Behandlungsmethoden.

Die Familie wird aktiv in die Therapie einbezogen.

Zu Beginn der Behandlung steht zunächst die Essstörungssymptomatik. Nach Symptomstabilisierung werden die Hintergründe bearbeitet und Zukunftsperspektiven sowie Möglichkeiten des Trainings für die Wiedereingliederung in den Alltag erarbeitet. Die Einbeziehung der Familie, einschließlich der Geschwister, ist Bestandteil des therapeutischen Vorgehens. So lernt der Patient die in der Therapie erarbeiteten Verhaltensweisen in der Familie anzuwenden.

Ein multiprofessionelles Team bestehend aus

  • Psychologen
  • Ärzten
  • Sport- und Bewegungstherapeuten
  • Kunst- und Musiktherapeuten
  • Ökotrophologen
  • Co-Therapeuten

bietet ein aufeinander abgestimmtes Therapiekonzept an, um auf die individuellen Besonderheiten der Patienten eingehen zu können.

 

Das Konzept der Jugendstation.

Essensbegleitung & Lehrküche.

Zentraler Therapie-Baustein: normal essen lernen.

Sich selber etwas kochen ist wesentlicher Bestandteil der Therapie.

Sich selber etwas kochen ist wesentlicher Bestandteil der Therapie.

Gerade bei Personen mit starkem Untergewicht ist eine Gewichtszunahme zunächst das wichtigste Behandlungsziel. Nur so können ernste körperliche Folgen abgewendet werden. Eine regelmäßige, ausreichende und abwechslungsreiche Ernährung kann entsprechend als „Medizin“ aufgefasst werden. Diese „Medizin“ ist auch für Patienten mit Essanfällen von Bedeutung, weil das Fehlen einer gesunden Ernährung mit zum Auftreten von Essanfällen beiträgt. Daher arbeiten wir mit allen Patienten daran, wieder ein normales Essverhalten zu entwickeln. Etwa durch eine klare Mahlzeitenstruktur, die Möglichkeit des Vorportionierens und die therapeutische Begleitung des Mittagessens.

 

Therapeutische Essensbegleitung.

Anfangs noch engmaschig begleitet, führen wir unsere Patienten Schritt für Schritt zu einer eigenständigen Auswahl und Einnahme Ihrer Mahlzeiten heran. Treten Probleme bei den Mahlzeiten auf, können diese in der Einzelpsychotherapie bzw. in der individuellen Ernährungsberatung besprochen und gelöst werden.

 

Das Lehrküchen-Konzept.

Um eine neue Beziehung zum Essen aufzubauen, kochen unsere jugendlichen Patienten im Rahmen der Therapie in unserer Lehrküche gemeinsam mit Ernährungsspezialisten. So erfahren sie ganz direkt, wie eine schmackhafte, gesunde und wohltuende Mahlzeit entstehen kann. Dabei stimmen wir die Ernährungstherapie und Lehrküche individuell auf die Bedürfnisse jugendlicher Patienten ab. Darüber hinaus findet eine Anleitung und ein Einkaufstraining für diejenigen Patienten statt, die in ihrem Alltag keine klaren Vorstellungen von einer gesunden und wohlschmeckenden Ernährung haben.

 

Einzel- & Gruppensitzungen.

Heilsames Vertrauen.

Man ist nicht allein! In der Gruppentherapie treffen die Jugendlichen Leidensgenossen.

Man ist nicht allein! In der Gruppentherapie treffen die Jugendlichen Leidensgenossen.

In einer von Verständnis und Wertschätzung geprägten Atmosphäre setzen wir alles daran, die Eigenverantwortung und Selbstbestimmung unserer Patienten zu stärken. Wir nutzen deshalb die Vorteile sowohl von Einzel- als auch von Gruppensitzungen. Im vertrauten Rahmen einer Einzeltherapiesitzung können unsere Patienten auch aufwühlende Themen mit ihren Therapeuten bearbeiten, zu deren Ansprache sie in der Gruppe vielleicht (noch) nicht bereit sind.

Gleichzeitig ist gerade bei Essstörungen die Gruppentherapie besonders wichtig. Hier erfahren unsere Patienten von anderen Betroffenen, wie es ihnen mit der Therapie geht und welche Fortschritte sie schon gemacht haben. So können Patienten erkennen, dass sie mit ihrem Problem nicht alleine sind. Erfahrungen in einer Schicksalsgemeinschaft zu teilen, kann äußerst entlastend sein und führt häufig zu neuen Lösungsmöglichkeiten.

 

Körper- und Bewegungstherapien.

Den Körper wieder lieben lernen.

Mit verschiedenen Übungen lernen Sie, Ihren Körper bewusst wahrzunehmen.

Mit verschiedenen Übungen lernen Sie, Ihren Körper bewusst wahrzunehmen.

Eine gesunde Beziehung zum eigenen Körper zu stärken ist ein weiterer wichtiger Teil unserer Behandlung. Mit verschiedenen therapeutischen Techniken wie achtsamkeitsbasierter Bewegungstherapie oder Biofeedback helfen wir Ihnen, Ihren Körper und seine Bedürfnisse wieder bewusst wahrzunehmen und ein gesundes Selbstbild aufzubauen. Daneben ist uns auch der Aufbau eines gesunden und normalen Bewegungsverhaltens wichtig, da bei vielen Patienten mit Essstörungen auch eine übermäßiges Sportverhalten vorliegt. 

 

Ambulante Nachsorge.

Unsere Behandlung ist auf größtmögliche Nachhaltigkeit ausgelegt. Entsprechend bereiten wir unsere Patienten im Verlauf der Behandlung auf die Rückkehr in Ihr gewohntes Leben vor. Hierfür vermitteln wir Fähigkeiten und Techniken die im Alltag dabei helfen, auftretende Probleme, Herausforderungen oder Konflikte konstruktiv zu meistern. Ergänzend ist es uns besonders wichtig, die Rückkehr in den Alltag auch im Austausch mit der Familie bzw. dem Umfeld unserer Patienten adäquat vorzubereiten.

 

Ambulante Weiterbehandlung.

Trotz allem – Essstörungen sind oft hartnäckige Erkrankungen, die eine langfristige Behandlungsstrategie erfordern. Um einem Rückfall in alte Verhaltensmuster vorzubeugen und das in der Klinik Erlernte nachhaltig zu festigen, empfehlen wir unseren Patienten eine anschließende Weiterbehandlung, je nach Behandlungsbedarf im ambulanten oder teilstationären Setting. Eine therapeutisch betreute Wohngruppe stellt eine weitere Unterstützungsmöglichkeit für die Zeit nach der Klinik dar. Ausdauer und Zeit sind entscheidende Faktoren bei der Bewältigung von Essstörungen. Deshalb unterstützen wir gerne dabei, einen Ansprechpartner direkt am Wohnort zu finden, um die Erfolge nach dem Klinikaufenthalt dauerhaft zu festigen.

 

Unsere medizinisch-therapeutischen Leistungen im Überblick:

Diagnostik:

  • Umfassende körperliche Untersuchung zur Abklärung körperlicher Begleiterkrankungen und Komplikationen
  • Ausführliches Erstgespräch zur Eingrenzung der Essstörung und Abklärung vorhandener biologischer und psychosozialer Ursachen
  • Computergestützte Psychodiagnostik zur Qualitätssicherung der therapeutischen Arbeit und zur Optimierung des Therapieerfolgs

Therapie:

Kognitive Verhaltenstherapie in Form von:

  • Einzeltherapie mit psychologischem oder ärztlichem Therapeuten
  • Gruppentherapie: allgemeine Gruppe zur Bearbeitung essstörungsübergreifender Probleme

Essstörungsspezifische Therapiebausteine

  • Gruppentherapie zu Essstörungen
  • Psychoedukative Gruppe zur gesunden Ernährung
  • Ernährungsprotokollgruppe
  • Lehrküche
  • Therapeutische Tischbegleitung
  • Gewichtsvertrag und regelmäßiges Wiegen
  • Individuelle Ernährungsberatung
  • Einkaufstraining

Nonverbale Therapieverfahren

  • Kunst- und Gestaltungstherapie
  • Achtsamkeitsgruppe
  • Entspannungsverfahren
  • Körperwahrnehmungstraining, u.a. mit Spiegel-Techniken
  • Bewegungs- und Sporttherapie (bei ausreichendem Gewicht), ggf. Physiotherapie
  • Sozialberatung
  • Internistische Behandlung körperlicher Begleiterkrankungen und Komplikationen
  • Medikamentöse Therapie