Schritt für Schritt zurück ins Leben

Ein Schlaganfall verändert das Leben...

Beim Frühstück passiert es: Mitten im Gespräch mit seiner Frau kann Harald M., 53 Jahre, plötzlich nicht mehr sprechen und bringt nur noch unverständliche Wörter über die Lippen. Gleichzeitig fällt ihm das Messer aus der Hand, mit dem er sich gerade Marmelade auf sein Brot schmieren wollte. Nach einer kurzen Schrecksekunde erkennt Frau M. den Ernst der Lage und alarmiert den Notarzt.

12 Minuten später ist der Notarzt bei Familie M. Nach kurzer Klärung der Situation steht für ihn fest: Verdacht auf Schlaganfall, jede Sekunde zählt. Noch im Rettungswagen lässt sich der Notarzt über die Rettungsleitstelle mit der Spezialeinheit für Schlaganfälle („Stroke Unit“) der Schön Klinik Bad Aibling verbinden. Sofort erfolgen eine neurologische Untersuchung und eine Computertomographie des Kopfes, um eine Hirnblutung auszuschließen. Der Oberarzt stellt einen frischen Arterienverschluss in der mittleren Hirnarterie der linken Hirnhälfte fest. Schon 21 Minuten nach Eintreffen in der Klinik kann mit der Lyse – der medikamentösen Auflösung des Blutgerinnsels – in der Arterie begonnen werden.

Die Folgen waren schwerwiegend

Mit der Lyse-Therapie können die Ärzte den Zustand von Harald M. stabilisieren und die Auswirkungen des Infarktes auf die linke Hirnhälfte beschränken. Sprach- und Schluckstörungen sowie eine mittelschwere Lähmung der rechten Körperhälfte sind die Folgen des Infarkts. Durch die Schluckstörung sind Speichel und Nahrung in die Lunge gelangt und haben zu einer Lungenentzündung geführt. Die daraus resultierende Infektion breitet sich rasch im ganzen Körper aus und führt zu akutem Kreislaufversagen. Die Ärzte verlegen Harald M. deshalb sofort in die hauseigene Intensivstation. Medikamente stabilisieren hier seinen Kreislauf über eine Infusion.

Das Schlucken macht noch Probleme

Drei Wochen hat Harald M. nun auf der Intensivstation verbracht. In dieser Zeit wurde er mit Hilfe eines Luftröhrenschnitts über eine Trachealkanüle künstlich beatmet. Seit einigen Tagen kann er nun wieder selbstständig atmen, mit dem Schlucken hat er allerdings noch erhebliche Probleme.

Endlich wieder auf eigenen Beinen

Ohne Trachealkanüle kann Harald M. inzwischen wieder Spezialkost zu sich nehmen. Er ist über längere Zeiten hinweg wach und sitzt dann oft bereits im Rollstuhl. Nun ist er auch wieder in der Lage, über seine weitere Therapie selbst mitzuentscheiden. Und ist hoch motiviert, seine Lähmungserscheinungen und die immer noch vorhandene Sprachstörung zu verringern. Die Ärzte arbeiten daran, Blutdruck und Blutzucker einzustellen. Zur Unterstützung der Therapie verabreichen sie schmerzstillende Medikamente.

Zurück in den Alltag

Harald M. kann sich nun selbstständig und ohne Rollstuhl bewegen. Beim Treppensteigen muss er sich allerdings noch am Geländer festhalten. Die Sprachstörung hat sich bis auf leichte Wortfindungsstörungen zurückgebildet. Auch feinmotorische Arbeiten mit der rechten Hand, wie z.B. das Bedienen von Telefonen, machen ihm noch Schwierigkeiten. Im Fokus der Therapie steht jetzt die Organisation der ambulanten Weiterbehandlung nach dem Klinikaufenthalt in Bad Aibling sowie die Klärung, wie es für Harald M. beruflich weitergeht.

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Dr. med. Dipl. Psych. Friedemann Müller

Tel.: 08061 903-1504

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