Qualitätsbericht 2008 // Orthopädie. Unfallchirurgie

OBERSCHENKELHALSFRAKTUR

Brüche mit gefährlichen Folgen

Oberschenkelhalsfrakturen sind Brüche des Oberschenkelknochens in der Nähe des Hüftgelenks. Sie treten häufi g bei älteren Menschen, insbesondere bei Frauen auf, deren Knochendichte durch Osteoporose vermindert ist. Dann reicht oft schon eine geringe Krafteinwirkung, wie z.B. ein seitlicher Sturz auf die Hüfte aus, um den Knochen brechen zu lassen. Das Risiko, an den Folgen eines solchen Bruchs zu sterben, ist erstaunlich hoch: In den ersten sechs Monaten nach einer Oberschenkelhalsfraktur stirbt ein Fünftel bis ein Viertel der Patienten. Abgesehen von diesem Risiko schränken Oberschenkelhalsbrüche die Selbstständigkeit der Betroffenen stark ein.

Nachoperation als Folge von Blutungen

Komplikationen durch Nachblutungen und Blutergüsse nach der Versorgung von Oberschenkelhalsfrakturen können starke Schmerzen durch Schwellungen verursachen und das Infektionsrisiko steigern. In manchen Fällen ist dann sogar eine erneute Operation notwendig. Bei der vorliegenden Grafik wurden ausschließlich die Fälle betrachtet, bei denen eine weitere Operation oder Punktion zur Beseitigung des Blutergusses bzw. der Blutung notwendig wurde.
[Siehe Grafik 1]

Infektionen im Referenzbereich

Infektionen gehören zu den gefürchteten Komplikationen nach der operativen Versorgung von Oberschenkelhalsbrüchen. Die Gefahr einer Wundinfektion steigt vor allem durch die Implantate, an deren Kunststoffoberfl ächen Bakterien (v.a. Staphylokokken) anhaften können. Um die Infektionen in den Griff zu bekommen, werden in einem solchen Fall ein erneuter Eingriff mit Entfernung der Prothese sowie ein lang andauernder Klinikaufenthalt und die Behandlung mit Antibiotika notwendig. Die Schön Klinik Hamburg Eilbek lag bei diesem Qualitätsmerkmal unterhalb des Bundesdurchschnitts der BQS (Bundesgeschäftsstelle für Qualitätssicherung), die Schön Klinik Neustadt lag innerhalb des Referenzbereichs.
[Siehe Grafik 2]

Anzahl erneuter Operationen aufgrund von Komplikationen schwankt

Die Notwendigkeit ungeplanter Folgeoperationen, die wegen Komplikationen durchgeführt werden müssen, kann von unterschiedlichen Faktoren abhängen. Sie wird zum Beispiel durch das gewählte Verfahren (Knochenwiederherstellung mit Hilfe von stützenden Implantaten oder Einsatz einer Prothese) beeinflusst.
[Siehe Grafik 3]

Geringe allgemeine Komplikationen nach Operationen in den Schön Kliniken

Deutschlandweit treten bei der Behandlung von Oberschenkelhalsbrüchen in über 7 % aller Fälle allgemeine Komplikationen auf. Dazu zählen unter anderem Lungenentzündungen, Herz-Kreislauf-Probleme, Verschlüsse in den Bein- oder Beckenvenen (Thrombosen) oder in der Lunge (Lungenembolien). Beide Kliniken liegen unter dem Bundesdurchschnitt.
[Siehe Grafik 4]

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BEHANDELTE PATIENTEN 2008

Kliniken Fälle
Schön Klinik Neustadt 127
Schön Klinik Hamburg Eilbek 168
GESAMT 295

OBERARMFRAKTUR

Häufiges Opfer der Schwerkraft: der Oberarmkopf

Oberarmkopfbrüche machen den Großteil der Oberarmbrüche aus. Sie werden durch Stürze auf den ausgestreckten Arm, den Ellenbogen oder die Schulter verursacht. Es handelt sich um typische Brüche, die im fortgeschrittenen Alter vorkommen und denen meist eine Osteoporose zugrunde liegt. Entweder bricht der Oberarmknochen direkt unterhalb des Kopfes ab, oder der Oberarmkopf bricht in mehrere Teile. In selteneren Fällen wird er regelrecht zertrümmert. Bei den Oberarmkopfbrüchen kommt erschwerend hinzu, dass die kleinen Schultermuskeln an den Bruchstücken des Oberarmkopfes ansetzen und durch ihren Muskelzug die Bruchstellen offen halten. Diesen Kräften muss bei der Behandlung entgegengewirkt werden.

Durch Operation schnell zurück zur Selbstständigkeit

Eine Einschränkung der Schulterbeweglichkeit behindert die Mobilität und die Selbstständigkeit älterer Menschen erheblich. Zum einen fällt der Arm als Stütz- und Tastinstrument beim Gehen aus, zum anderen können Alltagstätigkeiten wie Ankleiden, Frisieren oder Essen mit dem betroffenen Arm oft nicht mehr durchgeführt werden. Daher ist die rasche und möglichst vollständige Wiederherstellung der Schulterfunktion
wichtig.

Während für die operative Versorgung der Oberarmkopfbrüche früher lediglich konventionelle Platten zur Verfügung standen und die Komplikationsrate insbesondere durch Lockerung dieser Platten hoch war, gibt es heute deutlich bessere Implantate. Je nach Frakturtyp setzen die Chirurgen winkelstabile Platten, spezielle Nägel oder Frakturprothesen ein. Nach der Fixierung kann der Patient sofort mit krankengymnastischen Übungen beginnen.
[Siehe Grafik 1]

Risiken im Griff

Nach Schulteroperationen sind Wundinfektionen sehr gefürchtet, da sie schnell zu einer schweren Knocheninfektion mit Zerstörung des Oberarmkopfes führen können. Tritt eine Infektion auf, ist rasches Handeln gefragt: Das Implantatmaterial muss entfernt, die Wunde und der Knochen müssen gereinigt und mit lokalen Antibiotikaträgern versehen werden.


Trotz moderner Implantate und Operationstechniken kommt es auch heute noch vor, dass die mit Platten verbundenen oder genagelten Knochen wieder instabil werden, z.B. weil die Schrauben in besonders porösen Knochen keinen Halt fi nden oder weil das Ausmaß der Brüche aufgrund des vorliegenden Röntgenmaterials nicht exakt eingeschätzt werden konnte. In der Regel muss dann noch einmal operiert oder eine Prothese eingesetzt werden.
[Siehe Grafik 2]

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BEHANDELTE PATIENTEN 2008

Kliniken Fälle
Schön Klinik Neustadt 17
Schön Klinik Hamburg Eilbek 56
GESAMT 73

UNTERARMFRAKTUR

Gips war gestern

Unterarmbrüche in der Nähe des Handgelenks zählen zu den häufi gsten Knochenbrüchen überhaupt. Besonders häufi g treten sie bei Kindern und bei Senioren auf. Während die Unterarmbrüche von Kindern meist gut mit Gips behandelt werden können, liegt bei den älteren Patienten in der Regel eine große Bruchzone mit starker Verschiebung oder Zertrümmerung der Gelenkfl äche vor. Die früher übliche konservative Behandlung mit Gips hatte oft schwere Fehlstellungen zur Folge, welche die Beweglichkeit des Handgelenks einschränkten. Die Einführung neuer, winkelstabiler Platten konnte den Operationserfolg wesentlich verbessern. Bei einem gelungenen Eingriff profi tiert der Verletzte von einer frühen funktionellen Nachbehandlung und der damit verbundenen besseren Beweglichkeit.

Geringes Risiko von Wundinfektionen

Wundinfektionen nach Stabilisierung von Unterarmbrüchen nahe dem Handgelenk durch Platten treten glücklicherweise sehr selten auf. Ursache ist dann oft die zu große Schwellung des Weichgewebes, die es erschwert, die Wunde am Ende wieder spannungsfrei zu verschließen.
[Siehe Grafik 1]

Wenn die Platte nicht hält, bis der Knochen heilt

Insbesondere bei schwerer Osteoporose oder Zertrümmerung der Gelenkfl äche kann es vorkommen, dass auch die winkelstabilen Platten den Knochen nicht ausreichend stützen können und der ursprünglich gut eingerichtete Bruch wieder zusammenrutscht. Für den Erfolg der Behandlung ist es dabei entscheidend, dass der Knochen verheilt, bevor sich die Implantate lockern können
[Siehe Grafik 2]

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BEHANDELTE PATIENTEN 2008

Kliniken Fälle
Schön Klinik Neustadt 47
Schön Klinik Hamburg Eilbek 77
GESAMT 124

WIRBELKÖRPERFRAKTUR

Leichter Sturz mit schweren Folgen

Leichter Sturz mit schweren Folgen Wirbelkörperbrüche treten häufig bei Osteoporose auf, von der insbesondere ältere Frauen betroffen sind. Dabei ist nicht einmal ein schwerer Sturz nötig, oft genügt das Anheben von Lasten oder der Sturz aufs Gesäß. Die Stärke der Schmerzen, die dadurch entstehen, fällt sehr unterschiedlich aus: Während der Bruch in den meisten Fällen mit großen Schmerzen auf sich aufmerksam macht und die Lebensqualität der Betroffenen erheblich einschränkt, werden andere Wirbelkörperbrüche gar nicht bemerkt.

Kettenreaktion in der Wirbelsäule

Noch gravierender als die Belastung durch die Schmerzen können die Folgen eines nicht behandelten Wirbelkörperbruchs sein. Denn in der Regel stabilisiert sich der Wirbel nicht selbst, sondern rutscht immer weiter zusammen, bis er schließlich eine flache Form annimmt. In der Folge entwickelt sich eine deutliche Fehlstellung, die aufgrund der meist älteren und weiblichen Patientengruppe landläufig auch als „Witwenbuckel“ bekannt ist. Durch die Verkrümmung des Rückgrats wiederum verlagert sich das Körpergewicht nach vorne und die Belastung der angrenzenden Wirbelkörper nimmt zu. Es kommt zum Bruch weiterer Wirbelkörper in immer schnellerer Abfolge. Schließlich kann die Krümmung der Wirbelsäule die Lungen so stark einengen, dass dem Patienten die Atmung nur schwer möglich ist. Zusätzlich kann eine Einengung des Rückenmarks mit Schmerzen oder Lähmungen in den Beinen die Folge sein.

Stabiler dank Zementfüllung

Die früher bei Wirbelkörperbrüchen angelegten Korsetts oder Stützorthesen empfanden die Patienten als äußerst unangenehm. Darüber hinaus begünstigen diese Hilfsmittel durch ihre abstützende Funktion den Abbau der Knochensubstanz und der Muskulatur. Seit einigen Jahren werden gebrochene Wirbelkörper deshalb mit Zement aufgefüllt. Dies kann entweder mit oder ohne vorherige Aufrichtung des in sich zusammengefallenen Wirbelkörpers mit Hilfe eines Ballons erfolgen. Die Schmerzen verschwinden in der Regel schlagartig, das weitere Zusammenrutschen des Wirbelkörpers wird effektiv verhindert.

Kaum Infektionsgefahr durch minimalinvasive Operationen

Wundinfektionen nach offenen Wirbelsäulenoperationen sind wegen der Nähe zum Rückenmark sehr gefürchtet. Bei der Auffüllung von Wirbelkörperbrüchen mit Knochenzement treten Infektionen selten auf, da lediglich dünne Kanülen über kleinste Schnitte in den Wirbelkörper geschoben werden. So erhalten Bakterien eine möglichst geringe Angriffsfläche.
[Siehe Grafik 1]

Verletzungsrisiko durch eingeschränkte Sicht bei komplexen Brüchen

Das Aufrichten von Wirbelkörperbrüchen mit einem Ballon und der anschließenden Auffüllung mit Knochenzement ist ein interventionelles Verfahren: Der Operateur sieht die zu behandelnde Stelle und ihr Umfeld nicht direkt durch den Schnitt, sondern orientiert sich ausschließlich an den laufend übermittelten Röntgenbildern. Insbesondere bei starker Osteoporose und bei schweren Verdrehungen der Wirbelsäule ist der Überblick im Röntgenbild häufig eingeschränkt. Beim Vorschieben der Kanülen in den Wirbelkörper kann es dann zu einer Verletzung von Rückenmark, Nervenwurzeln oder Blutgefäßen des Rückenmarks kommen. Außerdem kann Knochenzement aus den Brüchen und Rissen des Wirbelkörpers in den Rückenmarkkanal austreten und dort zu Schäden an Nervenstrukturen führen.
[Siehe Grafik 2]

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BEHANDELTE PATIENTEN 2008

Kliniken Fälle
Schön Klinik Hamburg Eilbek 174
GESAMT 174

Ihr Ansprechpartner

Maasakkers

Lisa van Maasakkers

Tel.: 08051 695-135