen Problemen in der Psychotherapie vertraut. Die Teilnehmer profitieren von ihrem wissenschaftlich fundierten Wissen, aber auch von den praxisnahen Erfahrungen aus dem täglichen Umgang mit Patienten.
- Die bisher hohe Zufriedenheit der Teilnehmer, die jeweils nach jedem Seminar festgestellt wird, bestätigt das Ausbildungskonzept und stellt die Basis für weitere Optimierungsbestrebungen dar.
- Die Klinikräumlichkeiten bieten genügend Raum für Klein- und Großgruppenarbeit sowie den Einsatz technischer Hilfsmittel (z.B. Videokamera etc.)
- Für alle Teilnehmer ist die hausinterne Bibliothek mit ihren Fachzeitschriften und Fachbüchern nutzbar.
- Bad Bramstedt als Standort liegt nahe der A7 und ist in kurzer Zeit von Kiel und Hamburg erreichbar. Die Klinik in einem schönem Kurgebiet und bietet so viele Möglichkeiten zur Erholung und Entspannung.
Wird die Ausbildung als interne Vollzeitausbildung durchgeführt, ist diese an die Tätigkeit in der Klinik gekoppelt. Sie erstreckt sich gemäß dem curriculären Ausbildungsplan bei Psychologen über 4 Jahre.
Bewerber für diese Form der Ausbildung bewerben sich direkt bei der Klinikleitung um eine Ausbildungsstelle. Hierzu ist eine aussagekräftige Bewerbung mit detailiertem Lebenslauf sowie die entsprechenden Zeugnisse erforderlich.
Die Ausbildung steht auch externen Teilnehmern offen. Eine nebenberufliche Ausbildung für Psychologen dauert gemäß den gesetzlichen Bestimmungen fünf Jahre, für Ärzte und Krankenschwestern bzw. Krankenpfleger sind die entsprechenden Inhalte sowie die Dauer individuell zu planen bzw. mit uns abzusprechen.
Senden Sie Ihre Unterlagen an:
Schön Klinik Bad Bramstedt
Dr. Thomas Paul
- 1. Leitender Psychologe -
Birkenweg 10
24576 Bad Bramstedt
Fragen direkt zum Weiterbildungsgang beantwortet Ihnen gerne Frau K. Strottmann (Telefon 04192 / 504 - 603)
Externe Teilnehmer werden zu einem kostenpflichtigen Vorstellungstermin des Weiterbildungsinstitutes eingeladen. In diesem Gespräch sollen die persönlichen Voraussetzungen sowie die Rahmenbedingungen besprochen werden.