Schlaganfall. Behandlungsmethodik im Überblick

Die Rehabilitation setzt möglichst früh und gezielt ein

Wenn möglich beginnen unsere Spezialisten bereits in der Stroke Unit damit, Bewegungsabläufe wieder zu aktivieren und die Wahrnehmung zu trainieren.

Der frühe Beginn ist insbesondere sinnvoll,  da er hilft  ...

  1. ... vor allen Dingen Komplikationen zu verhindern, wie z.B. Lungenentzündungen.
  2. ... die Chancen deutlich besser sind, verloren gegangene Fähigkeiten zurückzuerlangen. Es gibt nie ein zu früh, sondern immer nur ein zu spät.​

Für eine erfolgreiche Behandlung ist es wichtig, dass immer zuerst ein Problem im Fokus der Behandlung steht. Ist z.B. eine Schluckstörung das größte Problem, wenden wir uns zuerst dieser zu. So führt die Therapie schrittweise ins Leben zurück.

Durch die enge Zusammenarbeit unserer Ärzte, Therapeuten und Pflegekräfte können Fortschritte sofort erfasst und die Therapien angepasst werden. Unser Team hat immer ein Ziel vor Augen: Ihrem Angehörigen so viel Selbstständigkeit wie möglich zurückzugeben.

 

Unsere medizinisches Leistungsspektrum umfasst ...

  • Stroke Unit
  • Teilstationäre und stationäre Rehabilitation der Phasen A - D
    • ​Intensive Spezialtherapien für die Phasen A-D
    • Einsatz technologiegestützter Therapieverfahren
    • Tagklinik. Therapien für Patienten der Region
  • Psychologische Betreuung der Patienten und Ihrer Angehörigen (bei Bedarf)
  • 24h-Verfügbarkeit
  • Sozialpädagogische Betreuung und Beratung für Angehörige und Patienten
 

Schwerpunkte - kurz vorgestellt

Stroke Unit: Schlaganfall-Spezialstation.

Ist ein verstopftes Gefäß der Auslöser, kann durch ein Lyse-Medikament das Blutgerinnsel aufgelöst werden, um wieder eine Durchblutung der Hirnregion zu ermöglichen.

Die Lysetherapie kann nur innerhalb der ersten 4,5 Stunden nach dem Schlaganfall durchgeführt werden, daher ist eine schnelle Diagnostik grundlegend, um weitere Hirnschäden für den Patienten zu verhindern.

Lysetherapien werden in der Regel nur auf einer Stroke Unit durchgeführt. Die Stroke Unit  der Schön Klinik Bad Aibling ist seit 2006 von der Deutschen Schlaganfallgesellschaft erstzertifiziert. 

Unsere Schlaganfalleinheit kooperiert mit dem örtlichen Rettungsnetzwerk und muss genau definierte Strukturen nachweisen, die zur spezialisierten Schlaganfalldiagnostik und -therapie nötig sind. 

Unsere Klinik erfüllt die alle Bedingungen für eine Stroke-Unit:

  • fachärztliche neurologische Kompetenz mit Schlaganfallexpertise
  • permanenter Zugriff auf die computertomographische Diagnostik
  • intensivmedizinische Versorgung mit Beatmungsmöglichkeit
  • internistisch-kardiologische Kompetenz.
 

Früh-Reha: Atem- & Schlucktherapie

Am Anfang der Reha steht: Wieder atmen und essen lernen.

Ein wichtiges Therapieziel: Wieder selbstständig atmen und essen.

Ein wichtiges Therapieziel: Wieder selbstständig atmen und essen.

Viele Schlaganfall-Patienten müssen am Anfang beatmet werden. Schon auf der Stroke Unit trainieren unsere speziell ausgebildeten Atmungstherapeuten die Lungen- und Atemfunktion der Patienten. Ziel der Therapie ist es auch, Komplikationen wie Lungenentzündungen vorzubeugen, die einen erheblichen Rückfall für unsere Patienten bedeuten würden.

Durch die Atemtherapie gelingt es unseren Patienten zudem viel schneller, wieder ohne künstlichen Beatmungsschlauch zu atmen.

Viele Schlaganfallpatienten weisen teils erhebliche Schluckstörugnen auf. Mit einem speziellen Kau-Schluck-Training gelingt den meisten unserer Patienten, durch intensives Training mit unseren Logopäden wieder Kauen und Schlucken zu erlernen, so dass sie nicht mehr künstlich ernährt werden müssen.

>> Weitere Informationen zur neurologischen Frühreha

 

Technologiegestützte Therapien nutzen (Roboter).

Armroboter im Armstudio 

Mit dem Joystick einen Ball bestimmte Linien entlangführen oder bestimmte Punkte ansteuern. Was wie ein normales Computerspiel klingt, ist für unsere Schlaganfallpatienten hartes Training, denn sie müssen ihren gelähmten Arm dazu bewegen.

In unserem Armstudio können unsere Patienten an verschiedenen „Robotern“ schrittweise ihre Beweglichkeit zurückgewinnen. Virtuelle Situationen, wie z.B. einen Apfel greifen oder eine Linie nachzeichnen, müssen mit dem Armroboter Armeo gemeistert werden. Wenn der Betroffene die Bewegung noch nicht alleine ausführen kann, hilft der MIT-Manus, den wir als erste Klinik in Deutschland eingesetzt haben, mit aktiver Motorkraft nach.

Lokomaten für das Beintraining

Als erste Klinik in Deutschland haben wir zum Trainieren der gelähmten Beine einen Lokomaten eingesetzt, um die Muskulatur und die Nerven an das normale Gangmuster zu gewöhnen. Kleine Motoren unterstützen den Betroffen in der Gehbewegung und virtuell müssen Hindernissen ausgewichen werden.

 

Intensiv-Sprachrehabilitation auf der Aphasiestation.

Bei Sprach- und Sprechstörungen können Patienten auf unserer Aphasiestation eine intensive Therapie durchführen.

Bei Sprach- und Sprechstörungen können Patienten auf unserer Aphasiestation eine intensive Therapie durchführen.

Seit 2009 besteht unsere Aphasiestation, auf der wir Patienten behandeln, die nach einem Schlaganfall unter Sprach- und Sprechstörungen leiden. Die Station richtet sich an Patienten, die körperlich belastbar sind und mindestens 45 min. an sprachlichen Aufgaben arbeiten können. Dank der intensiven Therapie konnten teils deutliche Verbesserungen in der Entwicklung der Sprachfähigkeit oder der Spontansprache erreicht werden.

 

Unser therapeutisches Angebot umfasst:

  • Pflegetherapie
  • Physiotherapie / Physikalische Therapie
  • Ergotherapie
  • Sprach-, Sprech- und Schlucktherapie
  • Neuropsychologie
  • Robotergestützte Therapien mit Lokomat, Armeo, MIT-Manus
  • Atemtherapie
  • Versorgung und Entwöhnung von Tracheal-(Luftröhren) Kanülen
  • Sozialberatung