Persönlichkeitsstörungen

Verständnis der Persönlichkeitsstörungen

Persönlichkeitsstörungen sind bunt und oft dynamisch

Persönlichkeitsstörungen sind bunt und oft dynamisch

Bei komplexen Störungen in der zwischenmenschlichen Beziehungsgestaltung spricht man von Persönlichkeitsstörungen. Menschen mit Persönlichkeitsstörungen haben Eigenarten oder sozial ungünstige Auffälligkeiten im Erleben und Verhalten entwickelt, die als ein nachvollziehbarer und sinnvoller Selbsthilfeversuch zum Schutz einer erhöhten zwischenmenschlichen Verletzbarkeit aufgefasst werden können, quasi eine die „Überlebensstrategie“ Im weiteren Lebenslauf erweisen sich die markanten Persönlichkeitszüge als zu verfestigt, den Umständen schlecht angepasst, so dass das erlernte Bewältigungsverhalten zunehmend hinderlich für das Erreichen persönlich wichtiger Ziele in vielen Lebensbereichen wird, was zu massivem Leidensdruck führt. Häufigbestehen neben den vorrangigen Beziehungsproblemen Depressionen, Ängste, Essstörungen und psychosomatische Beschwerden.

Therapieansatz der Persönlichkeitsstörungen

Seit Mitte der 90er Jahre werden in unserer Klinik Menschen mit Persönlichkeitsstörungen in einem Schwerpunktbereich mit nun 4 Stationen behandelt. In unserem kognitiv-verhaltenstherapeutischen Behandlungskonzept integrieren wir die wesentlichen Therapiebausteine der dialektisch behavioralen Therapie (DBT) nach Linehan - einer nachweislich sehr wirksamen Behandlungsmethode für Menschen mit Borderline-Persönlichkeitsstörung. Die Akzeptanz jedes Einzelnen mit seinen „Eigenarten“ ist uns ebenso wichtig wie die Förderung eines Zugehörigkeitsgefühls und die Auseinandersetzung mit der Patientengemeinschaft auf Station. Damit dies gelingt, leiten wir die Patienten dazu an, sich ihrer selbst- und beziehungsschädigenden Einstellungs- und Verhaltensmuster bewusst zu werden, ein besseres Selbst-Verständnis zu entwickeln und gesunde Alternativen des Selbstschutzes, der Stress- und Emotionsbewältigung und Beziehungsgestaltung aufzubauen.

Behandlung der Persönlichkeitsstörungen

Die seit Jahrzehnten gut eingeführte kognitive Verhaltenstherapie kann das vordergründige Verhalten deutlich positiv beeinflussen und Folgeerscheinungen einer Persönlichkeitsstörung wie Depressivität, Ängste, Vermeidungsverhalten u.v.a. reduzieren. Es existieren zusätzlich moderne verhaltenstherapeutische Behandlungsformen direkt für diese Störung, und zwar die kognitive Verhaltenstherapie nach Beck/Freeman, die dialektisch-behaviorale Therapie - DBT nach Marsha M. Linehan und die Schematherapie nach Young.
Im Rahmen unseres DBT-orientierten Behandlungsverfahren werden hauptsächlich Verbesserungen angestrebt der situativen Achtsamkeit, der Streßtoleranz, der Gefühlsregulation, der Beziehungssteuerungsfähigkeit, der sozialen und assertiven Kompetenz, der Problemlösefertigkeiten, der Angstbewältigung, der Regulierung des Eßverhaltens, dem Aufbau positiver Aktivitäten und der Korrektur wenig realitätsgerechter Grundüberzeugungen. Letzteres kann sehr individuell differenziert und tiefgehend mit den Strategien der Schematherapie behandelt werden. Je nach aktuell bestehender Beschwerdesymptomatik müssen in das in der Regel notwendigerweise vielfältige Gesamtbehandlungskonzept auch körpertherapeutische, gestaltungstherapeutische, sozialtherapeutische und andere Therapiemethoden eingefügt werden. Auch medikamentöse Behandlungsstrategien werden zumeist genutzt. Eine sinnvolle und erfolgversprechende Psychotherapie wird in der Regel viele Monate, oft manche Jahre benötigen und eine Kombination von ambulanten und stationären Behandlungsmaßnahmen umfassen. Sehr entscheidend ist die Federführung in einer Hand, z. B. des ambulanten Psychiaters, der je nach aktuellem Stand die jeweilig sinnvolle Behandlungsmaßnahme verordnet.

Verständnis der Borderline Persönlichkeitsstörung

Der Begriff Borderline entstand vor Jahrzehnten durch Unklarheit über die Einordnung des Krankheitsbildes. Dies wurde durch eine Zuordnung auf die "Grenzlinie" (englisch: Borderline) scheinbar gelöst. Dieser Name hat sich festgesetzt, obwohl der jetzt gültige: emotional-instabile Persönlichkeitsstörung die zentrale Problematik genauer benennt. Bei der Borderline-Persönlichkeitsstörung leiden die Betroffenen unter Angstzuständen, Depressivität, Gefühlen der Entfremdung, innerer Leere und Identitätsunsicherheit. Sie haben oftmals traumatische Beziehungserfahrungen in der Lebensgeschichte gemacht, die nur unzureichend verarbeitet werden konnten. Befürchtungen, von anderen Menschen abgelehnt oder verlassen werden zu können, führen zu distanziertem Verhalten oder sozialem Rückzug. Heftige, oft nicht zu kontrollierende Anspannungszustände sind charakteristisch, ebenso selbstschädigendes Verhalten, das stressreduzierend wirkt.

Behandlung der Borderline Persönlichkeitsstörung

Diese folgt den schon oben beschriebenen Grundsätzen. Auch hier dominieren die dialektisch-behaviorale Therapie (DBT) nach Marsha M. Linehan und die Schematherapie nach Young.

Borderline. Allgemeine Informationen

Unter Medizin Online informieren wir Sie ausführlich zu Details des Störungsbilds (Krankheit, Symptome, Ursachen, etc.).

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Dr. med. Michael Armbrust

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