„Uns zeichnet aus, dass wir gern Wissen teilen“
Klinikübergreifende Facharztausbildung in der Neurologie der Schön Klinik
Die Schön Klinik ist spezialisiert auf den Bereich Neurologie. Im Verbund mit den Schön Kliniken in Bad Aibling, Vogtareuth und München Schwabing können wir Ihnen eine Ausbildung zum Facharzt Neurologie über drei Kliniken anbieten. Ein Interview mit Dr. Andreas Weidmann, Chefarzt in der Schön Klinik Vogtareuth, über die Facharztausbildung, den Alltag eines Assistenzarztes und seine eigenen Ausbildungserfahrungen.
Viele junge Mediziner streben eine Facharztausbildung an einer Uniklinik an. Was können Sie Assistenzärzten für Neurologie in der Schön Klinik bieten?
Uns zeichnet aus, dass wir gern Wissen teilen. Wir haben die Assistenzarztausbildung so organisiert, dass Sie als Assistenzarzt schon von Anfang Verantwortung übernehmen können und mit erfahrenen Neurologen auf Augenhöhe diskutieren. Wir arbeiten in einem Kollegialsystem, in dem Erfahrung zählt, aber auch gute Ideen von jungen Kollegen. Darüber hinaus bekommen Sie im Ausbildungsverbund unserer drei neurologischen Kliniken bzw. Abteilungen per Rotation Einblick in mehrere Häuser und sehr unterschiedliche Fragestellungen: von der neurologischen Diagnostik über die Akutbehandlung bis zu allen Phasen der Rehabilitation.
Die Schön Klinik macht angehenden Assistenzärzten das Angebot, über drei neurologische Kliniken hinweg eine Facharztausbildung zu absolvieren. Was ist das Besondere?
Als Schön Klinik machen wir nicht alles, aber das, was wir tun, geschieht mit einem sehr hohen Qualitätsanspruch. Wir gehören international zu den am meisten spezialisierten Klinikgruppen – mit den Schwerpunkten Neurologie, Orthopädie und Psychosomatik. Dies bietet ein interessantes Lernumfeld für angehende Neurologen in unseren neurologischen Fachkliniken in München Schwabing, Bad Aibling sowie in unserer Schwerpunktneurologie in der Schön Klinik Vogtareuth. Hier lernen Sie von ausgewiesenen Spezialisten, die über langjährige Erfahrung in ihrem Fachgebiet verfügen und gleichzeitig offen sind, ihre tägliche Arbeit immer wieder zu hinterfragen. So haben wir als Schön Klinik ein Qualitätsmanagement etabliert, bei dem wir über Ergebnismessung unsere Behandlungsqualität verbessern.
Wie sieht der Alltag eines Assistenzarztes aus?
Wir bieten eine interessante Kombination aus Eigenverantwortung und Supervision. Nehmen Sie ein Beispiel aus Vogtareuth, einer 30-Betten-Schwerpunktneurologie: In unserer angeschlossenen Kassenambulanz sind Sie oft der erste Arzt, der bei einem Menschen mit plötzlich auftretendem Drehschwindel die Diagnose stellt und die Behandlung einleitet. Dabei haben Sie immer und unmittelbar die Möglichkeit, einen erfahrenen Kollegen zu Rate zu ziehen. Das gilt für uns Neurologen untereinander übrigens auch! Die kollegiale Beratung bei einem Problem fördert die Sicherheit in der eigenen Entscheidung zum Wohle des Patienten, das gilt nicht nur für Berufsanfänger.
Als Fachzentrum arbeiten wir in einer Klinik mit zehn primärchirurgischen Fachabteilungen und werden als Neurologen immer wieder konsiliarisch hinzugezogen, wenn z.B. in der Kinderorthopädie, der Herzchirurgie oder der Neurochirurgie entsprechende Fragestellungen geklärt werden müssen. Das bietet ein vielfältiges Arbeitsfeld und wird ergänzt durch die klinische Praxis in München Schwabing sowie Bad Aibling, einem der größten neurologischen Rehabilitationszentren in Europa.
Wie haben Sie Ihre eigene Ausbildung erlebt?
Ziemlich mühsam. Immer wieder musste ich erfahren, dass die Hierarchie meiner Neugier und meinem Wunsch zu lernen im Wege stand. Deshalb haben wir uns als Abteilung in Vogtareuth anders organisiert. Wir diskutieren Diagnosen und Therapien interdisziplinär und kollegial und erwarten von jedem, dass er Initiative entwickelt. Wenn Sie sich als Assistenzarzt bei der Diagnose sicher sind, müssen Sie nicht auf den Oberarzt und sein formales "Okay" abends warten, sondern können zeitnah mit der Therapie beginnen. Dabei lassen wir die jungen Kollegen mit ihrer verantwortungsvollen Aufgabe grundsätzlich nicht allein, sondern sind auch am Wochenende persönlich erreichbar, wenn unser Team mit einem schwierigen Fall konfrontiert ist.
Wie organisieren Sie sich und wen suchen Sie?
Wir gehen in der Klinikorganisation neue Wege und entlasten beispielsweise unsere Assistenzärzte und unser ganzes Team durch eine Praxismanagerin von Verwaltungs- und Organisationsaufgaben sowie zeitaufwändiger Diagnostik: Dadurch bleibt mehr Zeit für die Patienten, aber auch für die Ausbildung. Wir fühlen uns einer Medizin verpflichtet, die messbar und spürbare bessere Behandlungsergebnisse für Patienten erzielt – und das in einem angenehmen Arbeitsumfeld. Dies gelingt am besten mit jungen Medizinern, die aus supervidierter Sicherheit heraus mit hoher Patientenorientierung viel lernen, gleichzeitig, eigene Verantwortung übernehmen wollen und so besonders gute Therapieergebnisse erzielen.
Wie kann die vielzitierte Eigeninitiative in der Medizin konkret aussehen?
Einer unserer Assistenzärzte hatte die Idee, wöchentlich die neuesten Publikationen zu unseren Schwerpunktfeldern als Lektüre zusammenzustellen. Ein anderer bringt die Akupunktur in ein etabliertes Behandlungskonzept chronischer Schmerzen ein; eine Assistenzärztin möchte die diagnostischen Standards in der Schnittmenge zwischen Chirurgie und Neurologie für beide Fächer besser zugänglich machen und verknüpfen. Nicht nur beim Thema Internetrecherche kann das gesamte Team unserer Neurologie von den jungen Kolleginnen und Kollegen viel lernen.