Behandlung & Therapie.

Unser Konzept bei ADHS.

Da erwachsene Patienten mit ADHS schon lange mit dieser Erkrankung leben, tritt sie häufig mit psychosomatischen Begleiterkrankungen wie Depressionen, Angststörungen oder auch Zwängen auf. Um eine korrekte Diagnose stellen zu können, muss außerdem das Vorliegen einer ADHS in der Kindheit rückwirkend nachgewiesen werden. Die Behandlung in der Schön Klinik Bad Arolsen beinhaltet daher auch immer eine aufwendige Diagnostik, bei der Ihre individuelle Krankheitsgeschichte eingehend beleuchtet wird. Nur so können unsere Experten eine individuell abgestimmte Therapie für Sie planen. Diese wird zudem auch die Behandlung der bestehenden Begleiterkrankungen umfassen. Hierzu verfügen wir über ein umfassendes Spektrum wissenschaftlich fundierter Therapieverfahren.

 

Unser Therapiekonzept.

Verhaltenstherapie in Einzel- & Gruppensitzungen.

Sie sind nicht allein! In der Gruppentherapie treffen Sie Leidensgenossen.

Sie sind nicht allein! In der Gruppentherapie treffen Sie Leidensgenossen.

Um nachhaltige Behandlungsergebnisse zu erreichen, nutzen wir in der Therapie die Vorteile sowohl von Einzel- als auch Gruppensitzungen. Im geschützten Rahmen einer Einzeltherapiesitzung können unsere Patienten mit ihrem Bezugstherapeuten sehr persönliche oder aufwühlende Themen detailliert aufarbeiten. Die Gruppentherapie bietet dagegen den Vorteil des gegenseitigen Erfahrungsaustausches und Lernens. Hier erleben Sie als Patient, dass Sie mit Ihrem Problem nicht alleine sind. Sie können erfahren, wie andere Betroffenen mit ihrer Erkrankung umgehen und welche Fortschritte sie in der Therapie bereits erzielt haben. Diese Erfahrungen in der Gruppe zu teilen, führt oft zu neuen hilfreichen Lösungsansätzen.

In der Therapie wird zunächst ein „Blick zurück“ geworfen, um mit Ihnen Ihre individuelle Krankheitsgeschichte und die daraus resultierende Problematik aufzuarbeiten. Die anschließende Arbeit zielt auf das „Hier und Jetzt“ ab, um die identifizierten Probleme in den Griff zu bekommen. Dabei werden neben der Alltagsstrukturierung und Organisationsplanung auch die Kontrolle eigener Emotionen und das Stressmanagement trainiert.

 

Achtsamkeitstherapie und Selbstwahrnehmung.

Sich selbst bewusst wahrnehmen lernen Sie in der Achtsamkeitstherapie.

Sich selbst bewusst wahrnehmen lernen Sie in der Achtsamkeitstherapie.

Um unseren Patienten einen möglichst erfolgreichen Umgang mit ihrer Erkrankung zu ermöglichen, zielen viele unserer Therapiemethoden darauf ab, die eigene Selbstwahrnehmung zu stärken. Achtsamkeitsbasierte Übungen führen zu einer bewussten und urteilsfreien Wahrnehmung des gegenwärtigen Moments. Sie müssen sich nicht mehr Ihren rasant wechselnden Gedanken, Gefühlen und Handlungsimpulsen ausgeliefert fühlen. Denn mit etwas Übung können Sie einen zeitlichen Puffer zwischen Reiz und Reaktion aufbauen, der es Ihnen ermöglicht, bewusst statt automatisch zu reagieren.

 

ADHS-Coaching.

In unserem speziellen ADHS-Coaching bestimmen unsere Patienten ihren „Ist-Zustand“ und formulieren ihre Ziele für die Zukunft. Damit diese Ziele erreicht werden, unterstützen unsere erfahrenen Ärzte und Therapeuten jeden unserer Patienten dabei, ihre individuellen Fertigkeiten und Talente zu erkennen und möglichst optimal einzusetzen. So lassen sich neue Handlungsspielräume eröffnen. Hierzu gehört auch, bereits in der Klinik die in der Verhaltenstherapie gelernten Strategien in ganz konkreten Situationen anzuwenden und immer wieder zu üben. Derart vorbereitet, können Sie entsprechend auch nach dem Klinikaufenthalt alle Strategien anwenden. Und unsere Patienten bestätigen uns: Die Umsetzung im häuslich-beruflichen und familiär-partnerschaftlichen Alltag zeigt Wirkung.

 

Medikamente bei ADHS.

Gerade bei stark ausgeprägten ADHS-Symptomen sollte zusätzlich zur Psychotherapie auch eine Behandlung mit speziellen Medikamenten begonnen werden. In vielen Fällen lassen sich so die Kernsymptome der ADHS wie Konzentrationsstörungen, Impulsivität und Hyperaktivität entscheidend reduzieren. Neben diesen ADHS-Medikamenten profitieren auch einige unserer Patienten von der Einnahme bestimmter Antidepressiva.

Unsere Ärzte verfügen in der Medikation über viel Erfahrung. Auswahl und Dosierung der Präparate wird gemeinsam mit Ihnen besprochen und die Wirkung innerhalb des Klinikaufenthaltes getestet. So finden wir in der Regel für jeden unserer Patienten ein gut wirksames und gleichzeitig verträgliches Präparat. Ein offenes ärztlich-therapeutisches Verhältnis ist auch an dieser Stelle die Voraussetzung für eine gute Behandlung. Sollten Sie sich daher nach einer umfassenden Beratung bewusst gegen die Einnahme von Medikamenten entscheiden, respektieren wir selbstverständlich diesen Wunsch.

 

Unsere medizinisch-therapeutischen Leistungen auf einen Blick:

  • Diagnostik:
    • Ausführliche Anamnese zur gezielten und genauen Erhebung der Krankengeschichte und Symptomatik sowie sorgfältige Abklärung weiterer psychosomatischer Begleiterkrankungen (z. B. Depressionen, Schlafstörungen, Suchtentwicklungen und Persönlichkeitsstörungen) durch standardisierte Checklisten, Fragebogenverfahren und strukturierte Patienteninterviews:
      • Wender Utah Rating Scale (WURS-k): rückblickende Erfassung kindlicher ADHS
      • ADHS-Selbstbeurteilungsbogen (ADHS-SB): Erfassung der aktuellen Belastung durch ADHS
      • Wender-Reimherr-Interview (WRI): Abfrage ADHS-spezifischer Merkmale bei Erwachsenen
      • Conners-Skalen für Erwachsene (CAARS) und Brown Attention Deficit Disorder Scales (BADDS) zur Abklärung ADHS-bedingter Störungen in der Stimmungsregulation
    • Neuropsychologische, computergestützte Messverfahren wie die Testbatterie zur Aufmerksamkeitsprüfung (TAP), die verschiedene Reaktions- und Aufmerksamkeitstests beinhaltet
    • Körperliche Untersuchungen
  • Therapie:
  • Psychoedukation: Aufklärung über das Krankheitsbild ADHS, Informationen zur Entstehung, zum Verlauf und zu den möglichen Behandlungsalternativen
  • Verhaltenstherapie: Umfassendes Spektrum verhaltenstherapeutischer Verfahren in Einzel- und Gruppentherapie wie:
    • Achtsamkeitsbasierte Therapie
    • Einzeltherapie mit ärztlichem oder psychologischem Therapeuten ab dem Aufnahmetag
    • Basis-Psychotherapie: Gruppentherapie für Betroffene verschiedener psychosomatischer Störungsbilder
    • Indikationsspezifische Gruppentherapie (IG ADHS): Gesprächsgruppe für erwachsene Patienten mit ADHS
    • Sozial-Kompetenz-Training
    • ADHS-Coaching: Praktisches Einüben von Therapieinhalten zur Alltagsbewältigung sowohl in Gruppen als auch in Einzel-Coachings
    • Kognitive Verhaltenstherapie mit Unterstützung von Biofeedbackgeräten
  • Ergänzende Therapieformen:
  • Musiktherapie
  • Kunst- und Gestaltungstherapie
  • Konzentrative Bewegungstherapie (KBT)
  • Integrative Bewegungstherapie (IBT)
  • Tanztherapie
  • Entspannungsverfahren:
    • Autogenes Training
    • Progressive Muskelrelaxation (PMR)
    • Biofeedback
    • Physio- und Physikalische Therapie
  • Sporttherapie (Walken, Laufen, Ergometer, Muskelaufbau, Wirbelsäulentraining, etc.)
  • Medikamentöse Therapie der ADHS